Gemeinderat Sulgen bringt alle Anträge durch

Sulgens Stimmbürger heissen an der Gemeindeversammlung das Budget 2021, den Steuerfuss für das nächste Jahr, die geplanten Investitionen und das neue Parkierungsreglement gut.

Hannelore Bruderer
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Andreas Opprecht, Gemeindepräsident von Sulgen, leitet die Gemeindeversammlung.

Andreas Opprecht, Gemeindepräsident von Sulgen, leitet die Gemeindeversammlung.

Bild: Hannelore Bruderer (Sulgen, 23. November 2020)

Mit der Entfernung der Trennwände zum kleinen Auholzsaal stand an der Gemeindeversammlung am Montagabend genügend Platz zur Verfügung für eine weit auseinanderstehende Bestuhlung. Mit Desinfektionsmittel am Eingang und Maskenpflicht wurden die weiteren Coronavorschriften umgesetzt.

Gemeindepräsident Andreas Opprecht betonte bei seiner Begrüssung, dass sich der Gemeinderat Sulgen trotz Mehraufwand für die Durchführung der Versammlung entschieden habe, da die Dialogmöglichkeit an der Versammlung ein hohes Gut der direkten Demokratie verkörpere. 79 Stimmberechtigte (Beteiligung: 3,3 Prozent) und 15 Gäste nahmen an der Gemeindeversammlung teil.

Stimmbürger verlangt präzise Auskunft

Nach den Erläuterungen zum Budget 2021 wollte ein Votant Näheres wissen über die höher veranschlagten Kosten gegenüber dem Vorjahr in den Bereichen Personal- und Sachaufwand.

Beim Personalaufwand führen zusätzliche Stellenprozente für neue Aufgaben sowie Veränderungen in der Altersstruktur der Mitarbeitenden zu höheren Ausgaben, beim Sachaufwand ist es unter anderem die Preiserhöhung beim Energieankauf, die zu Buche schlägt.

Steuerfusserhöhung bleibt ein Thema

Das Budget 2021 mit einem Verlust von 711'900 Franken wurde einstimmig genehmigt. Ebenso einstimmig folgten die Stimmberechtigten den Anträgen zur Investitionsrechnung und zum Steuerfuss. Der Steuerfuss wird auch im nächsten Jahr 50 Prozent betragen.

Grosse Abstände und Maskenpflicht: Zum zweiten Mal in diesem Jahr erfordert die Coronapandemie bei der Durchführung einer Gemeindeversammlung in Sulgen spezielle Schutzmassnahmen.

Grosse Abstände und Maskenpflicht: Zum zweiten Mal in diesem Jahr erfordert die Coronapandemie bei der Durchführung einer Gemeindeversammlung in Sulgen spezielle Schutzmassnahmen.

Bild: Hannelore Bruderer (Sulgen, 23. November 2020)

Mit einem Verweis auf die Aussichten im Finanzplan bis 2024 bleibe eine Erhöhung des Steuerfusses in den kommenden Jahren jedoch aktuell, sagte der Gemeindepräsident. Die Investitionen im Jahr 2021 sind mit 1,265 Millionen Franken veranschlagt.

Parkkarte kostet ab 2021 zehn Franken mehr

Seit zehn Jahren ist das dauerhafte Parkieren auf öffentlichem Grund in der Gemeinde Sulgen gebührenpflichtig. Das entsprechende Reglement wurde in diesem Jahr überarbeitet. Die grösste Änderung besteht in der Erhöhung der Kosten für die Parkkarte von monatlich 30 auf 40 Franken.

Ziel sei es, so Gemeinderat Werner Herrmann, dass die Kosten für das Parkieren auf öffentlichem Grund bei den Kosten für Parkplätze von privaten Anbietern lägen und diese nicht konkurrierten. Die Versammlungsteilnehmer genehmigten das revidierte Reglement mit grosser Mehrheit.

Mitleid mit Jungbürgern

Mit grossem Mehr hiessen die anwesenden Stimmbürger auch die Einbürgerungsgesuche einer vierköpfigen Familie und zweier Einzelpersonen gut.

Nach den Sachgeschäften wandte sich Gemeinderätin Michèle Artho an die Jungbürgerinnen und Jungbürger des Jahrgangs 2002, von denen einige anwesend waren. Artho bedauerte, dass diese jungen Menschen ihre neuen Freiheiten in diesem Jahr der Pandemie nicht so geniessen können wie die Generationen vor ihnen.

Gemeinde ehrt Musiker und Weibelin

In diesem Jahr hatte der Kanton die Musikerfamilie Janett mit dem Thurgauer Kulturpreis geehrt. Zwar ohne Preisgeld, dafür mit Blumen und einem Gutschein ehrte nun auch die Politische Gemeinde Sulgen das Schaffen der Familie. «Eure Musik ist in Sulgen nicht wegzudenken», sagte Gemeinderätin Maja Brühlmann in ihrer Laudatio.

Da Madlaina, Cristina und Niculin andere Verpflichtungen hatten, vertraten die Eltern Sibylle und Curdin Janett die Familie. Ebenfalls mit Blumen und Dankesworten bedacht wurde Rösli Wäfler, die in den Ortschaften Donzhausen und Hessenreuti 25 Jahre lang als Weibelin und Ableserin unterwegs gewesen war.

Mitteilungen und Umfrage

Bei den Mitteilungen ging der Gemeindepräsident ausführlich auf die aktuellen Geschäfte des Gemeinderats ein. So erwähnte er unter anderem das Projekt für familienergänzende Betreuung FAME, die Schliessung der Billettverkaufsstelle in der Post, die erneute Vermietung der ALST an das Sekretariat für Migration, die Inbetriebnahme des EW-Rings und die Landumlegungen im Bereich der Kreuzlingen und Grundstrasse. Kürzer fielen die Mitteilungen zu den nächsten Anlässen durch die Gemeinde aus. Nachdem der Dreikönigsapéro 2021 abgesagt ist, steht der nächste Termin erst am 1. Juni mit der Rechnungsgemeinde an.

Am ersten Septemberwochenende ist ein Dorffest geplant.
Bei den Umfragen ärgerte sich ein Votant darüber, dass sich bei den Parkplätzen im Auholz oft junge Autofahrer treffen würden, Lärm verursachten und Abfall liegen liessen. Auch die Polizei zeige wenig Bereitschaft diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Der Gemeindepräsident bestätigte: «Dies ist ein Ärgernis für die Anwohner und beschert auch den Werkhofmitarbeitenden zusätzlichen Aufwand. Wir hoffen, dass diese Treffen durch die ständige Anwesenheit von Sicherheitsleuten bei der Wiederinbetriebnahme der ALST weniger werden.» (hab)