Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Gabriel Macedo will in Amriswil alles geben

Für den zweiten Wahlgang für das Stadtpräsidium steht nur noch ein Kandidat zur Verfügung. Der junge Politiker Gabriel Macedo sagt im Interview, wie er zur Stadt steht und was ihn am Amt reizt.
Rita Kohn
Gabriel Macedo kandidiert für das Stadtpräsidium von Amriswil. (Bild: Donato Caspari)

Gabriel Macedo kandidiert für das Stadtpräsidium von Amriswil. (Bild: Donato Caspari)

Gabriel Macedo, der erste Wahlgang ist nun schon eine Weile vorbei. Wie geht es Ihnen heute?

Ich habe weiterhin eine riesige Freude am Ergebnis. Ich freue mich auf den 10. Februar und hoffe, dass es mit der Wahl klappt. Ich bin voller Tatendrang und wünschte mir, dass es bald Juni wird und ich hier beginnen kann.

Hat sich Ihr Bild von der Stadt Amriswil durch den Wahlkampf verändert?

Nein, da hat sich nichts verändert. Amriswil ist eine harmonisch geführte Gemeinde. Dieser Eindruck, den ich schon vorher hatte, hat sich bestätigt. Es ist eine Zentrumsgemeinde mit vielen Aufgaben. Ich habe aber mittlerweile auch einen Blick hinter die Kulissen werfen können und erfahren, wie die Zusammenarbeit funktioniert, wo Ängste und Unsicherheiten bestehen.

Was löst der Gedanke an den 10. Februar bei Ihnen aus?

Mein Wunsch, dass es klappt, wird immer stärker. Ich habe gemerkt: Genau das ist es, was ich will. Der Wille, alles zu geben ist in eine Freude über das Ergebnis übergegangen. Das wird bestärkt durch die vielen positiven Rückmeldungen.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als sie gehört haben, dass sowohl Stefan Koster als auch André Schlatter nicht mehr zum zweiten Wahlgang antreten?

Der Verzicht der beiden anderen Kandidaten hat sich nach dem klaren Ergebnis am 25. November abgezeichnet. Natürlich ist es auch eine Bestätigung dafür, dass wir im ersten Wahlgang vieles richtig gemacht haben. Es ist wichtig, nahe bei den Leuten zu sein, auf sie zuzugehen und in Kontakt zu treten. Für mich ist klar, dass wir auf dieser Ebene weiter machen müssen.

Aus verschiedenen Kreisen wurden Ihnen nach dem ersten Wahlgang Vorwürfe gemacht. So etwa, dass sie es mit den Angaben über Ihre Berufserfahrung nicht so genau nehmen würden. Was sagen Sie dazu?

Kritische Töne gab es schon während des Wahlkampfs. Das gehört wohl dazu und ist normal in einem emotional geführten Wahlkampf. Ich reagiere auf solche Vorwürfe nicht. Ich weiss, was ich kann und was mich auszeichnet. Mir war immer bewusst, dass ich Gegenwind zu spüren bekäme. Das bringt mich als Mensch und als Politiker weiter. Ich stehe Kritik generell offen gegenüber.

Kandidat Gabriel Macedo feiert sein überraschend gutes Wahlresultat. Es wird einen zweiten Wahlgang geben. (Bild: Donato Caspari / 25.11.2018)

Kandidat Gabriel Macedo feiert sein überraschend gutes Wahlresultat. Es wird einen zweiten Wahlgang geben. (Bild: Donato Caspari / 25.11.2018)

Einer Ihrer Konkurrenten aus dem ersten Wahlgang, Stefan Koster, kandidiert erneut für den Stadtrat. Sehen Sie Probleme bei einer künftigen Zusammenarbeit?

Solche Situationen sind in unserem politischen System nichts Neues. Wir alle wollen Amriswil vorwärts bringen und werden uns dafür einsetzen. Wir tragen im Stadtrat keine persönlichen Kämpfe aus, es geht hier um die Sache. Ich bin sicher, es werden sich alle der Sache widmen.

Sie galten auch als möglicher Kandidat für das Stadtpräsidium in Rheineck. Nun scheint es, dass Sie die Gemeinde bald verlassen. Wie waren die Reaktionen in ihrer aktuellen Heimat?

Sehr viele Leute gratulierten mir. Bis heute werde ich auf der Strasse auf den ersten Wahlgang angesprochen. Die Menschen wissen, dass ich mich für die Wahl als Stadtpräsident von Amriswil eingesetzt habe und anerkennen das. Gleichzeitig finden sie es schade, dass ich das Rheintal verlassen werde. Für mich ist das die Bestätigung, dass ich meinen Job als Gemeindeschreiber richtig gemacht habe.

Wie schwer war für Sie der Entscheid, ob sie sich zur Wahl als Stadtpräsident in Amriswil stellen sollen?

Als die Anfrage kam, habe ich intensiv darüber nachgedacht. Ich habe einen Bezug zu Amriswil, finde es eine hochattraktive Gemeinde, in der man viel gestalten und weiter entwickeln kann. Mir war klar, dass mich hier eine sehr spannende und abwechslungsreicher Arbeit erwartet.

Wäre für Sie in Frage gekommen, in einer anderen Thurgauer Stadt zu kandidieren?

Nein. Wer auch immer mit einer Anfrage gekommen wäre, ich hätte abwinken müssen. Für mich wäre es kein Thema gewesen, weil mir der Bezug zu den anderen Städten gefehlt hätte.

Sie sind mit 30 Jahren sehr jung für das Amt eines Stadtpräsidenten. Ist Amriswil für Sie ein Sprungbrett für eine weitere politische Karriere?

Ich weiss nicht,wohin mich die Zukunft bringt. Für mich muss ein Stadtpräsident mindestens zwei Amtsperioden zur Verfügung stehen, wenn möglich eine dritte und eine vierte. Ich denke aber auch nicht, dass ein Stadtpräsident 40 Jahre im Amt sein sollte. Vielmehr kommt die Zeit, in der es wichtig ist, eine neue Führung zu haben.

Sie stammen aus einer Gemeinde, die vor wenigen Jahren zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit einen Regierungsrat nach Frauenfeld schicken konnte. Haben Sie auch solche Ambitionen?

Ich könnte mir vorstellen,in ferner Zukunft, wenn die Konstellation stimmen sollte, allenfalls einmal für den Regierungsrat zu kandidieren. Aber diese Frage stellt sich derzeit nicht.

Gabriel Macedo stand als Captain der 1. Mannschaft des FCA

Gabriel Macedo stand als Captain der 1. Mannschaft des FCA

Was hat sie bewogen, der FDP beizutreten?

Während meiner Lehre hatte ich erste Berührungen mit der Parteienlandschaft. Die FDP erschien mir schon damals als weitsichtig, lösungsorientiert und eine Partei, die die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger hoch hält. Ich bin der Meinung, jeder Mensch soll sich so entfalten können, wie er möchte. Das lässt die FDP zu. Das waren die Hauptkriterien, weshalb ich mich für diese Partei entschieden habe.

Von jungen Politikern wird eher ein soziales und grünes Engagement erwartet...

Nur weil man Mitglied der FDP ist, heisst das nicht, dass man nicht sozial ist. Alle Seiten müssen ausgewogen vertreten sein. Ich bin ein Gegner von Extrempositionen. Für mich sind Konsens und Kompromisse wichtig. Ich möchte alle Anliegen kennen und dann die beste Lösung suchen.

Sie haben im Wahlkampf das Thema Sprechstunde für die Bürgerinnen und Bürger angesprochen. Wie ernst ist es Ihnen damit?

Das war ein Wahlversprechen und das will ich auch halten. Ich werde Stadtgespräche einführen, die ausserhalb des Stadthauses stattfinden. Da stehe ich den Bürgerinnen und Bürgern für Fragen und Anliegen zur Verfügung. Viele Gemeinden müssen in Sachen Kommunikation noch Gas geben. Ich möchte, dass die Leute aus erster Hand informiert sind, will mir ihre Wünsche und Anliegen anhören. Natürlich kann man nicht alles umsetzen. Aber man kann den Menschen zeigen, dass man sie ernst nimmt.

Sie sprechen davon, Amriswil weiterzuentwickeln. Gleichzeitig hat der bisherige Stadtpräsident Martin Salvisberg kürzlich gesagt, dass keine weiteren Investitionen mehr möglich sind ...

Stillstand ist ein Rückschritt. Entwicklung muss es immer geben, einen Entwicklungsstopp gibt es nicht. Das heisst aber nicht, dass das mit grossen Investitionen verbunden sein muss. Wichtig ist, dass wir Traditionen und Eigenheiten bewahren und uns trotzdem weiter entwickeln.

Amriswil hat einen hohen Anteil an Migrantinnen und Migranten. Sie selber haben einen Migrationshintergrund. Wieviel bedeutet Ihnen das Thema?

Ich stehe zu ihm, bin auch Stolz sowohl auf meine Schweizer Wurzeln durch die Mutter wie auch auf meine portugiesischen Wurzeln durch den Vater. Im Wahlkampf habe ich stark gespürt, dass viele Doppelbürger ihre Hoffnung in mich setzen. Mir spielt die Herkunft eines Menschen allerdings keine Rolle., nur, wer er ist. Meine Kandidatur hat sicher das Bewusstsein einzelner Migranten gestärkt, dass man auch mit diesem Hintergrund etwas erreichen kann, wenn man sich bemüht.

Kurzportrait

Gabriel Macedo (geboren 26. Mai 1989) ist in Schönenberg an der Thur aufgewachsen. Er absolvierte eine Lehre als Kaufmann EFZ auf der Gemeindeverwaltung Kradolf-Schönenberg, zudem bildete er sich weiter zum Berufsbildner Kanton Thurgau, Diplomierten Verwaltungsfachmann GFS, Rechtsfachmann HF und Patentierten Rechtsagenten. Heute arbeite er als Stadtschreiber in Rheineck. Gabriel Macedo war Captain der 1. Mannschaft des FC Amriswil. (rk)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.