Gemeinderat
Rücktrittsdebakel kommt es zu Kampfwahlen um drei Sitze im Märstetter Gemeinderat

Bis zum Ende der offiziellen Frist meldeten sich zwei Personen für die Ersatzwahlen vom 7. März. Doch seit dieser Woche ist klar: Zwei weitere Kandidaten stellen sich zur Wahl. Damit gibt es eine Kampfwahl um drei Sitze, die am Wahlsonntag zu vergeben sind. Ein vierter wird am 13. Juni vergeben.

Sabrina Bächi
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Fritz Hefti, Andrina Loder Greutmann und Martin Boltshauser posieren für den Flyer der Interpartei.

Fritz Hefti, Andrina Loder Greutmann und Martin Boltshauser posieren für den Flyer der Interpartei.

Bild: PD/Werner Lenzin

Das Blatt hat sich gewendet: Nachdem zunächst vier Märstetter Gemeinderäte der Behörde und – wie sie sagten – der Gemeindepräsidentin den Rücken kehrten, kommt es bei den Ersatzwahlen am 7. März zu Kampfwahlen. Denn es sind nur drei Sitze zu besetzen. Der spätere Rücktritt von Diana Manser führte dazu, dass ihr Sitz erst im Juni vergeben wird. Bis zum Ende der offiziellen Frist Mitte Januar meldeten sich für die drei Sitze in der Behörde also nur zwei Personen. Es hätte gereicht, um den Gemeinderat wieder beschlussfähig zu machen, auch ohne Hilfe von aussen. Doch kaum waren diese Neuigkeiten verkündet, meldeten sich weitere Personen.

Über die neusten Entwicklungen informierte die Interpartei die Bevölkerung. Ein Flyer wurde per Post versandt, um die zwei offiziellen und eine dritte Person vorzustellen und zur Wahl vorzuschlagen. Es sind dies Andrina Loder Greutmann, Martin Boltshauser sowie Fritz Hefti, der sich erst nach Ablauf der Frist meldete. Noch kurzfristiger meldete sich Markus Tinner, der deshalb nicht auf dem Flyer der Interpartei vertreten ist.

Hefti kandidiert zum zweiten Mal

Fritz Hefti kandidierte bereits vor zwei Jahren für den Gemeinderat und scheiterte knapp. Der 64-Jährige ist pensioniert und war früher Leiter der Verkehrs- und Seepolizei. «Ich war nicht konsterniert über das Ergebnis vor zwei Jahren. Ich wohnte ja noch nicht so lange in Märstetten und die Einwohner kannten mich noch nicht so gut», sagt Fritz Hefti. Er sei von Märstetterinnen und Märstetter angesprochen worden, ob er sich nicht doch nochmals zur Wahl stellen möge.

Das habe ihn bewogen, auch nach der offiziellen Frist nochmals anzutreten. «Es ist immer noch eine interessante Tätigkeit, die mich reizt», sagt er. Aus seinem früheren Beruf bringe er viel Erfahrung im Umgang mit Behörden und Bevölkerung mit, wenn auch auf eine andere Weise, «so hat es wohl viel Ähnlichkeiten zu meinem Beruf», sagt Hefti. Von den herrschenden Unstimmigkeiten und den vielen Rücktritten lässt er sich nicht beeindrucken.

Fritz Hefti, Gemeinderatskandidat Märstetten

Fritz Hefti, Gemeinderatskandidat Märstetten

Bild: Werner Lenzin
«Ich bin schwierige Situationen gewohnt. Ich möchte nach vorne schauen und mich an die Arbeit machen, damit Märstetten eine wohnenswerte Gemeinde bleibt – mit vielen guten Arbeitsplätzen.»

Auch Andrina Loder Greutmann lässt sich von der Vergangenheit der Märstetter Exekutive nicht abschrecken. «Es ist ja bekannt, dass Unstimmigkeiten herrschten. Aber man kann nicht nur schimpfen, man sollte auch Verantwortung übernehmen und das will ich mit meiner Kandidatur.» Sie habe es sich vor zwei Jahren schon überlegt zu kandidieren.

Sie will dafür sorgen, dass die Regeln eingehalten werden

Damals, sagt sie, waren ihre zwei Kinder aber noch zu klein. Sie bringe als Juristin, die sich mit Compliance auskennt, die Fähigkeiten mit, bestehende Regeln umzusetzen und zu überprüfen. «Ausserdem sind mir eine transparente Kommunikation und klare Strukturen wichtig. Das passt, denk ich, ganz gut zu dem, was der Gemeinderat braucht und will», sagt die 35-Jährige. Weiter arbeitet sie im Familienbetrieb und nennt als weiteren Vorteil, dass sie lange in Märstetten wohnte, nun aber nach Ottoberg gezügelt ist. Sie kennt entsprechend beide Orte, die zur Gemeinde gehören.

Sie hoffe, dass Ruhe einkehrt und die gespaltene Gemeinde mehr zusammenwachsen kann. Sie wisse aber, dass da viel Arbeit auf sie zukomme.

Andrina Loder Greutmann, Gemeinderatskandidatin Märstetten.

Andrina Loder Greutmann, Gemeinderatskandidatin Märstetten.

Bild: Werner Lenzin
«Ich bin bereit aufzuräumen, anzupacken und vor allem konstruktive Sachpolitik zum Wohl der Einwohner zu betreiben.»

Als Märstetter Urgestein bezeichnet sich Martin Boltshauser. Er hat sich als zweiter Kandidat innerhalb der Frist um die Kandidatur beworben. Sein Argument, warum er sich dazu entschieden hat, ist klar: «Weil mir Märstetten am Herzen liegt.» Er sei schon länger unschlüssig gewesen, ob er sich für die Behörde bewerben möchte, nun sehe er es als Chance und würde die neue Herausforderung gerne annehmen.

Er sei teamfähig, könne auf Menschen zugehen und habe als Fahrlehrer auch ein gewisses technischen Verständnis.

Martin Boltshauser, Gemeinderatskandidat Märstetten

Martin Boltshauser, Gemeinderatskandidat Märstetten

Bild: Werner Lenzin
«Ich diskutiere gerne, kann meine Meinung vertreten und dann auch durchsetzen, wenn es angebracht ist.»

Der 53-Jährige wünscht sich, dass wieder Ruhe einkehrt und dass die Behörde an einem Strang ziehen und vorwärts arbeiten kann. Schliesslich gebe es einige Geschäfte, die man angehen sollte.

Alle drei Kandidaten sind parteilos

Ins Auge sticht, dass alle drei Kandidaten parteilos sind. Einzig Hefti könnte sich vorstellen, später mal einer Partei beizutreten. Bei welcher ist er sich nicht schlüssig. Die anderen beiden verneinen, nennen als Schwerpunkte jedoch Umweltfragen.

Loder Greutmann sagt, sie sei unternehmerfreundlich und Boltshauser würde sich als eher bürgerlich bezeichnen. Hefti findet, alle Parteien hätten wichtige Schwerpunkte. Doch die Hauptsache für ihn sei nicht die Parteizugehörigkeit, sondern «dass es Märstetten gut geht».