Gedankenanstoss und Bickfang: In Weinfelden steht ein coronakonformes Bänkli

Die Bewohner des Wohnheims Sonnenburg haben ein Bänkli gezimmert, das Gemeinschaft bei gebotener Distanz bietet. «Es ist eine schöne Arbeit mit einer witzigen Note», sagt Heimleiter Raphael Steiger.

Mario Testa
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«Sonnenburg»-Heimleiter Raphael Steiger nimmt mit dem Erbauer Reinhard Avesani auf dem Coronabänkli Platz.

«Sonnenburg»-Heimleiter Raphael Steiger nimmt mit dem Erbauer Reinhard Avesani auf dem Coronabänkli Platz.

(Bild: Mario Testa)

Im Innenhof des Wohnheims Sonnenburg steht seit kurzem ein Bänkli der besonderen Art: zwei Sitze, verbunden durch die Lehne, dazwischen ein Tischchen. «Das Bänkli soll helfen, trotz Distanz die Gemeinschaft nicht zu vergessen», sagt Heimleiter Raphael Steiger. Die Idee für das coronakonforme Bänkli hatte Christoph Reimann, Bereichsleiter Beschäftigung in der Sonnenburg, und Steiger hat sie gerne aufgenommen.

«Das Bänkli hilft unseren Bewohnern, sich mit dem schwer zu greifenden Thema des unsichtbaren Virus auseinanderzusetzen – in Kombination auch mit den roten Würfeln, die zum Distanzhalten mahnen, und die wir überall in der Sonnenburg verteilt haben», sagt Steiger. «Dazu gab das Bänkli auch etwas zu lachen.»

Eine Woche Arbeit für die Bewohner

Gebaut hat das Bänkli Reinhard Avesani in der Werkstatt der Institution. Er lebt seit über 20 Jahren in der Sonnenburg. «Das Bänkli gab mir und meinem Kollegen viel zu tun. Wir hatten etwa eine Woche. Das Schleifen, Lasieren und Montieren brauchte seine Zeit», sagt er.

Auf dem Bänkli gemütlich machen dürfen es sich nicht nur die Bewohner, auch Passanten.

«Ich sehe aus meinem Büro täglich Leute, die stehen bleiben und sich das Bänkli anschauen. Es ist eine schöne Arbeit mit einer witzigen Note.»

Steiger ist froh, ist die Zeit der gröbsten Einschränkungen im Wohnheim vorbei. «Unsere Bewohner wollen und gehen auch raus. Wir können sie nicht einsperren. Trotz aller Vorsicht muss man ja auch leben.»

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