Frischzellenkur für die Süd-Verkehrsader von Weinfelden

Im Herbst saniert das kantonale Tiefbauamt die Wilerstrasse bis zur Thurbrücke. Auch die Stadt beteiligt sich mit 42 Prozent an den Kosten von rund 1,4 Millionen Franken.

Mario Testa
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Stadtrat Daniel Engeli an der Stelle der Wilerstrasse, an der die Stadt eine zusätzliche Fussgänger-Querung bauen lässt.

Stadtrat Daniel Engeli an der Stelle der Wilerstrasse, an der die Stadt eine zusätzliche Fussgänger-Querung bauen lässt.

Bild: Mario Testa
(Weinfelden, 3. Juli 2020)

«Die Wilerstrasse ist die Südader von Weinfelden», sagt Stadtrat Daniel Engeli. «Fast 10000 Fahrzeuge verkehren täglich auf der Strasse.» Die Verkehrsader soll in diesem Herbst auf einem Abschnitt von einem halben Kilometer – zwischen Einfahrt Südstrasse und der Thurbrücke saniert werden. Das entsprechende Baugesuch des kantonalen Tiefbauamts lag in den vergangenen vier Wochen beim Bauamt auf.

Doch nicht nur der Kanton, auch die Stadt baut und zahlt mit am Projekt. «Wir hatten gewisse Anliegen im Zuge der Sanierung und konnten unsere Wünsche unkompliziert einbringen ins Sanierungsprojekt», sagt Engeli.
Wo die Damm- und die Kanalstrasse in die Wilerstrasse einmünden, verlangte die Stadt eine Fussgänger-Querung, also eine Verkehrsinsel mit entsprechender Möglichkeit für Fussgänger, in der Mitte der Strasse warten zu können.

«Hier hat es viele Fussgänger und Velofahrer, welche die Strasse queren wollen – beispielsweise wenn sie auf dem Weg in die Badi sind.»

«Entsprechend unserem Langsamverkehr-Konzept sollen sie hier künftig einfacher und sicherer über die Strasse gehen können», sagt Engeli.

Beschleunigung erst auf der Thurbrücke

Auch in zwei weiteren Bereichen hat sich die Stadt am Projekt vernehmen lassen und ist beim Kanton auf offene Ohren gestossen. «Etwas weiter draussen anfangs der Thurbrücke zweigt die Strasse zum Pfadiheim, zum Übungsplatz des Kynologischen Vereins und zur Pferdespringanlage ab. Bislang konnten die Autos da bereits auf 80 km/h raus beschleunigen. Künftig müssen sie dort immer noch langsam fahren und dürfen erst auf der Thurbrücke beschleunigen», sagt Engeli.

Ein Thema, das schon bei der Debatte des Weinfelder Anteils von 610000 Franken zum Baukredit im Stadtparlament zu reden gab, ist der Abschnitt zwischen Schulhaus und Thurfeldstrasse.

«Über kurz oder lang wird dort eine grosse Überbauung realisiert.»

Und da sei es dem Parlament ein Anliegen gewesen, dass nicht doppelt gebaut werden muss. «Also nicht kurz nach Fertigstellung der Wilerstrasse gleich wieder der Belag aufgerissen oder die Strasse angepasst wird.»

Entsprechend werden nun bereits im Zuge der Werkleitungserneuerung in der Wilerstrasse Zuleitungen zur künftigen Überbauung gelegt und die Einfahrt Thurfeldstrasse in der Endvariante erstellt. «Nur in einem etwa 30 Meter langen Bereich des Trottoirs, wo die Erschliessungsstrasse für die Überbauung erstellt wird, kann es zu nachträglichen Anpassungen kommen», sagt Engeli.

Bäume werden gefällt und ersetzt

Roger Weber, Leiter Tiefbau, Bauamt Weinfelden.

Roger Weber, Leiter Tiefbau, Bauamt Weinfelden.

(Bild: Mario Testa)

Im Zuge der Sanierung der Wilerstrasse werden einige Bäume entlang der Strasse gefällt. «Möglichst jeder gefällte Baum wird an neuer Stelle ersetzt», sagt Roger Weber, Leiter Tiefbau auf dem Bauamt Weinfelden. «Die Bäume müssen weg, weil sie teilweise die Sichtberme stören, die Sicht aus Einfahrten also nicht weit genug der Strasse entlang reicht.»

Des Weiteren werden auch die Bushaltestellen saniert und so gebaut, dass künftig auch gehbehinderte Passagiere besser ein- und aussteigen können. Während der Bauarbeiten soll eine Ampelanlage den Verkehr regeln. Geplant ist der Baustart nach den Sommerferien, es ist jedoch eine Einsprache eingegangen, welche die Sanierung verzögern könnte.

Kanton zahlt mehr

Stadt beteiligt sich zu 42 Prozent

Die Sanierung der Wilerstrasse – einer Kantonsstrasse – kostet rund 1,4 Millionen Franken. Davon übernimmt die Stadt Weinfelden 610'000 Franken. Wie der zuständige Projektleiter Kurt Schneider sagt, rechnet er mit einer Bauzeit von vier Monaten. «Wir möchten nach den Sommerferien beginnen und die Baustelle im Dezember abschliessen. Ich hoffe, im Gespräch mit dem Einsprecher eine Lösung zu finden ohne Rechtsdienst. Sonst gibt es Verzögerungen.» 

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