HAUPTWIL-GOTTSHAUS
In der Oberthurgauer Gemeinde sind fünf «Paradiesinseln» geplant

Hauptwil-Gottshaus soll noch attraktiver werden. Geplant ist die Aufwertung von Orten, die von den Einwohnern in der Freizeit gerne aufgesucht werden. Um das Projekt realisieren zu können, beantragt der Gemeinderat einen Kredit in Höhe von 85'000 Franken.

Georg Stelzner
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Matthias Gehring, Gemeindepräsident von Hauptwil-Gottshaus.

Matthias Gehring, Gemeindepräsident von Hauptwil-Gottshaus.

Bild: Reto Martin (Hauptwil, 31. Januar 2018)

Was bitte – Paradiesinseln? Wer diese Frage stellt, kennt das Selbstverständnis der Gemeinde Hauptwil-Gottshaus nicht. Seit Jahren nimmt sie für sich in Anspruch, ein «Paradies im Grünen» zu sein. Was liegt also näher, als in dieses bemerkenswerte Attribut zu investieren?

Konkret sind es exakt 126'009 Franken, die nötig wären, um sogenannte Paradiesinseln zu realisieren. Das Projekt hat die infrastrukturelle Aufwertung von fünf Orten (Grillstellen und Picknickplätze) zum Ziel, welche von der Bevölkerung in der Freizeit gern aufgesucht werden.

Es handelt sich um das Büelhölzli («Paradies der Gemeinschaft»), den Platz Waldheim («Paradies des Genusses»), den Rütiweiher («Paradies der Begegnung»), den Horber Weiher («Paradies der Waldtiere») und St.Pelagiberg («Paradies des Ausblicks»).

Finanzierung durch Gemeinde und Sponsoren

Bezüglich Finanzierung ist folgende Mittelbeschaffung geplant: 85'000 Franken müsste die politische Gemeinde beisteuern, der Restbetrag von 41'000 Franken soll von privaten Sponsoren kommen.

Der Gemeinderat wird an der nächsten Gemeindeversammlung einen entsprechenden Kreditantrag stellen. «Ich bin zuversichtlich, dass es klappen wird», sagt Gemeindepräsident Matthias Gehring.

Die Gemeinde Hauptwil-Gottshaus versteht sich als «Paradies im Grünen».

Die Gemeinde Hauptwil-Gottshaus versteht sich als «Paradies im Grünen».

Bild: Luciano Pau (Hauptwil, 16. Juni 2020)

Mit der Realisierung der fünf Paradiesinseln verfolgt der Gemeinderat das Ziel, die Attraktivität und Identität von Hauptwil-Gottshaus als zusammengehörende Gemeinde zu stärken. Dabei sollten regionale Ressourcen und Möglichkeiten zur gemeinsamen Wertschaffung eingesetzt werden, heisst es in der Botschaft. Und weiter: «Die Paradiesinseln sollen zu einem Ort der Gemeinschaft werden.»

Kredit für Strassensanierung

Ein weiteres Kreditbegehren, das der Gemeinderat den Stimmbürgern an der Gemeindeversammlung zur Beschlussfassung vorlegen wird, betrifft die Sanierung folgender Strassenabschnitte: Kreuzung Zorn, Freihirtenstrasse von der Kreuzung Zorn bis Lauften und Kreuzung Zorn bis Heuscheune Hinnen.

Für dieses Bauvorhaben beantragt der Gemeinderat einen Kredit von 299'000 Franken. Matthias Gehring betont die Dringlichkeit dieses Sanierungsprojekts und verweist auf das kommunale Strassenunterhaltskonzept der Gemeinde.

Gemeindeversammlung der Politischen Gemeinde Hauptwil-Gottshaus: Dienstag, 8. Dezember, 20 Uhr; Mehrzweckhalle in Hauptwil.

Budget 2021 rechnet mit einem Verlust

Unter der Voraussetzung eines unveränderten Steuerfusses von 55 Prozent weist das Budget 2021 der Politischen Gemeinde Hauptwil-Gottshaus einen Aufwandüberschuss von 452'065 Franken aus. Nettoinvestitionen sind in einem Umfang von 673'900 Franken vorgesehen. Gemeindepräsident Matthias Gehring redet nichts schön: «Ein so hohes Minus ist bei uns schon lange nicht mehr budgetiert worden. In Anbetracht eines Eigenkapitals von rund 7,4 Millionen Franken ist dieses Defizit jedoch vertretbar.» Eine Erhöhung des Steuerfusses sei im Gemeinderat kein Thema gewesen, eine Senkung wiederum wäre in der heutigen Zeit das falsche Signal, erklärt der Gemeindepräsident. Gehring ist überzeugt, dass trotz schwieriger Umstände ein «vernünftiges Budget» zu Stande gekommen sei. Man habe zwischen wünschenswerten und notwendigen Dingen unterschieden. Auf wichtige Investitionen habe man bewusst nicht verzichtet. Erwähnenswert ist, dass trotz der aktuellen Covid-19-Situation bei den allgemeinen Gemeindesteuern mit einem Mehrertrag von 2,3 Prozent gegenüber dem Budget 2020 gerechnet wird. (st)