«Bürglen braucht frischen Wind im Präsidium»

Die Ortsparteien FDP und die SP melden sich zu Wort im Wahlkampf um das Gemeindepräsidium. Sie hoffen auf weitere Kandidaturen aus der Gemeinde.

Mario Testa
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Im Bürgler Gemeindehaus soll nach den Wahlen ein frischer Wind wehen: da sind sich Turi Schallenberg und Sacha Thür einig. (Bild: Mario Testa)

Im Bürgler Gemeindehaus soll nach den Wahlen ein frischer Wind wehen: da sind sich Turi Schallenberg und Sacha Thür einig. (Bild: Mario Testa)

«Wir müssen uns überlegen, was braucht Bürglen; was brauchen wir nicht oder nicht mehr», sagt Turi Schallenberg. Der Präsident der SP-Ortspartei hat sich im Wahlkampf mit Sacha Thür von der FDP-Ortspartei zusammen getan. «Es ist unüblich, dass SP und FDP ein gemeinsames Kommuniqué heraus geben. Für Bürglen ist es jedoch nicht unüblich, es gibt viel Konsens zwischen unseren Parteien und wir zwei verstehen uns persönlich gut», sagt Schallenberg. Ziel der Zusammenarbeit müsse sein, für Bürglen die best mögliche Person für das Amt des Gemeindepräsidenten zu finden.

«Bürglen braucht und will eine Verjüngung in der Führung. Ein Generationenwechsel würde sehr gut tun», sagt Sacha Thür. «Wir wollen einen Neuanfang und nicht mit ähnlichen Gesichtern nochmals zwei Amtsdauern Stillstand.» Gesucht sei eine Person mit Weitblick, Verständnis des Tagesgeschäfts und Gehör für Einwohner und Gewerbe. Es gelte, dass sich der künftige Präsident oder die Präsidentin stärker für Arbeitsplätze in Bürglen einsetzt. «Wir verlieren andauernd Gewerbebetriebe. Das darf nicht so weitergehen.»

Visionäre sind gefragt, nicht Verwalter

Sacha Thür nimmt dann auch kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Position der CVP in Bürglen geht. «24 Jahre CVP-Gemeindepräsidium sind genug!» Armin Eugster soll künftig nicht mehr als Schatten-Gemeindepräsident wahrgenommen werden und Einfluss aufs Gemeindepräsidium nehmen. Eugsters Kritik anlässlich der Vorstellung des CVP-Kandidaten Kilian Germann, er habe vor acht Jahren schlechte Erfahrung mit einem Überparteilichen Findungskomitee gemacht, überrascht Thür. «Immerhin hatte damals ja ein CVP-Mann das Präsidium der Kommission inne.»

Turi Schallenberg erhofft sich vom künftigen Präsidenten oder der Präsidentin mehr Mut. «Bürglen wurde in den letzten Jahren nur verwaltet, zukunftsgerichtete Ideen gab es keine», sagt Schallenberg. «Und für einen Verwalter ist das Amt zu gut bezahlt. Es braucht jetzt einfach frischen Wind und einen Generationenwechsel.»

Eigene Kandidaten in der Hinterhand

Mit eigenen Kandidaten, welche die Ansprüche der FDP und SP erfüllen – guter Ruf, Wohnsitz in der Gemeinde, Freude am Umgang mit Menschen, Bereitschaft zu mehrjährigem Engagement und positive Einstellung zu Staat und Gesellschaft –, können weder Thür noch Schallenberg dienen. «Ich habe Gespräche geführt, aber leider niemanden gefunden», sagt SP-Mann Schallenberg, er habe jedoch ein offenes Ohr für allfällige Kandidierende. Etwas besser lief es Thür. «Ich habe viele Gespräche geführt und mögliche Kandidaten gefunden. Sie werden sich bald dem Stimmvolk präsentieren.»

Zwei offizielle Kandidaturen

 Für den ersten Wahlgang zur Erneuerung des Gemeindepräsidiums vom 25. November stehen bislang zwei Kandidaturen fest, diejenigen von Jasmine Schönholzer (SVP) und Kilian Germann (CVP). Die 49-jährige Kauffrau Schönholzer ist seit 15 Jahren im Gemeinderat tätig, der 59-jährige Elektroingenieur Germann war während zehn Jahre in der Schulbehörde tätig.

BÜRGLEN: Neue Ziele mitten in der Legislatur

Der Gemeinderat hat gestern seine Pläne für die kommenden drei Jahre vorgestellt. In den attraktiven Wohn- und Arbeitsort will er gute Steuerzahler locken und so die angeschlagene Finanzsituation verbessern.
Mario Testa