Gemeinde Erlen bringt ein Elektro-Fahrzeug zum Einsatz

Seit etwas mehr als einem halben Jahr steht beim Erler Gemeindehaus ein Mobility-Auto, getreu dem Motto "Teilen statt besitzen". Der Gemeinderat hat sich bewusst für ein E-Mobil entschieden.

Hannelore Bruderer
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Roman Brülisauer, Gemeindepräsident von Erlen, versorgt das Mobility-Fahrzeug vor den Gemeindehaus mit Strom. (Bild: Hannelore Bruderer)

Roman Brülisauer, Gemeindepräsident von Erlen, versorgt das Mobility-Fahrzeug vor den Gemeindehaus mit Strom. (Bild: Hannelore Bruderer)

Der Kilometerzähler des Mobility-Autos beim Erler Gemeindehaus zeigt 4300 Kilometer an. «Das ist ein guter Anfang», stellt Gemeindepräsident Roman Brülisauer erfreut fest. Ausser Mobility-Kunden aus der ganzen Schweiz nutzen auch die Angestellten der Gemeindeverwaltung und er selber das Auto für Geschäftsfahrten.

Brülisauer hofft, dass auch einige Einwohner auf den Geschmack kommen. Denn je mehr Personen das Auto nutzen, umso günstiger wird es für Erlen. Das Fahrzeug kostet die Gemeinde 15000 Franken pro Jahr. Sie erhält jedoch von Mobility-Carsharing 75 Prozent der Einnahmen durch die Fahrten rückvergütet. Das heisst, je besser es ausgelastet ist, desto höher ist der Refinanzierungsgrad.

Technologie soll bekannter werden

Um die Wartung und Reinigung des Fahrzeugs muss sich die Gemeinde nicht kümmern; das übernimmt Mobility-Carsharing. Die Gemeinde stellt lediglich den Parkplatz zur Verfügung. Obwohl das Fahrzeug direkt an der Strasse steht, werde es noch zu wenig wahrgenommen, sagt der Gemeindepräsident. «Das Hinweisschild ist relativ klein. Vielleicht müssen wir das noch ändern.»

Der Gemeinderat hat sich bewusst für ein Elektrofahrzeug entschieden – aus ökologischen Gründen, aber auch, um diese Technologie bekannter zu machen. Carsharing lohnt sich für Personen, die ein Auto nur ge- legentlich nutzen oder längere Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen, vor Ort dann aber flexibel sein möchten. Die Kosten setzen sich aus einem Zeit- und einem Kilometertarif zusammen, in dem Treibstoff, Service und Versicherungen eingeschlossen sind.

1500 Standorte in der ganzen Schweiz

Die Nutzung ist einfach: Man meldet sich bei Mobility-Carsharing an, erhält mit einer Mobility-Card oder dem SwissPass einen Zugang zum Auto und reserviert dieses per Internet, App oder Telefon. In der Schweiz gibt es mittlerweile 2930 Mobility-Fahrzeuge. Sie sind auf 1500 Standorte verteilt, die nahe an Haltestellen des öffentlichen Verkehrs liegen. Das neue Angebot in der Gemeinde Erlen sei ein Gewinn für alle, sagt Gemeindepräsident Roman Brülisauer. «Für den Nutzer, den Betreiber und die Umwelt.»