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Gemeindepräsidium Uttwil: Stadtrat gegen Unternehmer

Am 25. November stellen sich mit Urs Oberholzer und Richard Stäheli zwei grundverschiedene Personen als Gemeindepräsident zur Wahl. Nicht nur parteipolitisch trennen die beiden Männer Welten.
Markus Schoch
Im Gemeindehaus von Uttwil wird das Büro des Gemeindepräsidenten frei. (Bild: Donato Caspari)

Im Gemeindehaus von Uttwil wird das Büro des Gemeindepräsidenten frei. (Bild: Donato Caspari)

Viele Gemeinsamkeiten haben sie nicht. Sie sind beide männlich, sie sind beide nicht mehr ganz jung und sie wollen beide Nachfolger von Stephan Good werden, der nach einer Amtszeit bereits genug hat. Abgesehen davon könnten Urs Oberholzer und Richard Stäheli unterschiedlicher nicht sein. Diesen Eindruck jedenfalls erhielten die 155 Besucher einer Podiumsdiskussion mit den zwei Kandidaten am letzten Donnerstag in der Mehrzweckhalle unter der Leitung von Christoph Sutter.

Der 58-jährige Oberholzer ist ein Grüner, der 65-Jährige Stäheli steht der SVP nahe. Der Romanshorner ist Lehrer und arbeitet heute als Schulleiter in Egnach, der Uttwiler ist gelernter Banker und führt nach diversen Engagements auf der Chefetage von Banken als Alleinaktionär die Firma Vibro Consulting, die in den Bereichen Vermögen, Vorsorge und Sicherheit tätig ist.

Animal politique gegen Quereinsteiger

Urs Oberholzer. (Bild: Reto Martin)

Urs Oberholzer. (Bild: Reto Martin)

Oberholzer ist ein Animal politique: Er präsidierte lange Jahre die Kantonalpartei der Grünen und sitzt seit sieben Jahren im Stadtrat von Romanshorn. Jetzt will er sein Hobby zum Beruf machen, wie er sagte. Stäheli ist ein Quereinsteiger, auch wenn ihm Behördenarbeit alles andere als fremd ist. Er übernahm mehr als 20 Jahre lang Verantwortung in der Schulpolitik und stand sowohl der Primarschule Uttwil als auch der Sekundarschule Dowzil-Kesswil-Uttwil vor. Daneben engagierte er sich in diversen Vereinen und Organisationen. Für seine Verdienste beim Eishockeyclub Pikes erhielt Stäheli die Ehrenpräsidentschaft.

Auch vom Charakter her sind die beiden Bewerber aus ganz anderem Holz geschnitzt. Während Stäheli nach eigenen Angaben impulsiv ist und direkt («ich explodiere manchmal») gerät Oberholzer zwar nicht so leicht aus der Fassung, kann aber andere durch eine gewisse Sturheit aus dem emotionalen Gleichgewicht bringen, wie er einräumte. Stäheli nannte Oberholzer einen Perfektionisten und Staatsideologen.

Raumplanung gegen Visionen

Richard Stäheli. (Bild: Reto Martin)

Richard Stäheli. (Bild: Reto Martin)

Eine weitere Differenz: Oberholzer legt viel Wert auf die (Raum-) Planung. Denn sie erlaube es der Behörde, die Entwicklung des Dorfes zu steuern, auch was beispielsweise den Zuzug von jungen Familien anbelange. Ebenfalls hilfreich fände er, wenn sich der Gemeinderat künftig Legislaturziele geben würde.

Stäheli hält den Richtplan zwar «für gut und recht». Dessen Bedeutung als Steuerungsinstrument dürfe aber nicht überbewertet werden. Die Welt drehe sich so schnell, dass vieles in fünf Jahren schon wieder Makulatur sei, was heute wünschenswert erscheine. Zudem sei auch nicht so, dass in der Vergangenheit alles falsch gemacht worden sei und jetzt das Steuer herumgerissen werden müsse. Im Gegenteil: Die Verantwortlichen in Uttwil hätten in den letzten Jahrzehnten vieles richtig gemacht. Er habe selber auch Visionen für das Dorf, das ihm seit Kindsbeinen am Herzen liege, sagte Stäheli. Näheres dazu gerade in Bezug auf die Mehrzweckhalle wollte er aber nicht sagen. «Ich werde mich hüten.»

Mehrzweckhalle muss multifunktional sein

Oberholzer gab sich redseliger. Er sei überzeugt, dass sich die Uttwiler einem überarbeiteten Mehrzweckhallen-Projekt gegenüber aufgeschlossen zeigen würden, «wenn es stimmt». Eine zentrale Voraussetzung sei die Multifunktionalität der Gebäulichkeit. Es brauche nochmals eine saubere Bedarfsanalyse. Wichtig sei auch, dass die Schule eng in die Diskussionen einbezogen werde, was jetzt der Fall sei.

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