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Interview

«Für uns sind die Tiere wie Familienmitglieder» sagt der Präsident der Amriswiler Braunviehzüchter

Mit einer besonderen Viehschau suchten die Amriswiler Braunviehzüchter den Kontakt zur Bevölkerung. Die Aktion war ein voller Erfolg.
Manuel Nagel
Romeo Wildhaber ist Präsident des Amriswiler Braunviehzüchtervereins. (Bild: Manuel Nagel)

Romeo Wildhaber ist Präsident des Amriswiler Braunviehzüchtervereins. (Bild: Manuel Nagel)

Romeo Wildhaber, am Jahrmarkt präsentierten Sie mit anderen Kuhhaltern Ihre Lieblingstiere. Wie waren die Reaktionen der Leute?

Romeo Wildhaber: Ich hatte im Vorfeld etwas Respekt, dass da vielleicht jemand kommt und sich kritisch äussert, dass die Tiere angebunden seien. Aber weder ich noch meine Kollegen haben etwas Negatives oder Kritisches gehört. Aber es gab auch im Nachhinein viele Leute, die es schön gefunden haben, dass es wieder einmal Tiere auf dem Viehmarktplatz hatte.

Wieso die Befürchtung, es gebe kritische Stimmen?

Die Bauern waren zuletzt oft negativ in den Schlagzeilen. Sie standen am Pranger bei der Trinkwasserinitiative, oder dass sie Tierquäler seien. Man darf natürlich kritisieren, aber wegen einzelner Auswüchse, die es in jeder Gesellschaftsschicht gibt, sollte man deshalb nicht auf alle Bauern schliessen.

Also war die Viehschau auch eine Art Imagepflege für Sie?

Auch, ja. Wichtig ist für uns, dass wir mit der Bevölkerung diskutieren können. Das ist mit ein Grund, dass wir diese Schau gemacht haben.

Die letzte Braunviehschau fand 2004 auf dem Allwetterplatz statt, als Ihr Verein das 100-Jährige feierte. Soll nun am neuen Standort während des Jahrmarkts regelmässig was stattfinden?

Das Jubiläum war eine einmalige und sehr aufwendige Sache. Wir wollten aber wieder etwas machen. Keine klassische Viehschau, sondern etwas für die Bevölkerung. Wir planten bereits vor zwei Jahren mit dem Braunvieh an den Jahrmarkt zu gehen, doch während des Migros-Neubaus wurde der Viehmarktplatz als Parkplatz gebraucht.

Dieses Jahr hat’s geklappt. Wie sieht es für 2020 aus?

Wir werden an unserer Jahresversammlung diskutieren, wie wir weiterfahren. Das Ziel ist aber schon, dass wir von nun an jedes Jahr dabei sein können. Es hängt aber auch davon ab, wie es finanziell ausschaut. Sollten wir heuer ein Minus gemacht haben, müssten wir sicher über die Bücher.

Sie mussten einerseits der Stadt eine Miete für den Platz bezahlen. Gab es für den Verein nebst der Festwirtschaft noch andere Einnahmequellen?

Ein solcher Anlass wäre ohne Gönner und Sponsoren nicht durchführbar. Ausserdem konnte man für zwei Franken eine Stimme für die schönste Kuh abgeben. 170 Stimmkarten wurden ausgefüllt. Aus all jenen, die für die Gewinnerin gestimmt hatten, verlosten wir drei Landi- Einkaufsgutscheine.

Und welche Kuh wurde zur Schönsten gekürt?

Das war eine spezielle Kuh. Eine sogenannte Blüemkuh namens Valentina, die ein Hingucker war.

Wie viele standen zur Wahl?

Zehn Kühe. Jede Bauersfamilie nahm ihre Lieblingskuh mit und erzählte, weshalb gerade diese. Zudem präsentierten die Kinder voller Stolz ihre sechs Kälber. Für uns sind die Tiere wie Familienmitglieder und nicht etwa nur irgendeine Nummer.

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