Eine fröhliche Note aus Tägerwilen in der kalten Winterzeit

Vergangenen Sonntag liessen sich viele das Adventskonzert des Musikvereins Tägerwilen nicht nehmen. Der Höhepunkt war die humorvolle Weihnachtsgeschichte.

Erwin Schönenberger
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Die Schwester des Dirigenten, Bettina Steinbrunner, sang berührende Töne. (Bild: PD)

Die Schwester des Dirigenten, Bettina Steinbrunner, sang berührende Töne. (Bild: PD)

Es ist eine Tradition, die man nicht mehr missen möchte: Das Kirchenkonzert des Musikvereins Tägerwilen im Advent. Auch bei stürmisch-regnerischen Wetter vom letzten Sonntag liessen es sich viele Besucher nicht nehmen, diesen besinnlichen, aber auch unterhaltenden Anlass zu besuchen.

Wie die meisten Musikvereine, nutzte auch der Musikverein Tägerwilen die Gelegenheit. Er führte das Selbstwahlstück für das Kantonal-Musikfest 2019 in Kradolf-Schönenberg erstmals vor Publikum auf. Mit der «Greek Folk Song-Suite» des Schweizer Komponisten Franco Cesarini hat sich der Verein ein Werk ausgesucht, das sowohl interessant wie auch musikalisch anspruchsvoll ist. Verflochtene Klänge in allen Registern und rhythmische Gegensätze prägen die Komposition, in der Cesarini verschiedene griechische Melodien verarbeitet hat.

Noch nicht perfekt

Das stattliche Orchester unter der Leitung von Thomas Gmünder gab sich viel Mühe, das Werk gut zu präsentieren. Spürbar war jedoch, dass es für das perfekte Zusammenspiel noch einige Proben brauchen wird. Ein besonderes Klangerlebnis war der Auftakt zum Konzert mit fünf Renaissance-Tänzen, die Thomas Gmünder so arrangiert hatte, dass die Klänge abwechslungsweise von vorn und hinten in der Kirche erklangen.

Und natürlich fehlten im Programm auch die adventlichen und weihnächtlichen Melodien nicht. Mit dem «Vergnügungszug», der Schnell-Polka von Johann Strauss (Sohn), reiste man zumindest musikalisch nach Wien. Mit «Three Czech Folk Songs» entführte das Orchester das Publikum gar in die Tschechien.

Ihre Stimme bezauberte

Als Besonderheit präsentierte der Musikverein Tägerwilen am diesjährigen Konzert eine Gesangsnummer. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme interpretierte Bettina Steinbrunner, die Schwester des Dirigenten Thomas Gmünder, «Gabriellas Song» aus dem schwedischen Musikfilm-Drama «Wie im Himmel».

Lametta gehört einfach an einen Christbaum. Zumindest war dies in der humorvollen Weihnachtsgeschichte von Heinz Zürcher der Fall. Doch was macht man, wenn keine glitzernden Metallstreifen vorhanden sind und auch die Nachbarn nicht aushelfen können? Der Held in Zürchers besonderer und sogar gereimter Weihnachtsgeschichte weiss sich zu helfen und verleiht dem Sauerkraut einen entsprechenden Glanz. Blöd dabei nur, dass das inzwischen zum Lametta umfunktionierte Kraut auch für ein Festessen geplant war. Wie und mit welchen Folgen dies geschah, erfuhr man in Zürchers Geschichte, die auch dieses Jahr eine besonders fröhliche Note in das Konzert brachte.

Nur allzu schnell war das abwechslungsreiche Konzert zu Ende, und nach einem grossen Applaus und dem gemeinsam gesungenen «O du fröhliche» begab man sich zu Glühwein und Klängen der «Young Tunes» zum Apéro.