Sulgen und Kradolf-Schönenberg: Gemeinsame Ortsplanung ist geglückt

Mit wenigen Ausnahmen heisst der Kanton die Ortsplanung der Nachbarsgemeinden Sulgen und Kradolf-Schönenberg gut.

Hannelore Bruderer
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Die Gemeindepräsidenten Heinz Keller (Kradolf-Schönenberg) und Andreas Opprecht (Sulgen) stossen auf die gemeinsame Ortsplanung an.

Die Gemeindepräsidenten Heinz Keller (Kradolf-Schönenberg) und Andreas Opprecht (Sulgen) stossen auf die gemeinsame Ortsplanung an.

Bild: Hannelore Bruderer

Dass zwei Gemeinden die Revision ihrer Ortsplanungen gemeinsam durchführen, ist im Thurgau ein neues Vorgehen. Dafür gab es im Genehmigungsentscheid des Amtes für Raumentwicklung von Regierungsrätin Carmen Haag Lob: «Die gemeinsame Planung und die beabsichtigten Stossrichtungen sind sehr zu begrüssen und sind in den Planungsinstrumenten auch gut umgesetzt worden.»

Die Umsetzung der Vorgaben von Bund und Kanton sei eine grosse Herausforderung gewesen, sagt Andreas Opprecht, der Gemeindepräsident von Sulgen. Gemeinsam mit Heinz Keller, seinem Amtskollegen aus Kradolf-Schönenberg, präsidierte er die 13-köpfige Ortsplanungskommission, deren Mitglieder die Interessengruppen in den Dörfern der beiden Gemeinden vertraten. Für den Entscheid, die Ortsplanungsrevision gemeinsam anzupacken, sprachen mehrere Gründe, so unter anderem der gemeinsame funktionale Raum mit aneinandergrenzenden Baugebieten, ein grosser Bedarf für eine Entflechtung von Wohn- und Arbeitsflächen sowie die Kosteneffizienz.

Neues Recht gilt sofort

Ab sofort gilt für Baugesuche in den Gemeinden Kradolf-Schönenberg und Sulgen das neue Recht. Die entsprechenden Baureglemente, die neuen Zonenpläne sowie die weiteren relevanten Planungsinstrumente sind ab kommendem Donnerstag, dem 1. Oktober, auf den Websites der beiden Gemeinden aufgeschaltet. Bauinteressierte können sich zudem für Auskünfte an die Bauverwaltungen wenden. (hab)

In beiden Gemeinden war der frühe Einbezug der Bevölkerung zentral. «In Kradolf-Schönenberg haben wir rund 75 Einzelgespräche mit Landeigentümern geführt», sagt Heinz Keller. Die Anzahl der Einzelgespräche in Sulgen war ungefähr gleich hoch. Beide Gemeinden führten zudem Informationsveranstaltungen durch. An Gemeindeversammlungen 2019 genehmigten die Stimmberechtigten die neuen Zonenpläne und Baureglemente.

Generell wird mit der neuen Planung eine Entwicklung nach innen im kompakten Siedlungsraum gefördert. Dieser umfasst die Orte Sulgen, Kradolf und Schönenberg. Dort sind zusätzliche Flächen der Wohn- und Mischzone zugeordnet worden. Zudem können gewerblich genutzte Gebäude, die sich an zentralen Lagen befinden, nach Ende der Nutzungsdauer durch Wohnbauten ersetzt werden. In der Umgebung der beiden Bahnhöfe in Sulgen und Kradolf, wo bereits hohe Gebäude stehen, wird mittels Gestaltungsplan höheres Bauen ermöglicht. Gewerbe- und Industrieflächen hingegen konzentrieren sich neu mehrheitlich in der Nähe der grösseren Verkehrsachsen in Sulgen. Die Aussendörfer sind der Kulturlandschaft zugeteilt, wo dadurch künftig nur noch ein moderates Wachstum möglich sein wird.