Gemeinderatswahl
«Weiblicher Touch» für den Ermatinger Gemeinderat: Eine Kandidatin ist gefunden

In zwei Wochen findet der zweite Wahlgang zur Ersatzwahl in die Ermatinger Behörde statt. Die FDP portiert die 35-jährige Janine Lallemand. Ihre Chancen stehen gut, die Männerdomäne im Gemeinderat zu durchbrechen.

Urs Brüschweiler
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Janine Lallemand hat im Sommer in Ermatingen die Immobilienbewirtschaftungsfirma Lotus-Immobilien gegründet.

Janine Lallemand hat im Sommer in Ermatingen die Immobilienbewirtschaftungsfirma Lotus-Immobilien gegründet.

Bild: PD

Ermatingen hat endlich eine Gemeinderätin gefunden. Zumindest eine Kandidatin für die Ersatzwahl vom 28. November. Janine Lallemand bewirbt sich um den noch verbleibenden freien Sitz in der Gemeindebehörde. Portiert wird die 35-jährige Unternehmerin von der FDP, sie ist aber parteilos und werde es auch bleiben.

Es ist bereits der zweite Wahlgang, der in knapp zwei Wochen stattfindet. Beim ersten Wahlgangs am 26. September galt es, die Rücktritte von Hans Schwarz und Benjamin Kasper zu ersetzen. Von den beiden von der SVP portierten Kandidaten schaffte aber nur Patrick Baumann die Wahl, Yagmur Tarhan scheiterte am absoluten Mehr und zog sich in der Folge zurück.

Gründerin eines Immobilienunternehmens

Eine offizielle Namenliste gibt es für den zweiten Wahlgang nicht mehr. Janine Lallemand muss ihre Kandidatur deshalb selber bekannt machen.

«Ich habe mir das tatsächlich schon mehr als einmal überlegt.»

Das sagt sie auf die Frage, warum sie trotz zahlreicher Ersatzwahlen und Gelegenheiten in den vergangenen Jahren genau jetzt in den Ring steigt. Ihre drei noch kleinen Kinder und ihr kürzlich neu gegründetes Unternehmen Lotus-Immobilien hätten sie jeweils noch zuwarten lassen, erklärt die Firmeninhaberin. «Das Tüpfelchen auf dem i war nun mein Mann, der mich in der Familie mehr unterstützen und entlasten kann.»

Dass sie sich für Ermatingen engagieren will, ist für Janine Lallemand hingegen schon lange klar. «Ich sehe das Dorf seit fast 20 Jahren als meine Heimat und fühle mich hier sehr wohl. Da ist es doch schade, wenn man nicht auch etwas zurückgeben kann.»

Ressort Finanzen liegt nahe

Für den siebenköpfigen Ermatinger Gemeinderat scheint Janine Lallemand die passende Ergänzung. Nicht nur, weil so seit langem wieder eine Frau in der Behörde Einsitz nähme und diese so einen «weiblichen Touch» erhielte, wie die Kandidatin mit einem Lächeln sagt. Auch das zu vergebende Ressort Finanzen läge ihr mit ihrem Hintergrund als Immobilienbewirtschafterin nahe. Für eine offene und transparente Kommunikation will sich Janine Lallemand einsetzen, sollte ihr die Wahl gelingen.

«Und es ist mir wichtig, dass wir den Zusammenhalt im Dorf wieder mehr fördern.»

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