Gemeinsam himmelwärts diskutieren im Kurs in Weinfelden

Die Katholische und Evangelische Landeskirche nützen ihre Jubiläen für spezielle Angebote. Im Zentrum Franziskus diskutieren die Kursteilnehmer während zweier Monate über spannende Fragen des Glaubens.

Mario Testa
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Bruno Strassmann, Leiter Kirchliche Erwachsenenbildung der Katholischen Landeskirche Thurgau.

Bruno Strassmann, Leiter Kirchliche Erwachsenenbildung der Katholischen Landeskirche Thurgau.

(Bild: Mario Testa)

Die beiden Thurgauer Landeskirchen feiern dieses Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Sie bieten dazu diverse Veranstaltungen und Angebote an. Zur breiten Palette gehört auch «Himmelwärts – ein Ökumenischer Glaubenskurs». Während acht Abenden im Februar und März lädt der Kurs Interessierte dazu ein, sich in Weinfelden mit den wichtigsten Fragen zum Thema Glauben auseinanderzusetzen.

Einer der Kursleiter ist Bruno Strassmann von der Katholischen Landeskirche Thurgau. Er verantwortet die Erwachsenenkurse. «Den Kurs <Himmelwärts> haben wir speziell für die Jubiläen der Landeskirchen konzipiert mit einer ökumenischen Ausrichtung», sagt Strassmann. «Wir arbeiten in verschiedenen Bereichen schon länger zusammen mit der Evangelischen Landeskirche. Gegen die Hälfte unserer Kurse sind bereits ökumenisch.»

Kirchen spannen für Kurse zusammen

So gibt es beispielsweise Behördenbildungsangebote, Ehevorbereitungen oder regelmässige Stammtische, die gemeinsam durchgeführt werden im Thurgau. «So können wir besser mobilisieren, unsere Kurse besser füllen und eine gute Qualität anbieten. Wir sind uns auch bewusst, dass wir uns Grabenkämpfe nicht mehr leisten können», sagt Bruno Strassmann.

«Was unsere beiden Kirchen trennt, sind ohnehin meist Themen, die im Alltag nicht mehr so ins Gewicht fallen.»

sagt Strassmann. «Die Theologie, die wir pflegen, ist über weiter Teile dieselbe. Gerade im Thurgau gibt es ja auch viele Interkonfessionelle Familien.»

Wissenschaftliche Erkenntnisse fliessen ein

Mit ökumenischen Kursen zu aktuellen Themen wollen die Landeskirchen auch an ihrem Image arbeiten. «Wir stellen schon eine gewisse Skepsis respektive Distanz gegenüber den Amtskirchen fest, während Freikirchen Zulauf haben», sagt Bruno Strassmann. «Wir wollen uns von denen in einem gesunden Mass absetzen.»

Man wolle den Weg, weg vom Fundamentalistischen mit wörtlicher Interpretation der Bibeltexte hin zur modernen Kirche gehen, die auch Erkenntnisse aus den Naturwissenschaften oder der Psychologie aufnimmt.

«Der Glaube hat sich im alltäglichen Leben zu bewähren, damit er hilfreich ist und eine Ausstrahlung hat.»

Ökumenischer Glaubenskurs

Himmelwärts im Thurgau

Der Kurs «Himmelwärts» beginnt am 4. Februar. An acht Dienstagabenden werden im Zentrum Franziskus in Weinfelden während jeweils gut zwei Stunden diverse Fragen thematisiert und diskutiert. Drei Beispiele:
● Existiert Gott? – Hat Gott ein Ablaufdatum?
● Vielfalt der Religionen - Unruhestifter Religion?
● Kirchen wozu? - Zu spät, der Zug ist abgefahren!
«Es dürfen auch kritische Personen teilnehmen und es darf kontrovers diskutiert werden», sagt Bruno Strassmann. Die Teilnahme am achtteiligen Kurs kostet 80 Franken.

Anmeldung unter keb@kath-tg.ch oder Tel. 071 626 11 51

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