Gemeinsamer Blick in die Vergangenheit

Kreuzlingen, Konstanz und das grenzüberschreitende Architekturforum spannen zusammen: Am 9. September bietet der Tag des Denkmals viele Führungen und historische Orte zum Entdecken an.

Nicole D'Orazio
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Die Villa Raichle in Kreuzlingen kann am Tag des Denkmals besichtigt werden. (Bild: Donato Caspari)

Die Villa Raichle in Kreuzlingen kann am Tag des Denkmals besichtigt werden. (Bild: Donato Caspari)

«Früher kannte man keine Grenze. Hier war ein grosser Kulturraum», sagt Frank Mienhardt, Leiter der städtischen Denkmalpflege in Konstanz, an der Medieninformation letzte Woche. «Bis ins 20. Jahrhundert galt Konstanz sozusagen als Hauptstadt des Thurgaus, ehe der Erste Weltkrieg 1914 die Situation jäh beendete.» Heute komme das wieder verstärkt auf. Es sei wieder normal, dass die Schweizer nach Konstanz kämen.

Am Sonntag, 9. September, am Tag des Denkmals wird das Thema Grenze wieder aufgenommen – als ein Überbegriff neben den Klöstern, dem Jakobsweg, Zeugnissen der Patrizier und Domherren, dem Bodensee als Wasserstrasse sowie der Industriearchitektur. Da der Tag des Denkmals unter dem Motto «Entdecken, was uns verbindet» steht, organisiere man ihn diesmal grenzüberschreitend mit Kreuzlingen, sagt Mienhardt weiter. «Das passt schliesslich perfekt. Wir zeigen unsere gemeinsame Vergangenheit auf.»

Idealer Tag, um Neues zu entdecken

Der Blick über die Grenze sei für ihn immer sehr spannend, sagt der Konstanzer Bürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn. «Man kennt sich gegenseitig in den Details zu wenig. Daher ist der Tag ideal, Neues zu entdecken.» Er wird zusammen mit der Kreuzlinger Stadträtin Dorena Raggenbass den Tag eröffnen. Um 11 Uhr in einem kurzen Festakt an der Kunstgrenze.

Der «Englische Gruss» war früher eine Herberge für Pilger. (Bild: Donato Caspari)

Der «Englische Gruss» war früher eine Herberge für Pilger. (Bild: Donato Caspari)

Genau das Thema des Architekturforums

Das Architekturforum Konstanz-Kreuzlingen hat viel zur Organisation des Tages beigetragen. «Auf Schweizer Seite ist die Denkmalpflege kantonal geregelt, deswegen haben wir als Ansprechpartner fungiert», sagt Architekt Ueli Wepfer. «Das ist genau unser Thema und wir haben das gerne gemacht.» Die Mitglieder des Architekturforums hätten Besitzer von historischen Häusern angesprochen. «So werden an diesem Tag Gebäude für Führungen geöffnet sein, die sonst privat sind», sagt Wepfer. Er zählt die frühere Herberge Zum englischen Gruss, das Schloss Bernegg sowie die Villa Raichle als Beispiele auf. «In Letzterer gibt es ein originales Bad von 1910, in dem noch alles funktioniert.»

Die ehemalige Dompropstei in Konstanz. Auch sie wird am 9. September geöffnet sein. (Bild: PD)

Die ehemalige Dompropstei in Konstanz. Auch sie wird am 9. September geöffnet sein. (Bild: PD)

Sein Kollege Herman Bentele freut sich besonders, die Hauskapelle der ehemaligen Dompropstei oder den Schwarzacher Hof in Konstanz besichtigen zu können. «Das wird schön. Ist jedoch teilweise nur auf Voranmeldung möglich.»

Weitere Infos unter: www.konstanz.de/umwelt
Voranmeldungen für Projekte in der Schweiz an: info@architekturforumKK.ch.
Der Eintritt ist frei.