Gegen die Abwanderung von Familien: Kreuzlingen unterstützt den Bau von preiswertem Wohnraum

Die Stadt möchte der Wohnbaugenossenschaft ein Grundstück zur Verfügung stellen. Und ein zinsloses Darlehen über 100'000 Franken.

Urs Brüschweiler
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So soll das Mehrfamilienhaus aussehen.

So soll das Mehrfamilienhaus aussehen.

Bild: PD

Es geht voran mit dem Projekt der Wohnbaugenossenschaft WeBeGe. Zumindest wenn der Kreuzlinger Gemeinderat am kommenden Donnerstag den Baurechtsvertrag genehmigt. Die Stadt will ihr Grundstück an der Ecke Seetalstrasse und Rieslingstrasse der Genossenschaft zur Verfügung stellen und so bezahlbaren Wohnraum etwa für junge Familien in der Stadt fördern.

«Mit einer gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft kann ein Gegentrend erreicht werden zu den Landpreisen, die sich markant erhöht haben», heisst es in der Botschaft.

Zwölf Wohnungen für Jung und Alt

Geplant ist das Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage, das zwölf Wohnungen in verschiedenen Grössen umfassen wird, bereits. Entwickelt wurde das Projekt vom Kreuzlinger Büro Air Architekten. Familien und Alleinstehende sollen darin geeigneten Wohnraum finden. In einem Vorentscheid hat die städtische Baukommissionen das Projekt bereits bewilligt.

Was noch fehlt, ist die Finanzierung. 4,6 Millionen Franken soll der Bau insgesamt kosten, hat ein Generalunternehmer errechnet. Für den Bankkredit müsste die ­WeBeGe 1,2 Millionen Franken Eigenmittel einbringen. Über Stiftungen und Fonds sind markante Beträge in Aussicht gestellt, aber es fehlen noch mehr Zeichner von Genossenschaftsanteilen und private Darlehensgeber. Die Wohnbaugenossenschaft werde allerdings die Suche nach Geldgebern erst so richtig lancieren, wenn der Baurechtsvertrag mit der Stadt unter Dach und Fach ist, erklärt Stadtpräsident Thomas Niederberger.

Die Stadt zeigt sich bei ihrer Unterstützung für das Projekt nicht knausrig. Einerseits wird der Baurechtszins auf 1000 Franken pro Jahr festgelegt. Nach herkömmlicher Berechnungsmethode wären eigentlich fast 21000 Franken jährlich fällig. Andererseits soll der WeBeGe ein zinsloses und auf 30 Jahre befristetes Darlehen von 100'000 Franken gewährt werden.

Ein Gartenpavillon und ein Spielplatz

Zudem soll der an die Parzelle angrenzende und bereits bestehende Spielplatz in das Projekt integriert werden. Auf diesem Grundstück will die Wohnbaugenossenschaft zusätzlich eine Gartenhalle – einen Pavillon – erstellen. So soll das gesamte Quartier in den Genuss eines Begegnungsortes kommen. Spielplatz und Pavillon bleiben für die Öffentlichkeit zugänglich. Dies wird in einem separaten Vertrag festgehalten.