Gemeinde Hauptwil-Gottshaus schreibt 2019 schwarze Zahlen und ruht auf einem dicken Eigenkapitalpolster

Höhere Steuereinnahmen und tiefere Sozialausgaben haben dazu beigetragen, dass aus dem budgetierten Verlust ein Gewinn von über 300'000 Franken geworden ist.

Georg Stelzner
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Blick vom Damm auf den Hauptwiler Weiher.

Blick vom Damm auf den Hauptwiler Weiher.

Bild: Georg Stelzner

«Erstmals in der Geschichte der Gemeinde Hauptwil-Gottshaus muss eine Gemeindeversammlung abgesagt und durch eine Urnenabstimmung ersetzt werden», stellt Gemeindepräsident Matthias Gehring fest.

Damit ist aber auch bereits Schluss mit schlechten Nachrichten, denn die Rechnung 2019, über welche die Stimmbürger in wenigen Tagen befinden werden, könnte kaum besser abschliessen.

Besserstellung um über 700'000 Franken

Anstelle des budgetierten Verlusts von 399'350 Franken resultiert in der Jahresrechnung ein Ertragsüberschuss in Höhe von 335'523 Franken. Anders formuliert: Der Abschluss fällt um rund 735'000 Franken besser ab.

Auch das konsolidierte Ergebnis, das heisst jenes unter Berücksichtigung der diversen Sonderrechnungen, fällt mit einem Plus von 384'782 Franken wesentlich besser aus als budgetiert. Der entsprechende Wert des Jahres 2018 ist damit allerdings um knapp 40'000 Franken verfehlt worden.

Mehrere Gründe für Gewinn

Als hauptsächliche Gründe für den positiven Abschluss nennt der Gemeindepräsident den höheren Steuerertrag und den grösseren Finanzausgleichsbeitrag des Kantons. Positiv ausgewirkt hätten sich aber auch die tiefer als erwartet ausgefallen Kosten im Sozialbereich.

Die Investitionsausgaben belaufen sich auf 1,2 Millionen Franken, womit das Budget um 600'000 Franken unterschritten wird. Die Differenz begründet Gehring so: «Einige Projekte konnten günstiger als gedacht abgeschlossen werden, andere wiederum verzögerten sich.»

Eigenkapital: trügerisch hoher Betrag

Den Gewinn möchte der Gemeinderat dem Eigenkapital zuweisen, das sich damit auf stattliche 7,4 Millionen Franken erhöhen würde. Auf den ersten Blick ein dickes Polster, doch der Gemeindepräsident gibt zu bedenken, dass die flüssigen Mittel weniger als die Hälfte, nämlich nur gut 2,9 Millionen Franken, betragen.

Dass das Eigenkapital der Gemeinde Hauptwil-Gottshaus mit einer so hohen Summe ausgewiesen wird, sei eine Folge der Umstellung auf HRM2, erklärt Gehring. Das harmonisierte Rechnungslegungsmodell 2 bewerte den Hauptwiler Weiher und die Liegenschaften neu, sprich anders. So sei allein der Weiher jetzt etwas mehr als eine Million Franken wert.