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Gelbe Karte für den neuen Tägerwiler Fussballplatz

Am Mittwochabend lud die Gemeinde zu einer Informationsveranstaltung zum Kunstrasenprojekt. Viele Anwesende bekundeten Mühe mit der 2-Millionen-Investition zu Gunsten des Fussballclubs
Viviane Vogel
Mirko Spada erklärt das Projekt in der Tägerwiler Bürgerhalle. (Bild: Viviane Vogel)

Mirko Spada erklärt das Projekt in der Tägerwiler Bürgerhalle. (Bild: Viviane Vogel)

«Wir haben ein riesiges Problem», sagt Mirko Spada, Projektverantwortlicher für das Kunstrasenprojekt des FC Tägerwilens. «Wir können nur noch während fünf Monaten im Jahr auf unserem Rasen trainieren.» Das raube dem FC Tägerwilen Attraktivität und somit auch Mitglieder. Fremden Rasenplatz zu mieten sei teuer und auf Dauer auch keine Lösung. Deshalb hoffen die Fussballer, den Verein mit einem Kunstrasenplatz wieder auf Vordermann zu bringen. Es geht um den Gesamtkredit von rund 2,6 Millionen Franken, über den die Tägerwiler an der Gemeindeversammlung im Dezember abstimmen sollen. Der Vortrag des Vertreters des Fussballclubs dreht sich vor allem um die Jugendarbeit und um die schlechte Situation, in der sich der Verein ohne einen Kunstrasenplatz befindet. Der Gemeinderat zeigt seinerseits auf, wieso man sich für einen Kunst- anstelle eines Naturrasens entschieden hat. Doch den Anwesenden scheint die Orientierung zu einseitig: «Ich habe eine neutrale Informationsversammlung erwartet, bin nun aber in einer einzigen Werbeveranstaltung gelandet», lautete eine Wortmeldung, für die es lauten Applaus gab.

Viel Geld für eine Gruppierung

«Wenn diese Investition tatsächlich vorgenommen wird, dann ist sie die grösste in unserer Gemeinde seit 20 Jahren, die zu Gunsten nur einer Gruppierung vorgenommen wurde», bemerkt Jörg Sinniger, ehemaliger Gemeinderat. «Ich frage mich, ob die Projektleiter hier nicht ein Eigentor schiessen.» Sinniger meint, man könne einen Kredit auch überladen. Er rät dem Fussballclub, auf gewisse Elemente zu verzichten. «Oder aber über verschiedene Teile des Begehrens abzustimmen, anstatt über ein teures Gesamtpaket. Meines Erachtens bestünden dann mehr Chancen für ein Ja an der Gemeindeversammlung.» Die Besucher klatschen wiederum laut.

Angst vor Schürf-Wunden

Samariterin Elfie Ehrat hat bereits Auswirkungen eines Kunstrasens gesehen: «Verletzungen, die man sich auf Plastik zuzieht, sind nicht zu unterschätzen. Da sind Naturrasen-Schürfungen Peanuts dagegen.» Ein junger Mann fragt: «Der Platz, auf dem der Kunstrasen gelegt werden soll, gehört der Gemeinde. Bezahlt der FC Tägerwilen etwas dafür, dass er vorrangig behandelt wird?» Eine Frage, deren Beantwortung gescheut wird. Allgemein vermögen die beiden Power-Point Präsentationen die im Raum stehenden Zweifel nicht zu beseitigen.

Die Frage nach der Urnenabstimmung

Die Initianten der «Tägerwiler Stimme» sind nicht anwesend oder melden sich zumindest nicht zu Wort. Sie haben eine Petition lanciert, welche alle Abstimmungen von der Gemeindeversammlung an die Urne verlagern will. Auf ihrer Internetseite und in der «Tägerwiler Post» präsentierten sie sich bereits als Gegner des Kredits.

Ihr Anliegen kommt dennoch zur Sprache, durch eine Frage aus dem Publikum: «Wäre es nicht demokratischer, wenn wir mit diesem Kreditbegehren warten, bis die revidierte Gemeindeordnung in Kraft tritt?» Dann müsste ein Kreditbegehren von über 2 Millionen Franken voraussichtlich an die Urne gebracht werden. Gemeindepräsident Markus Thalmann antwortet: «Wir werden diesen Gedanken in den Gemeinderat mitnehmen.» Ob dieser Vorschlag berücksichtigt wird, oder nicht: Tägerwilen erwartet eine spannende Gemeindeversammlung.

Die präsentierten Dokumente können auf der Homepage der Gemeinde www.taegerwilen.ch eingesehen werden.

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