Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

In Weinfelden gibt es Frischwasser gegen das Fischsterben

Unzählige Fische sind in den vergangenen Tagen im Giessen eingegangen. Da weiteres Abfischen nichts mehr nützt, versucht der Fischerverein Weinfelden die verbliebenen Fische nun dank Wasserzufuhr retten.
Mario Testa
Michael Guhl lässt über längere Zeit Wasser aus einem Schlauch in den Giessen fliessen um den Fischen das Überleben zu ermöglichen. (Bild: Mario Testa)

Michael Guhl lässt über längere Zeit Wasser aus einem Schlauch in den Giessen fliessen um den Fischen das Überleben zu ermöglichen. (Bild: Mario Testa)

Den Spaziergängern und vor allem den Mitgliedern des Weinfelder Fischervereins bietet sich am Giessen im Osten von Weinfelden ein grauenvolles Bild. In den wenigen verbliebenen Tümpeln scharen sich die Fische, die bis jetzt überlebt haben zusammen und schnappen im viel zu warmen Wasser verzweifelt nach Sauerstoff.

Überall treiben auch schon Artgenossen an der Oberfläche, tot, den glitzernden Bauch in die Höhe gestreckt. «An den weit aufgerissenen Kiemen erkennt man, dass die Fische erstickt sind», sagt Michael Guhl und zeigt auf eine tote Forelle. Er ist Vorstandsmitglied des Fischervereins Weinfelden. «Warmes Wasser enthält nur wenig Sauerstoff. Das halten die Tiere nicht lange aus.»

Am Giessen zeigt sich diese brutale Auswirkung der Trockenheit überall. Die meisten Bereiche liegen bereits trocken, nur noch vereinzelt steht Wasser in kleinen Becken. In einem Tümpel von der Grösse einer Badewanne, gerade mal noch eine Hand tief Wasser, versammeln sich gegen hundert Fische, eng an eng. Alete, ein paar Elritze und sogar ein Aal von über einem halben Meter Länge. «Wenn wir nicht sofort etwas unternehmen, sterben diese Fische alle», sagt Michael Guhl, Vorstandsmitglied im Fischerverein Weinfelden. «Wir haben in den vergangenen Wochen bereits dreimal abgefischt und die Fische in der Thur ausgesetzt. Aber das bringt auch nichts mehr, auch dort ist das Wasser viel zu warm.»

Eine Swimmingpool-Füllung für den Bach

Das einzige Mittel, das dem Fischerverein bleibt, um wenigstens ein paar der Fische im Giessen zu retten, ist Frischwasser. Ab einem Hydrant liess Michael Guhl gestern rund ein Tag lang Wasser laufen. «Wir haben nun rund 100 Kubikmeter Wasser in einen Bereich geleitet, der etwas tiefer ist. In dieser Wanne können die Fische nun wieder überleben und sich auch wieder verstecken.» Und Verstecke sind wichtig, nicht nur als Schattenplätze. Was für die Fische und den Fischereiverein eine Tragödie bedeutet, sorgt nämlich für ein Schlaraffenland für viele Vögel und Katzen. Diese brauchen sich in den vor Fischen brodelnden Tümpeln nur zu bedienen.

In diesem Wasserloch kämpfen gegen 100 Fische ums Überleben. (Bild: Mario Testa)

In diesem Wasserloch kämpfen gegen 100 Fische ums Überleben. (Bild: Mario Testa)

Sehr glücklich ist Michael Guhl über die sehr schnelle Hilfe der Technischen Betriebe Weinfelden. Ich habe am Donnerstagmorgen ein Anruf gemacht und unser Problem geschildert, schon am Nachmittag haben die Mitarbeiter einen Wasserzähler an den Hydranten montiert und den Schlauch gelegt. Das Problem für den Fischerverein : Wasser ist mit knapp eineinhalb Franken pro Kubikmeter zwar nicht teuer, in grossen Massen dann aber irgendwann doch. «Wir haben nur ein sehr kleine Budgetkompetenz im Vorstand. Diesen ersten Wasserbezug haben wir deshalb mit kleineren Spenden von uns Mitgliedern finanziert», sagt Guhl.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.