Gemeinderat Hohentannen will anderen Standort für Mobilfunkantenne

Die Diskussion über die geplante Sunrise-Mobilfunkantenne in Heldswil prägte die Hohentanner Gemeindeversammlung.

Georg Stelzner
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Gemeindepräsident Lukas Hoffmann dankt an der Gemeindeversammlung Peter Mühlenthaler (Hauswart Hirscheschür) und Thomas Stark (Weibel, Wasserwart) für ihren langjährigen Einsatz für die Gemeinde. (Bild: Georg Stelzner)

Gemeindepräsident Lukas Hoffmann dankt an der Gemeindeversammlung Peter Mühlenthaler (Hauswart Hirscheschür) und Thomas Stark (Weibel, Wasserwart) für ihren langjährigen Einsatz für die Gemeinde. (Bild: Georg Stelzner)

«Wenn jemand behauptet, die Strahlen würden nicht schaden, dann erzählt er Mist!» Das sagte an der Versammlung der Politischen Gemeinde Hohentannen am Montagabend nicht ein erboster Stimmbürger, sondern Lukas Hoffmann, der neue Gemeindepräsident.

Hoffmann räumte ein, dass ein guter Handy-Empfang im Interesse der Gemeinde sei, prangerte aber das Vorgehen von der Firma Sunrise an. Er versicherte, dass der Gemeinderat alles in seiner Macht Stehende tun werde, um in der Frage der geplanten Antenne die beste Lösung zu finden. Der momentan ins Auge gefasste Standort ist nach Hoffmanns Ansicht jedenfalls inakzeptabel.

Gemeindepräsident appelliert an Solidarität 

Der Gemeindepräsident warnte aber auch vor übertriebenen Hoffnungen. Die Antenne zu verhindern, sei aufgrund der geltenden Rechtslage illusorisch. Die Gemeinde sei hier nur bedingt handlungsfähig.

«Wir werden aber unsere Möglichkeiten ausloten, um unter Einhaltung der Gesetze das Optimum zu erreichen», erklärte Hoffmann. Es gelte nun, nach alternativen Standorten für die Antenne Ausschau zu halten – am besten gemeinsam mit dem Mobilfunkanbieter.

Lukas Hoffmann: «Der Gemeinderat Hohentannen wird das Thema ‹Mobilfunkantenne› nicht auf die leichte Schulter nehmen. Das verspreche ich.»

Hoffmann forderte die Einwohner des Dorfes Hohentannen auf, das An- liegen der Heldswiler Mitbürger zu unterstützen: «Wenn wir zusammenstehen, erreichen wir mehr. Dann ist vieles möglich!»

Einwohner fordern bessere Information

In der unter dem Traktandum «Mitteilungen» geführten Diskussion äusserten einige Versammlungsteilnehmer verhaltene Kritik am Gemeinderat. Sie verlangten eine umfassendere und frühere Information.

Einige beklagten das Gefühl, vor vollendete Tatsachen gestellt worden zu sein. Lukas Hoffmann gestand ein, dass es bezüglich zeitgemässer Kommunikation einen Nachholbedarf gebe.

Budget mit kleinem Defizit

Die Behandlung der traktandierten Sachgeschäfte vermochte bei weitem nicht die gleichen Emotionen zu wecken. Dafür gab es aber auch keinen Grund.

Die Gemeindeversammlung genehmigt mit grosser Mehrheit die Senkung des Steuerfusses. (Bild: Georg Stelzner)

Die Gemeindeversammlung genehmigt mit grosser Mehrheit die Senkung des Steuerfusses. (Bild: Georg Stelzner) 

Das auf einem Steuerfuss von nur noch 55 Prozent basierende Budget 2020 wurde von den 75 anwesenden Stimmbürgern (16,9 Prozent) einhellig genehmigt. Es sieht einen Verlust von 27'670 Franken und Nettoinvestitionen von 293'000 Franken vor.

Klares Ja zur Steuerfusssenkung

Der vom Gemeinderat beantragten Senkung des Steuerfusses um fünf Prozentpunkte versagten nur drei Bürger ihre Zustimmung. Der Gemeindepräsident zeigte sich zuversichtlich, den Steuerfuss für zwei, drei Jahre auf dem neuen Niveau halten zu können.

Diskussionslos und einstimmig sagte die Gemeindeversammlung Ja zum Budget 2020 des Einwohnerfonds, das mit einem Gewinn von 705 Franken rechnet.

Geheime Abstimmung an der Urne

Die Abstimmung über die Revision des Organisationsreglements des Abwasserverbandes Region Bischofszell wurde geheim an der Urne durchgeführt, da entsprechende Abstimmungen auch noch in Bischofszell, Zihlschlacht-Sitterdorf und Hauptwil-Gottshaus stattfinden werden. Das Gesamtergebnis steht somit erst am Abend des 10. Dezember fest.