Gemeindeversammlung
Diesmal schafft es Ermatingen im ersten Anlauf: Das Budget 2022 mit «roter Null» ging einstimmig durch

Das laufende Jahr musste die Gemeinde Ermatingen noch mit einem Notbudget in Angriff nehmen. 2022 bleibt ihr dieses Szenario erspart.

Margrith Pfister-Kübler
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Gemeinderat Benjamin Kasper präsentierte zum letzten Mal das Budget.

Gemeinderat Benjamin Kasper präsentierte zum letzten Mal das Budget.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

Im «Multimedia-Palast Ermatingen» begrüsste Gemeindepräsident Urs Tobler am Mittwoch 71 Stimmbürger zur Gemeindeversammlung. Sie wurde in zwei Hallen und mittels Videoübertragung durchgeführt. Der abtretende Gemeinderat Benjamin Kasper stellte Budget und Finanzplan vor. «Wir haben gestrichen und verschoben», sagte er. Der Voranschlag für 2022 erwartet ein Minus von knapp 110'000 Franken. Das Defizit «im Rahmen einer roten Null» sei vertretbar, sagte Kasper.

Bei den Steuereinnahmen rechnet man – vorsichtig – mit einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Dies, obwohl die aktuellen Prognosen eine positive Entwicklung zeigen und die Corona-Auswirkungen weniger dramatisch seien als befürchtet. Für Nettoinvestitionen sind 1,8 Millionen Franken angezeigt. Die drei grössten Projekte sind die Sanierung Hornstrasse, die Sanierung Bahnhofstrasse West und die Landumlegung Pöschen 2.

Der Steuerfuss wird gehalten

«Die Steuerprognose 2021 ist sehr erfreulich. Unter anderem dank Einmaleffekten wird der Abschluss über Budget liegen», sagte Kasper. Dank positiver Steuerprognose, tiefer Sozialkosten und Priorisierungen sei ein ausgeglichenes Ergebnis möglich. «Es gibt keine Garantie, dass die aktuell komfortable Ausgangslage immer so bleibt», betonte Kasper, denn ein Wegzug von sehr guten Steuerzahlern oder die Zunahme von Sozialhilfefällen könne die Situation spürbar verschlechtern. Optimierungsmassnahmen zeigte der Gemeinderat mit dem Finanzplan auf, dazu zählen unter anderem verursachergerechte Verrechnung von Leistungen und eine Zehnjahresplanung für Investitionen. Einstimmig und ohne Diskussion wurde das Budget 2022 bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 40 Prozentpunkten genehmigt.

Neue Reglemente

Das neue Beitrags- und Gebührenreglement Bau und Werke wurde ebenfalls einstimmig genehmigt. Bemängelt wurde allerdings, dass die Spielplätze chronisch unterfinanziert seien und es zu wenig Spielplätze gebe. Ein weiterer Votant beklagte, dass in Ermatingen die Leitungen seit 40 Jahren «marode» seien, was die vielen Wasserrohrbrüche zeigten. Gemeindepräsident Urs Tobler versprach, dass hier investiert werde.

Gemeinderat Reto Sturzenegger betonte, dass das neue Feuerschutzreglement in Zusammenarbeit mit Salenstein erarbeitet worden sei. «Wir arbeiten gut zusammen», sagte Sturzenegger. Es wurde nach einigen Korrekturen genehmigt.

Rachel Usznula wurde als neues Mitglied des Wahlbüros gewählt. Gemeindepräsident Urs Tobler gratulierte mit einem Blumenstrauss.

Rachel Usznula wurde als neues Mitglied des Wahlbüros gewählt. Gemeindepräsident Urs Tobler gratulierte mit einem Blumenstrauss.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

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