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Die Kreuzlinger Katholiken sind geeint und doch gespalten

Die Versammlung der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishogen dauerte lange. Vier Gegenkandidaten und Gehässigkeiten prägten die Wahlen. Jehle-Anhänger sind in der Behörde nun nicht mehr vertreten.
Nicole D’Orazio
Die neu gewählte Kirchenvorsteherschaft: Roman Surber, Präsident Beat Krähenmann, Elmar Raschle, Pater Jan Walentek, Alfredo Sanfilippo, Josef Rusch, Isabelle Mahler und Kirchenpfleger Simon Tobler. (Bild: Nicole D’Orazio)

Die neu gewählte Kirchenvorsteherschaft: Roman Surber, Präsident Beat Krähenmann, Elmar Raschle, Pater Jan Walentek, Alfredo Sanfilippo, Josef Rusch, Isabelle Mahler und Kirchenpfleger Simon Tobler. (Bild: Nicole D’Orazio)

Was für ein Abend. Alle waren froh, als am Montag die Budgetversammlung der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen gegen 23.30 Uhr beendet war. Wegen des grossen Andrangs begann die Versammlung mit 15 Minuten Verspätung. 220 Kirchbürger kamen in den Stefanssaal, einige mussten sogar stehen. Anwesend waren die meisten wegen der Gesamterneuerungswahlen. Die Kirchenvorsteherschaft stellte sich erneut zur Verfügung. Kurzfristig hatten sich jedoch vier Gegenkandidaten gemeldet: David Blatter, Yvonne Steinbrüchel, Jules Brenneis sowie Elmar Raschle stellten sich zur Wahl.

Raschle wurde von Kirchbürger Dominik Hasler explizit als Gegenkandidat zu Martin Beck vorgeschlagen. «Ich habe das Gefühl, dass die Vorsteherschaft alles andere als eine Einheit ist. Beck fehlt oft und ist Gründungsmitglied des Vereins Puls 2000, der ein Affront gegenüber der Behörde ist», begründete Hasler. Raschle erklärte, dass er die Zusammenarbeit in der Vorsteherschaft verbessern wolle. «Wir müssen Lösungen und Ansätze finden um die Personen, die sich wegen der Ideologie entfernt haben, wieder heranzuführen.» Es müsse doch möglich sein, dass man miteinander den kirchlichen Weg gehen könne und der Graben zwischen den zwei Lagern nicht noch tiefer werde.

Die Kirchgemeinde ist schon länger gespalten

Beck, Brenneis, Blatter und Steinbrüchel sind dem Jehle-Lager zuzuordnen. Der umstrittene Pfarradministrator musste vor einem Jahr Kreuzlingen verlassen. Der Streit zwischen dessen Anhängern und Gegnern prägt die Gemeinde schon länger.

Beck liess die Anschuldigungen nicht auf sich sitzen. «Die Vorsteherschaft soll von verschiedenen Leuten und Meinungen getragen werden. Aber eine Vielheit ist anscheinend nicht erwünscht.» Nicht alle Kirchbürger würden die einschneidenden Veränderungen goutieren, welche seit dem Präsidiumswechsel vorgenommen worden seien. Auch nicht alle wollten den Weg zu einem Pastoralraum beschreiten. «Das alles geht zu Lasten des Friedens.» Er könne sich gut vorstellen, wer hinter der Gegenkandidatur stecke. Deswegen würden noch andere Kandidaten, die mit der Situation nicht zufrieden seien, antreten.

Steinbrüchel bestritt, mit Pater Jan nicht zurecht zukommen

Brenneis stellte sich als Brückenbauer für alle vor. Steinbrüchel berichtete von einer verheerenden Personalführung, die sie als Sekretärin von St. Ulrich erlebt und deswegen gekündigt hatte. «Die Mitarbeiter brauchen wieder Sicherheit, Wertschätzung und eine klare Aufgabenverteilung.» Ein Votant fragte, warum sie in die Vorsteherschaft wolle, da sie doch mit Pater Jan nicht zurecht komme. «Das stimmt nicht. Ich habe das nie gesagt», erwiderte Steinbrüchel.

Blatter wetterte gegen die Vorsteherschaft

David Blatter stellte sich den Kirchbürgern vor. Er kandidierte für einen Sitz in der Vorsteherschaft. (Bild: Nicole D'Orazio)

David Blatter stellte sich den Kirchbürgern vor. Er kandidierte für einen Sitz in der Vorsteherschaft. (Bild: Nicole D'Orazio)

David Blatter holte schliesslich zu einem Rundumschlag aus. Er stritt unter anderem mit Präsident Beat Krähenmann wegen des Vereins Puls 2000. «Dieser ist kein Affront, sondern aus der Not entstanden.» Er führte aus, dass der Kirchenpfleger nicht zur Vorsteherschaft gehören dürfe und somit nicht gewählt werden könne. «Er ist kein stimmberechtigtes Mitglied.» Daher würde er sich eine Stimmrechtsbeschwerde vorbehalten. «Die Pfarreien müssen zudem in ihrer Eigenständigkeit unterstützt werden. Sie wurden unter der neuen Führung sozusagen zwangsverheiratet. Doch der Zusammenhalt bröckelt, die Kirchenaustritte mehren sich und weniger Leute besuchen die Gottesdienste.»

Einem Kirchbürger wurde es schliesslich zu bunt. «Herr Blatter, Sie haben sich schon dreimal irgendwo zur Wahl gestellt. Wir dachten, wir hätten Ruhe und nun stehen Sie wieder hier. Es ist genug.» Der Mann erhielt Applaus.

Beck zog kurzfristig seine Kandidatur zurück

Kurz vor der geheimen Wahl trat Beck nochmals ans Rednerpult und teilte seinen Rückzug mit: «Nach all diesen Voten beende ich mein Engagement.» Gewählt wurden schliesslich die bisherigen Vorsteherschaftsmitglieder plus Elmar Raschle anstelle von Martin Beck. Steinbrüchel erhielt 73 Stimmen (von 216 massgebenden), Brenneis 56 und Blatter 59. Letztere verliessen nach der Verkündung sofort den Saal.

Budget klar genehmigt

Das Budget 2019 spielte an diesem Abend nur eine Nebenrolle. Es rechnet mit einem kleinen Gewinn von 7100 Franken. Der Steuerfuss bleibt bei 16 Prozentpunkten. Beides wurde grossmehrheitlich genehmigt.

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