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Fussball brutal im Ländle: «Ich hatte Angst um meine Jungs» – der Präsident des Arboner Fussballvereins Scintilla erzählt die Prügelgeschichte komplett anders

Spieler der Arboner AS Scintilla sollen einen Gegner spitalreif geprügelt haben. Der Präsident nimmt Stellung – und behauptet das Gegenteil.
Annina Flaig
Dem Arboner Fussballverein wird nachgesagt, dass er immer wieder sehr aggressiv sei: Spieler der AS Scintilla beim Training. (Bild: PD)

Dem Arboner Fussballverein wird nachgesagt, dass er immer wieder sehr aggressiv sei: Spieler der AS Scintilla beim Training. (Bild: PD)

Es passiert innerhalb weniger Sekunden: Plötzlich stehen sämtliche Spieler im Goal des Arboner Fussballclubs AS Scintilla und prügeln sich. Der Tumult beim 4.-Liga-Spiel im Liechtensteiner Sportpark Eschen/Mauren artet derart aus, dass das Spiel zwischen der AS Scintilla und dem Liechtensteiner USV Eschen-Mauren am Freitagabend abgebrochen werden muss.

Augenzeugen berichten von «kriegsähnlichen Zuständen», wie das «Vaterland» schreibt. Dabei kommen die Arboner schlecht weg: Offenbar hat ein Spieler der AS Scintilla nach einem Anschlusstreffer der Liechtensteiner in der 82. Minute komplett die Nerven verloren und zum Faustschlag ins Gesicht eines USV-Spielers angesetzt.

In der Folge entwickelt sich eine brutale Schlägerei mit mehreren Verletzten und traurigem Ende: Ein Spieler des USV muss mit inneren Blutungen ins Spital, heisst es weiter.

Verein gilt als sehr aggressiv

Die Liechtensteinische Landespolizei sei gegen 21.30 Uhr über die Schlägerei informiert und aufgeboten worden, sagt Mediensprecherin Sibylle Marxer. Über den Zustand des verletzten Spielers könne sie lediglich so viel sagen:

«Er hat Glück gehabt und konnte am nächsten Tag nach Hause.»

Es sei nicht das erste Mal, dass die AS Scintilla mit solch wüsten Szenen auffällt, wird ein Spieler des FC Rorschacherberg in einem Beitrag von «FM1 Today» zitiert. Bei den Arbonern handle es um einen sehr aggressiven Verein.

Die Geschichte wirft am Montag derart hohe Wellen, dass Migga Hug, der Präsident des FC Arbon klarstellt, dass der Arboner Fussballclub AS Scintilla komplett eigenständig sei und nichts mit dem FC Arbon zu tun habe. Angesprochen auf den schlechten Ruf des Clubs sagt er aber: «Wir haben oft nebeneinander trainiert und hatten noch nie irgendwelche Probleme.»

Präsident erzählt komplett andere Version

Richtig sauer darüber, was über seinen Verein erzählt wird, ist Arafat Ibraimi. Der Präsident der AS Scintilla ist einer der rund 40 Zuschauer, die den Tumult live miterlebt haben. Es stimme nicht, dass einer innere Blutungen erlitten habe. «Am Schluss haben wir bei den Liechtensteinern im Clubhaus ja alle zusammen noch eins getrunken», sagt er.

Arafat Ibraimi, Präsident AS Scintilla. (Bild: PD)

Arafat Ibraimi, Präsident AS Scintilla. (Bild: PD)

Abgesehen von dem geschwollenen Auge sei es dem besagten Spieler gut gegangen. Dies im Gegensatz zum Goalie des AS Scintilla, der eine Gehirnerschütterung erlitten habe. Den Ausführungen von Ibraimi zufolge lief die Sache komplett anders ab. Er betont:

«Wir haben nicht angefangen.»

Vielmehr sei es so gewesen, dass der Goalie seines Vereins plötzlich einen heftigen Schlag kassierte, weil er nach dem Anschlusstreffer ein bisschen Zeit habe schinden wollen. «Daraufhin hat er sich gewehrt.»

Innerhalb weniger Sekunden seien dann plötzlich mehrere Spieler in die Schlägerei verwickelt gewesen. Auch er sei aufs Spielfeld gerannt: «Es war schlimm. Ich hatte Angst um meine Jungs.» Auf dem Rasen ist die multikulturelle Mannschaft, von denen die Mehrheit Albaner sind, aber offenbar nicht ganz unzimperlich: Keine andere Mannschaft sammelte in der ersten Saisonhälfte so viele Strafpunkte wie die AS Scintilla.

Dies bestätigt auch Ibraimi. Er hält aber fest, dass jene Entgleisungen in keinem Verhältnis stünden zu dem, was ihnen derzeit angelastet werde.

Stephan Häuselmann, Präsident des Ostschweizer Fussballverbandes (OFV) hat in der Sache eine Untersuchung veranlasst, wie er auf Anfrage sagt. Welche Konsequenzen der Vorfall für die Vereine hat, konnte er am Montag noch nicht sagen. Es sei aber denkbar, dass die fehlbare Mannschaft oder Mannschaften aus dem Spielbetrieb genommen würden, bis die ganze Sache aufgeklärt sei.

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