Friedensrichter Bezirk Arbon: Keiner der drei Kandidaten schafft die Wahl im ersten Anlauf

Die Nase vorne hat Silvia Minder. Die Amriswilerin holt 589 Stimmen und distanzierte ihre beiden männlichen Mitbewerber aus Arbon deutlich. Sie ist auch die einzige, die sicher nochmals antritt.

Markus Schoch
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Silvia Minder aus Amriswil. (Bild: PD)

Silvia Minder aus Amriswil. (Bild: PD)

Minder am nächsten kommt Raphael Heer, den 388 Personen wählten. Auf Marco Heer entfielen 315 Stimmen. Alle drei verfehlten das absolute Mehr aber klar. Es kommt deshalb am 20. Oktober zu einem zweiten Wahlgang.

Wer nochmals antreten wird, ist offen. Bereits entschieden hat sich einzig Minder. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat angesichts des kurzen Wahlkampfes.» Sie werde sich deshalb motiviert ein zweites Mal zur Wahl stellen, sagt die 55-jährige Familienfrau, Journalistin und Bürochefin, die über einschlägige Erfahrung als Mitglied der Mieterschlichtungsbehörde Amriswil mitbringt.

Raphael Heer wirft wahrscheinlich das Handtuch

Raphael Heer. (Bild: PD)

Raphael Heer. (Bild: PD)

Raphael Heer bedankt sich zwar bei den Wählern für das in ihn gesetzte Vertrauen. «Ich werde mit grösster Wahrscheinlichkeit für den zweiten Wahlgang aber nicht mehr zur Verfügung stehen», sagt der 57-jährige Vertriebsingenieur.

Marco Heer. (Bild: PD)

Marco Heer. (Bild: PD)

Marco Heer will sich die Sache bis spätestens am Dienstag überlegen. Es ist aber gut möglich, dass der Verkäufer im Aussendienst Minder weiter Konkurrenz machen wird. «Ich bin sehr positiv überrascht und mehr als begeistert vom Ergebnis.»

In den sozialen Medien musste er sich in den letzten Wochen einiges an Kritik gefallen lassen. Mit ihm als Friedensrichter würde man den Bock zum Gärtner machen, hiess es mit Verweis auf seine deutlichen Worte vor den Wahlen in Arbon beziehungsweise der Altstadt-Abstimmung. Er sei gradlinig und sage, was er denke, verteidigt sich Heer.

Die Wahl ist nötig geworden, weil Amtsinhaber Thomas Huber Ende November in Pension geht.

Viele legten leer ein

Alle drei Kandidaten gingen nach Ablauf der offiziellen Meldefrist ins Rennen. Ihr Name fand sich deshalb nicht auf den Wahlunterlagen. Entsprechend viele legten deshalb leer ein, nämlich 4'520 Personen von insgesamt 7'254, die an die Urne gegangen waren. Auf Vereinzelte entfielen 1'265 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 21,3 Prozent. (mso)