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Für die Löwen in Weinfelden gibt es Streicheleinheiten hinter Gittern

Am Samstag präsentierte der Circus Royal auf der Brauereiwiese sein neues Programm
«Wir sind Circus». Zu Reden gab wie erwartet die Wiederaufnahme der Löwennummer. Wie schon im vergangenen Jahr war die Premiere nur schlecht besucht.
Maria Keller
Dompteur Thomas Lacey küsst eine der Löwinnen während der umstrittenen Raubtierschau im Circus Royal. (Bild: Andrea Stalder)

Dompteur Thomas Lacey küsst eine der Löwinnen während der umstrittenen Raubtierschau im Circus Royal. (Bild: Andrea Stalder)

In der Pause herrscht in der Manege des Circus Royal Hochbetrieb. Rund zehn Requisiteure tragen meterhohe Stahlgitter herbei und reihen sie mit schweren Schlössern aneinander. Als obere Abgrenzung wird ein Netz gespannt. Ein tunnelförmiger Käfig bildet den einzigen Zugang in die Manege. Hier werden die drei Löwinnen unter der Führung des Dompteurs Thomas Lacey vor die Zuschauermenge schreiten.

Die kontroverse Raubtiernummer sorgte bereits Wochen zuvor für Furore. Und auch unter den Zuschauern spalten sich die Meinungen.

Trapez, Tanz und Tiere

Nicht einmal die Hälfte der Sitzplätze sind an der Premiere am Samstagnachmittag besetzt. Nach einer 30-minütigen Verspätung eröffnet Jongleur Brandon Popov die Show und bietet einen gelungenen Einstieg in das Programm. «Wir sind Circus» heisst das diesjährige Motto des Circus Royal. Dazu gehören ein Trapezkünstler, tänzerische Einlagen und Tiernummern mit Ponys und Kamelen.

Besonders beeindruckt ist das Publikum vom Akrobatenduo «Hermanos acero», die mit ihren waghalsigen Stunts überzeugen. Als roter Faden ziehen sich die Auftritte von Clown Alan Rossi durch das Programm. Er sorgt unter den Reihen der zahlreichen Kinder für Gelächter. Durch das Programm führt Oliver Skreinig.

Zirkusdirektor Oliver Skreinig. (Bild: Andrea Stalder)

Zirkusdirektor Oliver Skreinig. (Bild: Andrea Stalder)

Nach dem überraschenden Tod des langjährigen Zirkusdirektors Peter Gasser übernahm er dessen Position. Dem Verstorbenen ist das diesjährige Programm gewidmet, wie zu Beginn der Show mitgeteilt wird. Zu dieser Hommage gehört auch die Wiederaufnahme der Löwennummer, wie sie zuletzt 2016 gezeigt wurde.

Die Kritik an der erneuten Raubtiernummer ist gross. Mit der Forderung, die Wildtierhaltung in Zirkussen zu verbieten, traten Tierschützer erfolglos vor das zuständige Bundesamt. Nach der offiziellen Bewilligung durch den Kantonstierarzt stand es am vergangenen Mittwochmorgen schwarz auf weiss: Die Raubtiere sind wieder Teil der diesjährigen Tournee. Die Vorschriften seien eingehalten worden, und den Löwen gehe es gut, antwortet der zuständige Tierarzt auf Nachfrage unserer Zeitung.

«Wir sind nur wegen unserer Kinder hier»

So stolzieren die drei Löwinnen, zwei braune und eine weisse, nach der Pause in die Manege. Zuvor betont Skreinig das sichtbare Vertrauen, das hier zwischen Mensch und Tier herrsche. Der Auftritt der Tiere ist kurz. Die Tiere springen auf Kommando von Lacey von einem Podest zum anderen, legen sich auf den Boden oder bäumen sich vor ihm auf. Dazwischen bekommen sie Streicheleinheiten oder einen Kuss auf den Kopf.

Nicht alle Anwesenden schauen dabei gerne zu. Ein Besucher wusste nichts von der geplanten Löwennummer. «Es sind schöne Tiere, doch sie haben eine andere Heimat.» Er wäre aber trotzdem gegangen, auch wenn er davon gewusst hätte. «Sonst werden nur die anderen Artisten dafür bestraft», sagt der Familienvater.

«Trotzdem hätte ich lieber zehn Hühner in der Manege gesehen als drei Löwen.»

Ein weiterer Besucher sagt: «Diese Haltung ist nicht tiergerecht. Für mich ein Grund, nicht in den Zirkus zu gehen. Wir sind nur wegen unserer Kinder hergekommen.»

Nach der Vorstellung stehen drei Besucher mit Handy und iPad vor dem Löwengehege und hoffen, dass die Tiere für das perfekte Foto in ihre Richtung schauen. «Die Kontroverse gibt es immer, auch beim Reitsport», sagt ein Mann. «Den Tieren geht es offensichtlich gut. In freier Wildbahn wären sie in Gefahr und ich bin gegen das Artensterben.» Er fügt hinzu: «Für mich sind die Löwen grosse Katzen. Ich habe die Show noch nicht gesehen, aber bestimmt ist sie sehr verspielt.»

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