Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Fussballer prügeln Liechtensteiner spitalreif - der Präsident streitet ab

Bei einem 4.-Liga-Spiel schlugen Spieler des Arboner Fussballclubs AS Scintilla drei ihrer Gegner des USV Eschen-Mauren spitalreif. Auslöser der Schlägerei war der Anschlusstreffer der Liechtensteiner in der Schlussphase der Partie. Der Präsident des AS Scintilla sieht die Ereignisse anders.
Der Schiedsrichter brach die 4.-Liga-Partie ab und zeigte zwei Mal die rote Karte. (Symbolbild: Imago)

Der Schiedsrichter brach die 4.-Liga-Partie ab und zeigte zwei Mal die rote Karte. (Symbolbild: Imago)

(stm) Drei Verletzte, zwei rote Karten, Polizeieinsatz, Spielabbruch. So die traurige Bilanz eines 4.-Liga-Spiels zwischen dem Liechtensteiner Fussballclub USV Eschen-Mauren (7.) und der AS Scintilla (8.) aus Arbon vom Freitagabend.

Aber von vorn: Bis zur 82. Minute war die Partie zwischen den beiden Tabellennachbarn ein Fussballspiel wie jedes andere. Die Thurgauer führten mit 2:0 und schienen sich ihrer Sache sicher zu sein. Doch acht Minuten vor Schluss gelang dem Heimteam nach einem Eckball der Anschlusstreffer. Die Liechtensteiner sahen ihre Chance und wollten – wie wohl jedes Team in dieser Situation – so schnell wie möglich weiterspielen. Sie versuchten den Ball aus dem gegnerischen Netz zu fischen. Doch wie das «Vaterland» berichtet, wollte Arbons Goalie Zeit schinden, um den Sieg seiner Mannschaft über die Zeit zu retten. In der Folge kam es zu einer kurzen Rangelei beim Arboner Tor.

Faustschlag ins Gesicht

Was danach geschah, bezeichneten Zuschauer als «kriegsähnliche Zustände» und «massive Gewaltbereitschaft». Ein Arboner verlor die Kontrolle und schlug einem USV-Spieler mit der Faust ins Gesicht. Plötzlich wurde aus der Rangelei eine Schlägerei. Drei Arboner traten auf einen am Boden liegenden Gegenspieler ein, andere gingen auf einen weiteren Liechtensteiner los und traten ihm gegen den Kopf. Auch Zuschauer seien gewalttätig geworden und hätten sich an der tätlichen Auseinandersetzung beteiligt.

«Es war abartig», sagte ein langjähriger Spieler des Liechtensteiner Fussballclubs USV Eschen-Mauren am Tag nach dem Spiel. So etwas habe er in über 20 Jahren nicht erlebt.

Der Schiedsrichter hatte keine andere Wahl als das Spiel abzubrechen. Davor verteilte er noch zwei rote Karten. Die Tumulte auf dem Feld dauerten rund eine Viertelstunde.

Arboner ergriffen die Flucht

Als die Arboner mitbekamen, dass die Polizei bereits gerufen worden war, ergriffen sie die Flucht. Ein Augenzeuge schildert gegenüber der Liechtensteiner Zeitung:

«Sie rannten zu den Autos und wollten fliehen. Glücklicherweise kam die Polizei im genau richtigen Moment und konnte alle abfangen.»

Die Polizei hätte die Fussballer dann bis um Mitternacht befragt. Drei Spieler des USV Eschen-Mauren mussten ins Spital. Einer mit schweren Prellungen im Gesicht. Wegen innerer Blutungen musste einer von ihnen sogar über Nacht im Krankenhaus bleiben.

Ein USV-Funktionär sagte am Sonntag, man werde eine Stellungnahme an den Ostschweizer Fussballverband (OFV) schreiben. Denn der OFV müsse aufgrund der Stellungnahmen sowie des Berichts des Schiedsrichters entscheiden, ob und wie hart das Arboner Team bestraft werde. Damit aber nicht genug: Der Fall liegt nun bei den liechtensteinischen Strafverfolgungsbehörden, zumal es sich um ein Offizialdelikt handelt.

Präsident gibt den Liechtensteinern die Schuld

Die Liechtensteinische Landespolizei sei gegen 21.30 Uhr über die Schlägerei informiert und aufgeboten worden, sagt Mediensprecherin Sibylle Marxer. Über den Zustand des verletzten Spielers könne sie lediglich so viel sagen: «Er hat Glück gehabt und konnte am nächsten Tag nach Hause.» Es sei nicht das erste Mal, dass die AS Scintilla mit solch wüsten Szenen auffällt, wird ein Spieler des FC Rorschacherberg in einem Beitrag von «FM1 Today» zitiert. Bei den Arbonern handle es um einen sehr aggressiven Verein.

Richtig sauer darüber, was über seinen Verein erzählt wird, ist Arafat Ibraimi. Der Präsident der AS Scintilla ist einer der rund 40 Zuschauer, die den Tumult live miterlebt haben. Es stimme nicht, dass einer innere Blutungen erlitten habe. «Am Schluss haben wir bei den Liechtensteiner im Clubhaus ja alle zusammen noch eins getrunken», sagt er. Abgesehen von dem geschwollenen Auge sei es dem besagten Spieler gut gegangen. Dies im Gegensatz zum Goalie der AS Scintilla, der eine Gehirnerschütterung erlitten habe. Den Ausführungen von Ibraimi zufolge lief die Sache komplett anders ab. «Wir haben nicht angefangen», betont er. Vielmehr sei es so gewesen, dass der Goalie seines Vereins plötzlich einen heftigen Schlag kassierte, weil er nach dem Anschlusstreffer ein bisschen Zeit habe schinden wollen. «Daraufhin hat er sich gewehrt.» Innerhalb weniger Sekunden seien dann plötzlich mehrere Spieler in die Schlägerei verwickelt gewesen. Auch er sei aufs Spielfeld gerannt: «Es war schlimm. Ich hatte Angst um meine Jungs.»

So viele Strafpunkte wie kein anderes Team

Auf dem Rasen ist die multikulturelle Mannschaft, von denen die Mehrheit Albaner sind, aber offenbar nicht ganz unzimperlich. Kein anderes Team der 4. Liga sammelte in der ersten Saisonhälfte so viele Strafpunkte wie die Thurgauer. Mit 75 Strafpunkten belegen die Arboner den letzten Platz (80.) der Fairplay-Rangliste. Zum Vergleich: Das fairste Team der Liga, der FC Rebstein 2b, hat 4 Strafpunkte auf dem Konto.

Der AS Scintilla (auf Deutsch «Funken») wurde vor knapp 60 Jahren durch ein paar Saurer-Mitarbeiter gegründet, weil sie Heimweh hatten und Italienisch sprechen wollten. Längst tragen auch Männer mit anderer Herkunft die Farben der AS Scintilla. Neben der AS Scintilla gibt es in der Stadt am Bodensee einen weiteren Fussballclub: den FC Arbon 05. Dieser wurde bereits 1905 gegründet und steht in keiner Verbindung zur AS Scintilla.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.