Für Volley Amriswil geht der Traum von der Champions League weiter

Der Thurgauer NLA-Volleyballklub gewinnt das erste Qualifikationsspiel gegen Schachtjor Soligorsk aus Weissrussland 3:2. Die Amriswiler verspielen jedoch zuerst eine 2:0-Führung, bevor sie im Tie-Break noch 3:2 siegen.

Matthias Hafen
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Quentin Zeller, Radisa Stevanovic und Thomas Zass (von links) stellen sich dem weissrussischen Angriff entgegen.

Quentin Zeller, Radisa Stevanovic und Thomas Zass (von links) stellen sich dem weissrussischen Angriff entgegen.

Bild: Mario Gaccioli

Im ersten Champions-League-Qualifikationsspiel im Tellenfeld besiegte das Team von Marko Klok den weissrussischen Kontrahenten Schachtjor Soligorsk 3:2. Dabei machten es die Thurgauer spannender als nötig. Nach den zwei ersten Sätzen, die mit 25:22 und 25:18 ans Heimteam gingen, stellten die Osteuropäer ihr ersatzgeschwächtes Kollektiv um und erwischte Amriswil damit auf dem falschen Fuss. Die Folge: Soligorsk drehte auf, weil Schlüsselspieler wie Maksim Shkredau und Andrei Marchenko auf ihre angestammte Position zurückkehrten. Den Weissrussen fehlen gestern drei Spieler coronabedingt, darunter der wichtige Diagonalspieler, der zunächst durch Shkredau ziemlich wirkungslos ersetzt wurde.

Totaler Einbruch im dritten und vierten Satz

Dass Amriswil ein international erfahrenes Team gegenüberstand, wurde im dritten und vierten Satz deutlich. Da übernahm Soligorsk das Spieldiktat, griff erstmals wie erwartet mit voller Wucht und vorwiegend hoch an. Die Amriswiler ihrerseits blieben nun vermehrt im gegnerischen Block hängen und brachten kaum mehr Angriffe durch. Mit 25:13 und 25:16 glichen die Weissrussen die Auftaktpartie in der Gruppe E zum 2:2 aus. Und so wie Volley Amriswil in diesen zwei Sätzen agierte, musste man für das Tie-Break das Schlimmste befürchten für den einzigen Schweizer Vertreter in der Champions-League-Qualifikation.

365 Zuschauer verfolgten das Spiel zwischen Volley Amriswil und Soligorsk live in der Tellenfeldhalle. Zahlreiche Zuschauer schalteten sich in den Livestream ein.

365 Zuschauer verfolgten das Spiel zwischen Volley Amriswil und Soligorsk live in der Tellenfeldhalle. Zahlreiche Zuschauer schalteten sich in den Livestream ein.

Mario Gaccioli

Auf wundersame Weise fand der NLA-Klub aus dem Thurgau jedoch ins Spiel zurück. Mitentscheidend für die Wiederauferstehung der Thurgauer war der funktionierende Block, der angesichts des Gegners wie ein eiserner Vorhang wirkte. Im Angriff liefen im Tie-Break vor allem die Schlüsselspieler wie Thomas Zass und Björn Höhne zur Hochform auf und brachten ihrem Team schliesslich den viel umjubelten 15:8-Satzgewinn und den 3:2-Sieg im ersten Qualispiel. Vor allem der Deutsche Aussenangreifer Höhne könnte sich im zweiten Spiel am Donnerstag um 19 Uhr gegen Maaseik zu einem wichtige Faktor entpuppen. Er zeigte am Dienstagabend, dass sein Spielwitz von internationaler Qualität ist.

Champions-League-Qualifikation. 1. Runde

Schachtjor Soligorsk – Amriswil 2:3 (22:25, 18:25, 25:13, 25:16, 8:15)
Tellenfeld – 365 Zuschauer.
Startaufstellung Soligorsk: Radziuk, Loshakov, Burau, Marchenko, Shkredau, Kurash, Zabarouski (Libero).
Startaufstellung Amriswil: Stevanovic, Filippov, Höhne, Zeller, Escher, Zass, Müller (Libero).
Die weiteren Spiele (alle in Amriswil). Mittwoch, 19.00 Uhr: Maaseik – Soligorsk. – Donnerstag, 19.00 Uhr: Amriswil - Maaseik. - Nur der Gruppensieger erreicht die 2. Runde.

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Matthias Hafen