Führungswechsel
Nach 20 Jahren an der Spitze: Walter Krähenbühl übergibt an Ivo Zillig

Die Technischen Betriebe Weinfelden sichern die Versorgung der Bevölkerung mit Strom, Gas, Wasser, Wärme und Internetdaten. Auch im Coronajahr lief das dank Schutzkonzept ohne Unterbrüche.

Mario Testa
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Geschäftsleiter Walter Krähenbühl und sein designierter Nachfolger Ivo Zillig vor dem Hauptgebäude der Technischen Betriebe Weinfelden.

Geschäftsleiter Walter Krähenbühl und sein designierter Nachfolger Ivo Zillig vor dem Hauptgebäude der Technischen Betriebe Weinfelden.

Bild: Mario Testa (Weinfelden, 15. Dezember 2020)

Mitte 2021 geht Walter Krähenbühl in Pension. Doch schon auf den Jahreswechsel hin übergibt er sein Amt in jüngere Hände. Der 48-jährige Elektroingenieur Ivo Zillig, seit gut sechs Jahren Leiter der Abteilung Technik, wird dann die Geschäftsleitung von Krähenbühl übernehmen. Das schreiben Verwaltungsratspräsident Franz Koller und Stadtpräsident Max Vögeli in einer Mitteilung. «Ich freue mich sehr auf diese Herausforderung», sagt Ivo Zillig.

«Die Geschäftsleitung der Technischen Betriebe ist extrem spannend und vielseitig mit all den Geschäftsfeldern Strom, Wasser, Gas, Wärme und Kommunikation.»

Walter Krähenbühl wird bis zu seiner Pensionierung im Sommer noch Teilzeit angestellt sein. «Einige Projekte darf ich noch begleiten und zudem nehme ich bis dann auch noch meine Mandate in den Verwaltungsräten bei der Erdgas Ostschweiz AG, der Regionalwasserversorgung Thurgau Nord und der Swisspower wahr.» Der studierte Bauingenieur hat 28 Jahre lang für die Technischen Betriebe Weinfelden gearbeitet, seit fast 20 Jahren ist er Geschäftsführer.

Teams gehen getrennte Wege

In einem Krisenjahr ist es umso wichtiger, dass die grundlegende Versorgung mit Wasser, Gas und Strom gesichert ist. Darauf hat die TBW-Führung besonders geachtet. «Wir haben schon im März unsere Teams aufgeteilt, dass nirgends eine ganze Abteilung ausfallen kann, sondern höchstens die Hälfte der Mitarbeiter in Quarantäne muss», sagt Walter Krähenbühl.

«Wir sind dabei nie an den Anschlag gekommen. Kämpften jedoch mit denselben Herausforderungen, wie alle anderen Betriebe auch in dieser Zeit. Wir dürfen aber wirklich nicht jammern.»

Die meisten TBW-Mitarbeiter arbeiten derzeit im Homeoffice. Und bei den Monteuren fahren die Teams immer getrennt, in mehreren Fahrzeugen. «Hier am Hauptsitz profitieren wir davon, dass wir eine relativ grosse Liegenschaft haben. Da können die Mitarbeiter, die nicht im Homeoffice sind, gut Distanz halten», sagt Krähenbühl.

Leichter Rückgang im Coronajahr

Beim Verbrauch von Gas und Strom habe sich dieses Jahr schon ein Unterschied zu den Vorjahren gezeigt. «Am ausgeprägtesten war es beim Gas, da ging der Umsatz um etwa acht Prozent zurück», sagt Walter Krähenbühl. Um etwa vier Prozent abgenommen habe auch der Strombezug.

Seit drei Jahren ist das ganze Gemeindegebiet von Weinfelden komplett mit Glasfaser erschlossen, unterdessen auch abgelegene Liegenschaften. Diese stabilen Datenleitungen seien in Zeiten von Homeoffice eine wichtige Stütze, sagt Ivo Zillig.

«Wir sind sehr zufrieden, wie es in diesem Bereich läuft. Aber ob mehr Daten geflossen sind, wissen wir nicht.»

Die TBW vermieten ihre Glasfasern an die Anbieter von Internetdienstleistungen wie die Leucom Gruppe in Frauenfeld (siehe Kasten). «Welche Bandbreite diese dann nützen, wissen nur sie selbst.» Aber in diesem Jahr sei das Interesse an solchen Internetdienstleistungen klar gestiegen, das zeigten die vielen Anfragen dazu in der Abteilung Kommunikation.

Zunahme

Mehr Datentransfer während des Lockdowns

Auf dem Glasfasernetz der TBW bieten fünf Firmen ihre Internetdienstleistungen an: Salt, Sunrise, Yplay, Init7 und Leucom. Markus Schlatter, Verwaltungsratspräsident der Leucom Gruppe mit Sitz in Frauenfeld, spricht von einer merklichen Zunahme des Datentransfers in diesem Jahr. «Schon während des ersten Lockdowns aber nun auch während der zweiten Welle stieg der Traffic um bis zu 30 Prozent an.» Besonders die Privathaushalte seien Treiber dieser Entwicklung gewesen. «Es sind viele Leute im Homeoffice geblieben, das haben wir schon gemerkt. Am meisten Datenfluss verursacht aber das Streaming.» Die Leucom habe entsprechend ihre Anlagen aufrüsten müssen. «Wir haben relativ viel investiert, hatten aber auch mit einer zweiten Welle gerechnet und waren deshalb auch vorbereitet».