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Asylbewerber in Kreuzlingen erleben Geborgenheit für ein paar Stunden

Die katholische und evangelische Landeskirche haben gemeinsam eine Weihnachtsfeier für Asylbewerber des Empfangszentrums Kreuzlingen ausgerichtet. Dieses Jahr kamen nur 60 Personen ans Fest.
Isabelle Merk
Die Asylsuchenden geniessen das Essen und die gemeinsame Zeit an der Weihnachtsfeier im evangelischen Kirchgemeindehaus. (Bild: Andrea Stalder)

Die Asylsuchenden geniessen das Essen und die gemeinsame Zeit an der Weihnachtsfeier im evangelischen Kirchgemeindehaus. (Bild: Andrea Stalder)

60 Asylsuchende haben am Samstag ein feines Abendessen in feierlichem Rahmen genossen. Rund 15 freiwillige Helfer – unter andrem aus dem Café Agathu in Kreuzlingen – und die Seelsorger des Empfangs- und Verfahrenzentrums Kreuzlingen (EVZ) machten dies möglich. Der jüngste Gast der Feierlichkeiten im evangelischen Kirchgemeindehaus war gerade zehn Monate alt und stammt aus Syrien. Über die Türkei und Italien kam der kleine Junge mit seinen beiden etwas älteren Geschwistern und seinen Eltern nach Kreuzlingen.

Begrüsst und durch den Abend geleitet wurden die Gäste durch den Lengwiler Pfarrer Timo Garthe. Er, die Seelsorger des EVZ und die Helfer wollten den Anwesenden zeigen, dass es keine illegalen Menschen gibt, unabhängig davon, wie ein Verfahren verläuft. Musikalische Einlagen auf dem Klavier und der Trompete sorgten für eine besondere Atmosphäre.

Weniger Gesuche wegen dichter Grenzen

«Dass die Anzahl der Asylsuchenden hier in Kreuzlingen kleiner wurde, liegt nicht daran, dass weniger Menschen auf der Flucht sind. Es ist vielmehr die Konsequenz der vielen geschlossenen Grenzen», sagt eine freiwillige Helferin, welche den Asylsuchenden ehrenamtlich Deutschunterricht erteilt.

«Die Situation in Griechenland beispielsweise ist prekär. Ich war auf Lesbos in einem Camp; errichtet für maximal 2000 Menschen sind dort 9000 Menschen untergebracht.»

Syrien, Afghanistan, Tibet, Kolumbien, Eritrea, Nigeria – die Herkunftsländer sind so verschieden wie die Wege, auf denen die Menschen in die Schweiz gelangten. Die Reise eines jungen Tibeters begann vor drei Jahren. Er hatte seine Eltern vier Jahre nicht mehr gesehen und vermutete diese in Nepal. Die Eltern mussten als politische Flüchtlinge das Land verlassen. Zu Fuss gelangte der damals 15-Jährige ohne seine älteren Geschwister in einem Monat nach Nepal. Seine Eltern waren bereits weg und so ging die Reise über Indien weiter bis nach Kreuzlingen, knapp drei Jahre war er alleine unterwegs, bevor er seine Eltern in der Schweiz wieder fand.

«Wir sind sehr beeindruckt vom respektvollen Miteinander und der freundlichen Kultur in Kreuzlingen»

Familie Unda aus Kolumbien.

Familie Unda aus Kolumbien.

sagen Diana und Juan Unda. Das Ehepaar ist mit ihrer kleinen Tochter Isabella an die Weihnachtsfeier gekommen und sind froh und dankbar über die schöne Geste der Helfer und Veranstalter. Die dreiköpfige Familie ist aus ihrer Heimat Kolumbien in die Schweiz geflohen.

Schon der kleine Jesus musste fliehen

Über kulturelle und Sprachgrenzen hinaus war an dieser Weihnachtsfeier ein Miteinander möglich. Die Erwachsenen tauschten sich aus und die Kinder spielten unbeschwert. Ihr Alltag und die Unsicherheiten traten für ein paar Stunden in den Hintergrund. «Was wäre Weihnachten ohne den, der schon zur Geburt in keiner Herberge Platz fand und unmittelbar danach von seinen Eltern als Flüchtling ins Ausland geschafft wurde. Die Frage nach dem Platz in einer Herberge gehört zum Weihnachtsfest wie die Krippe im Stall», sagt Pfarrer Timo Garthe.

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