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«Für mich gibt’s keinen Platz auf dieser Welt»: Solche Sätze fürchten die Kreuzlinger Flüchtlingsbetreuer künftig täglich zu hören

Der Verein Agathu kümmert sich um Flüchtlinge. Mit den Neuerungen im Bundesasylzentrum ändert sich auch für die Betreuer viel. Ihre Arbeit wird belastender.
Isabelle Merk
Katrin Rutishauser, Christine Hagin Witz, Dominique Knüsel und Karl Kohli im Café-Treff der Agathu. (Bild: Isabelle Merk)

Katrin Rutishauser, Christine Hagin Witz, Dominique Knüsel und Karl Kohli im Café-Treff der Agathu. (Bild: Isabelle Merk)

Mit Stadtpräsident Thomas Niederberger sowie den Stadträten Barbara Kern und Thomas Beringer war die Stadt Kreuzlingen, welche jährliche Beiträge an den Verein leistet, gut vertreten an der Jahresversammlung der Agathu (Arbeitsgruppe für Asylsuchende Thurgau). Die formalen Geschäfte konnte Präsident Karl Kohli mit den 60 anwesenden Mitgliedern speditiv abhandeln. Mit Eva Tobler Gasser fand der Vorstand einen patenten Ersatz für die scheidende Susanne Ammann.

Ein wunderbarer Austausch

Eindrücklich war die Präsentation der verschiedenen Projektgruppen. Von kreativem Gestalten für Kinder, zur Lernwerkstatt über den Cafétreff bis hin zu Patenschaften und der Projektgruppe Trauma zeigen sich die Freiwilligen der Agathu sehr engagiert, um Menschen in Not aufzufangen und Zuversicht zu geben. Alle Projekte verfolgen das gemeinsame Ziel der Integration und des Austausches zwischen Migranten und Einheimischen. Dank engagierter freiwilliger Helfer, einem aktiven Vorstand und den drei Festangestellten des Cafétreffs, Dominique Knüsel, Christine Hagin Witz und Katrin Rutishauser, können umfangreiche Projekte angeboten werden und es findet ein wunderbarer Austausch statt, bei dem auch mal unbeschwert gelacht werden kann.

Aufgaben im Wandel

Bislang betreute die Agathu Migranten aus der Empfangsstelle Kreuzlingen, welche noch voller Hoffnung auf eine Zukunft in die Schweiz gekommen waren. Menschen mit einer schweren Vergangenheit, die aber trotz noch hängiger Entscheide die Zuversicht auf ein besseres Leben haben konnten. Seit dem 1. März gilt nun das beschleunigte Verfahren und die Empfangsstelle Kreuzlingen wird zum Bundesasylzentrum ohne Verfahrensfunktion, ein Ausreisezentrum.

Die Folgen für die Agathu sind schwerwiegend. Künftig wird man mit Menschen konfrontiert sein, welche die Schweiz wieder verlassen müssen und vor einer ungewissen Zukunft stehen.

«Wie viele Menschen wird dies in die Kriminalität zwingen?»

fragt Karl Kohli in den Raum. Fakt ist, dass wer das Land nicht freiwillig verlässt, polizeilich aus dem Land gebracht wird, wenn die Betroffenen nicht vorher abtauchen und das Leben in einem sicheren Land, aber ziemlich sicher in Kriminalität wählen.

Halt und Hoffnung in der Perspektivlosigkeit

Den Menschen mit negativem Bescheid etwas Halt und Hoffnung in der Perspektivenlosigkeit zu geben, wird die Aufgabe sein, der sich die Agathu künftig stellen muss. Schon bis anhin, gab es Menschen, die einen negativen Bescheid erhalten hatten. Wie Katrin Rutishauser erklärte, sei dies für alle Beteiligten eine wirklich schwere Situation. «Für mich gibt es keinen Platz auf dieser Welt.» Aussagen wie diese, zitiert von Katrin Rutishauser, werden mit dem Ausreisezentrum voraussichtlich trauriger Alltag.

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