Friedhof Alterswilen

«Wir wollten ihn nicht über Steuergelder finanzieren»: Die Gemeinde Kemmental lanciert einen Spendenaufruf für einen neuen Brunnen

Im Zuge der Sanierung des Friedhofs Alterswilen musste der alte Brunnen weichen. Ein neuer soll nun mittels Spenden finanziert werden. Bisher sind rund 2200 Franken zusammengekommen.

Rahel Haag
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Die Gemeinde Kemmental hat den Friedhof in Alterswilen saniert. Hier im Vordergrund entstand das neue Gemeinschaftsgrab. Links vor der Hecke wär der Platz für den neuen Brunnen.

Die Gemeinde Kemmental hat den Friedhof in Alterswilen saniert. Hier im Vordergrund entstand das neue Gemeinschaftsgrab. Links vor der Hecke wär der Platz für den neuen Brunnen.

(Bild: Reto Martin)

Kaum im Amt habe sie das Projekt sofort angehen müssen, da ihr unter anderem auch das Ressort Umwelt unterliege. Christina Pagnoncini, seit gut einem Jahr Gemeindepräsidentin von Kemmental, spricht von der Sanierung des Friedhofs Alterswilen. «Niemand kann sich mehr daran erinnern, wann am Friedhof zuletzt etwas investiert wurde.»

2010 war das Projekt bezüglich der notwendigen Sanierung der Friedhofmauer erstmals angegangen, dann aber sieben Jahre beiseitegelegt worden. Im Dezember 2017 hatten dann die Stimmberechtigten einen Kredit über 240'000 Franken für die Sanierung der Friedhofsmauer gesprochen. «Sie steht unter Denkmalschutz», sagt Pagnoncini. Zwei Jahre später folgte die Zustimmung für einen Kredit über weitere 200'000 Franken für die Sanierung des Friedhofs selbst.

Entsprechend umfangreich ist das Projekt nun ausgefallen. «Der ganze Friedhof wurde neu gestaltet», sagt Pagnoncini. Der Abdankungsplatz sei vergrössert, WC-Anlage, Abdankungshalle sowie Friedhofsmauer seien saniert und die Wege neu gepflastert worden.

«Nun kommt man mit dem Rollator zu den Gräbern – das wird sehr geschätzt.»

Darüber hinaus wurde ein neues Gemeinschaftsgrab geschaffen. «Das Ehemalige befindet sich ganz in der Nähe der Strasse», sagt Pagnoncini, «das ist nicht würdig». Das Neue sei mehr ins Zentrum gerückt und mit einem Baum im Grabfeld bedeutend angemessener.

Christina Pagnoncini, Gemeindepräsidentin von Kemmental.

Christina Pagnoncini, Gemeindepräsidentin von Kemmental.

(Bild: Reto Martin)

Brunnen musste Gemeinschaftsgrab weichen

Die neue Friedhofgestaltung, der bauliche Zustand und ein Wurzeleinwuchs, hatten aber zur Folge, dass der bestehende Brunnen abgebrochen werden musste. «Aktuell gibt es nur noch einen Wasserhahn», sagt Pagnoncini. Die Gemeinde habe bei der Einholung des Kredits für die Sanierung bewusst darauf verzichtet, in das Projekt einen neuen Brunnen einzubeziehen. Der Grund:

«Wir waren uns nicht sicher, ob ein neuer Brunnen von allen goutiert würde, deshalb wollten wir ihn nicht über Steuergelder finanzieren.»

Zudem sei das Budget mit der umfangreichen Investition in die Gartenbauarbeiten bereits ausgeschöpft gewesen. Alternativ publizierte die Gemeinde Mitte November einen Spendenaufruf im «Kemmentaler Anzeiger». «Auch mit dem Gedanken, dass auf diese Weise ein Gemeinschaftsgefühl geweckt werden könnte», sagt Pagnoncini. Der Aufruf sei auf grosses Interesse gestossen.

«Damit habe ich nicht gerechnet, es war megaherzig.»

Unter anderem hätten mehrere Bürgerinnen und Bürger der älteren Generation ein Hunderternötli gespendet. Hierfür wurde im Gemeindezentrum ein Spendenkässeli aufgestellt. Bis heute sind insgesamt rund 2200 Franken zusammengekommen.

Luftaufnahme des Friedhofs Alterswilen vor dem Umbau.

Luftaufnahme des Friedhofs Alterswilen vor dem Umbau.

(Bild: PD)

Gemeinde will einen Bürger in die Auswahl einbeziehen

Noch bis Ende Januar soll der Spendenaufruf weiterlaufen. «Wir gehen davon aus, dass bis dahin rund 3000 Franken zusammenkommen werden», sagt Pagnoncini. Geplant sei anschliessend die Anschaffung eines Brunnens aus Naturstein. Aufgrund des Budgets werde es sich wohl um einen vorgefertigten handeln.

«Wir könnten uns vorstellen, einen Bürger, der einen grossen Betrag gespendet hat, in die Auswahl einzubeziehen.»

Wichtig sei, dass der Brunnen zum neu gestalteten Friedhof passe. Allzu lange will die Gemeinde mit der Anschaffung nicht warten. «Wir wollen die Sache in Angriff nehmen, sobald auch die Bepflanzung des Gemeinschaftsgrabs aufgrund der Witterung wieder möglich ist», sagt Pagnoncini. Diese bilden dann den Abschluss des Projekts.

Hinweis: Spenden können auf das Konto IBAN CH 88 8141 2000 0011 5618 2 bei der Raiffeisenbank Tägerwilen mit dem Verweis «Spende Brunnen» eingezahlt werden.