Gastro
«Nicht schon wieder»: 21 Einsprachen gegen den geplanten Food Court am Romanshorner Hafen - Kritiker wollen lieber Angebote für die Jungen

Es hagelte Kritik. Viele Anwohner wollen die Skaterbahn am Bodensee erhalten, an deren Stelle das Gastroangebot der Stadt zu stehen kommen soll. Gerade jetzt, da der Jugendtreff nicht geöffnet hat und besagter Ort ein beliebter Treffpunkt für Kinder und Jugendliche ist.

Tanja von Arx
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Der Food Court in der letzten Saison.

Der Food Court in der letzten Saison.

PD

Nicht schon wieder. Mit diesen Worten beginnt ein Leserbrief über den Food Court in Romanshorn. Eigentlich nicht einmal über den Food Court an sich, sondern über den Standort, den die Stadt dafür vorsieht: Zwei Einwohnerinnen beklagen sich, dass dem Gastroangebot die Skaterbahn am See weichen muss. «Erst vor einiger Zeit wurde kurzerhand der Jugendtreff geschlossen», so die Frauen. Und jetzt würden wieder die Jugendlichen verdrängt.

«Schon fast zynisch ist, dass die Bahn in den Herbst-Winter-Monaten wieder aufgestellt wird.»

Nämlich dann, wenn die wenigsten sie nutzen würden – Skater-Saison ist bekannterweise in den wärmeren Monaten.

Kritik ist unisono und im selben Wortlaut

Es erstaunt denn nicht, dass gegen den Food Court ganze 21 Einsprachen eingegangen sind. Bis auf eine, welche die Konkurrenz der örtlichen Gastronomie zum Thema macht, bemängeln sie praktisch unisono und oft im selben Wortlaut den Abbau der Skaterbahn von Frühling bis Herbst. In der entsprechenden Medienmitteilung heisst es, dass die Stadt nun gemeinsame Lösungen suche.

Roger Martin, Stadtpräsident von Romanshorn.

Roger Martin, Stadtpräsident von Romanshorn.

Donato Caspari

Auf Anfrage sagt Stadtpräsident Roger Martin: «Wir haben letzten Montag mit einem Grossteil der Einsprecher sehr gute und konstruktive Diskussionen per Videochat geführt.» Dabei habe man gemerkt, dass die Skateranlage als generationenübergreifende Begegnungsmöglichkeit sehr geschätzt würde.

«Die entsprechende Argumentation erachten wir als einleuchtend und richtig.»

Allerdings stellt Martin klar: «Die Schliessung des Jugendtreffs war im Sommer 2018.» Nach konzeptionellen Anpassungen laufe die Jugendarbeit seit Januar letzten Jahres wieder. «Lediglich coronabedingt sind momentan keine stationären Angebote möglich.»

Stadt statiert grosse Nachfrage

Die Stadt steht nicht zuletzt hinter dem Vorhaben Food Court, weil dieser in der letzten Saison auf grosse Nachfrage gestossen sei. «Einige bemängelten: ‹Schon wieder Fast Food›, aber grundsätzlich gab es positive Reaktionen», so Martin. Eine einvernehmliche Lösung sei der Stadt wichtig, um nicht das ganze Vorhaben für die kommende Saison zu gefährden.

«Sollten Teile der Einsprachen aufrechterhalten werden, könnte das erforderliche Prozedere die Betriebsaufnahme massiv verzögern.»

Martin gibt zu bedenken, dass es gerade in Corona-Zeiten massgeblich sei Zusagen machen zu können. «Ansonsten könnten die Food-Stand-Betreiber nach Arbon gehen, wo es ein ähnliches Angebot gibt.» Verbindliche Diskussionen mit den entscheidenden Vertragsmerkmalen führen zu können sei wichtig.

Martin:

«Wir haben die Bedeutung der Skateranlage unterschätzt, aber das Signal aufgenommen, um den Prozess zu starten.»

Ziel sei es, für alle eine befriedigende Lösung zu finden.