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Für die Turmuhr wird es Zeit

Bei der katholischen Kirche steht eine grössere Revision an. Deshalb werden demnächst für einen Moment die Glocken schweigen und die Zeiger stillstehen.
Rita Kohn
Behördenmitglied Urs Hungerbühler wirft einen Blick auf die alte Uhr. (Bild: Rita Kohn)

Behördenmitglied Urs Hungerbühler wirft einen Blick auf die alte Uhr. (Bild: Rita Kohn)

Seit 1939 tickt sie ununterbrochen. Nun wird sie für einen Moment ruhen: Die Turmuhr der katholischen Kirche Amriswil muss revidiert werden. Behördenmitglied Urs Hungerbühler öffnet den grossen Uhrenkasten und zeigt auf die unzähligen Zahnräder, die sich langsam bewegen. «Wir hoffen sehr, dass die Uhr in ihrer bisherigen Form erhalten bleiben kann», sagt er. Es deutet zwar momentan nichts darauf hin, dass die Revision massive Schäden an den Tag bringen könnte, doch wisse man ja nie. «Es ist unglaublich, wie lange diese Uhr schon ohne Probleme ihren Dienst getan hat», sagt Hungerbühler.

Die teilweise schweren Gussteile des Uhrwerks müssen über die schmale Treppe des Kirchenturms hinunter gebracht und später wieder in den Turm hochgetragen werden. «Das wird eine gehörige Arbeit für die Leute sein, die das Uhrwerk abholen und später wieder montieren.

Für ein paar Tage bleibt es still

Während der Revision der Turmuhr wird es auch zu einem kurzen Unterbruch des Glockengeläuts kommen. Hier fallen ebenfalls ein paar Arbeiten an. Im Grossen und Ganzen seien aber auch die Glocken in einem sehr guten Zustand. Urs Hungerbühler weist auf die mächtigen Glocken, die im Gebälk hängen. Vor bald 80 Jahren haben die begeisterten Katholiken die Glocken in den Turm hochgezogen, wo sie seither hängen. Einzig an den beiden Aufschlagstellen in den Glocken, an denen der Klöppel auftrifft, ist eine leichte Abnutzung auszumachen. Für Urs Hungerbühler ist klar, die Glocken werden noch viele Jahrzehnte ihren Dienst tun. Sie wurden einst als solides Handwerk gegossen und mit individuellen Verzierungen versehen.

«Es wird bestimmt Reaktionen geben, wenn die Glocken für einen Moment schweigen oder die Zeiger sich nicht bewegen», sagt das Behördenmitglied, das unter anderem für den Liegenschaftenunterhalt zuständig ist. Deshalb sei es wichtig, dass die Leute von Anfang an wüssten, weshalb es hier für eine kurze Zeitspanne eine Änderung gibt. Nach wie vor seien das Geläut und auch die Turmuhr für viele Menschen wichtige Fixpunkte. Wie sehr kam zu Silvester zum Ausdruck, als durch das Ausbleiben des Läutens bei der evangelischen Kirche Emotionen laut wurden. Schon mehrfach hat sich die Behörde hinter das regelmässige Läuten der Kirchenglocken gestellt. «Nach der Revision werden wir die bisherige Läutordnung weiterführen», kündigt Urs Hungerbühler an.

Leichte Verzögerung programmiert

Wenn auch im Kirchturm noch viel alte Mechanik funktioniert, so gab es in den letzten Jahrzehnten doch einige Neuerungen. So etwa, dass die Uhrzeit nach einer Funksteuerung gerichtet ist. «Beim Geläut haben wir eine leichte Verzögerung zu jenem der evangelischen Kirche programmiert», erklärt Urs Hungerbühler. Das, damit durch die beiden verschiedenen Geläute keine Disharmonie entsteht.

Wann genau Uhr und Geläut wieder funktionieren, kann Urs Hungerbühler nicht sagen. Er ist jedoch überzeugt, dass es sich nur um eine kurze Zeitspanne handelt. Mit den Arbeiten sind ausgesuchte Fachleute beauftragt, die sich mit der Mechanik aus dem vorigen Jahrhundert gut auskennen.

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