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Generationentalk in Arbon: So bleiben Junge nach der Ausbildung in der Region

Junge Fachkräfte wandern vermehrt in andere Regionen ab. Wie das verhindert werden kann, diskutierten Arbeitgeber mit Lernenden und Kantonsschülern beim Generationentalk im Presswerk.
Sheila Eggmann
Die Teilnehmer des Generationentalk sammeln in TischrundenIdeen und schreiben sie auf. (Bild: PD/Augenweiden-Stefan Rötheli)

Die Teilnehmer des Generationentalk sammeln in TischrundenIdeen und schreiben sie auf. (Bild: PD/Augenweiden-Stefan Rötheli)

Der Oberthurgau hat ein Problem: Junge Berufsleute wandern nach ihrer Ausbildung oft in andere Regionen ab, Kantonsschüler gehen meist gezwungenermassen fürs Studium in einen anderen Kanton. Diese Personen fehlen später in der Bodenseeregion, so auch in Arbon und Romanshorn. Das bewirkt, dass es Firmen schwerfällt, gutes Personal zu finden. Vertreter von Unternehmen sowie Lernende und Kantonsschüler suchten vergangenen Freitagnachmittag im Presswerk beim Generationentalk nach Lösungen. Organisiert wurde der Talk von der Arbeitgebervereinigung Region Arbon, der Stadt, sowie der Industrie- und Handelskammer Thurgau mit dem Ziel, «Verständnis füreinander zu schaffen», wie Moderatorin Sarah Christen zu Beginn sagt.

Wohnort des Partners ist wichtiger als Arbeitsplatz

«Der Oberthurgau hat viele wachsende Unternehmen im Industriesektor, entweder in der Region oder im direkten Umkreis», sagt Dr. Roland Scherer, Institutsleiter der Universität St. Gallen. Dass der Fachkräftemangel zunehmend zum Problem wird, vor allem, wenn in den nächsten Jahren die Babyboomer-Generation pensioniert wird, sei Fakt. Scherer hat eine Hochschulumfrage präsentiert, welche aufzeigt, was den Jungen wichtig ist: Der bedeutendste Faktor bei der Arbeitssuche ist der Wohnort des Lebenspartners, danach jener der Familie. Erst als drittes kommt der Arbeitsplatz. Geht ein Kanti-Schüler also nach Zürich, um zu studieren und baut sich dort sein Umfeld auf, bleibt er dort.

Am anschliessenden Tischgespräch wurde von den zukünftigen Studierenden ein weiterer Grund genannt, weshalb sie nicht zurückkehren: Die Unternehmen in der Region würden zu wenig Praktika anbieten, so kämen sie zu wenig mit ihnen in Kontakt. Die Lernenden wiederum sehen andere Gründe, weshalb sie ihre Firma und die Region nach der Ausbildung wechseln: «Man will nicht ewig ‹de Stift› bleiben», hört man oft. Luca Baumgartner, Lernender in der Arboner Firma Bruderer AG, nennt noch einen Grund:

«Ich wünsche mir, mehr Informationen über verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten in der eigenen Firma zu bekommen.»

Es werde davon ausgegangen, dass er im gelernten Beruf bleiben möchte.Die Seite der Arbeitgeber gesteht ein, dass sie im Umgang mit Lernenden etwas ändern können. Andrea Trunz, Leiterin der Trunz Water Systems AG, sagt: «Offenbar ist ein Bedürfnis da, dass wir viel früher mit Lernenden über Karrieremöglichkeiten sprechen. Diesen Vorgang könnten wir noch professionalisieren.» Ausserdem denke sie darüber nach, in Zukunft Praktikumsstellen für Kantonsschüler anzubieten. Die Taktik von Thomas Maron, Geschäftsführer Maron AG, ist: «Wir versuchen schon jetzt, den Kontakt mit den ehemaligen Lernenden nach dem Lehrabschluss zu behalten.»

«gemeinsam Erlebtes verbindet»

Die Firma Bühler AG aus Uzwil wurde zum Talk eingeladen, weil sie als «Vorzeigeobjekt» im Umgang mit Lernenden gilt. Andreas Bischof, Leiter Berufsbildung, erklärt das Erfolgsrezept: «Wir begleiten die Lernenden bis sie 25-jährig sind. Davor lassen wir sie nicht los». Konkret bedeutet das: Sie machen Laufbahnberatungen, und dies mehrmals und nicht erst kurz vor dem Lehrabschluss. Ausserdem gehören bei ihnen Auslandeinsätze auf der ganzen Welt zum Standard und Lernende dürfen mit an Events. «Sie sollen etwas erleben, gemeinsam Erlebtes verbindet» sagt Bischof. Er schliesst mit einem Rat an die Anwesenden Berufsbildern: Sie sollen mit Weitblick agieren.

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