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Zihlschlacht freut sich über die Qual der Wahl

Die beiden offiziellen Kandidaten für die Gemeinderatsersatzwahl vom 10. Juni, Roger Fanetti und Simon Schmutz, stellten sich den Wählern vor. Auf den Zahn fühlte ihnen der Dokumentarfilmer und SRF-Sendeleiter Daniel Felix aus Weinfelden.
Georg Stelzner
Wählerversammlung im Schulungsraum des Feuerwehrdepots von Zihlschlacht: Moderator Daniel Felix befragt Roger Fanetti (FDP) und Simon Schmutz (parteilos), die für den freiwerdenden Sitz im Gemeinderat Zihlschlacht-Sitterdorf kandidieren. (Bild: Georg Stelzner)

Wählerversammlung im Schulungsraum des Feuerwehrdepots von Zihlschlacht: Moderator Daniel Felix befragt Roger Fanetti (FDP) und Simon Schmutz (parteilos), die für den freiwerdenden Sitz im Gemeinderat Zihlschlacht-Sitterdorf kandidieren. (Bild: Georg Stelzner)

Drei Dutzend Einwohner wollten sich am Dienstagabend persönlich ein Bild machen von jenen beiden Kandidaten, welche die Nachfolge von Gemeinderat Thomas Friederich antreten wollen. Gemeindepräsidentin Heidi Grau eröffnete die Wählerversammlung mit einem bemerkenswerten Hinweis: «Erstmals seit 1999 gibt es in unserer Gemeinde bei einer Wahl wieder mehr Kandidaten als freie Sitze.»

Moderator Daniel Felix erkundigte sich bei seinen Gesprächspartnern zunächst nach den Beweggründen für die Kandidatur. Roger Fanetti erklärte, dass seine Familie in Zihlschlacht herzlich aufgenommen worden sei und er der Gemeinde durch das persönliche Engagement etwas zurückgeben wolle. «Nicht jammern, sondern mitgestalten» laute sein Motto. Simon Schmutz bescheinigte dem Gemeinderat Kompetenz, vertrat aber auch die Ansicht, dass der Behörde eine Verjüngung guttäte. Für Politik habe er sich schon immer interessiert. Als Kommunalpolitiker wäre es sein Bestreben, den Jungen eine Stimme zu geben.

Gute Noten für die Gemeinde

In der Einschätzung der Gemeinde waren sich die beiden Kandidaten weitgehend einig: Gross umkrempeln muss man nichts. «Zihlschlacht-Sitterdorf steht solid da und hat den Einwohnern viel zu bieten», stellte Schmutz anerkennend fest. Fanetti lobte die Harmonie im Gemeinderat, sprach sich aber für eine breitere Abstützung aus. Er masse sich nicht an, Kritik zu üben, seine Wahl würde aber frischen Wind in die Behörde bringen.

Zur Person: Roger Fanetti

Roger Fanetti wurde am 27. März 1975 in Bangkok geboren. Als Fünfjähriger übersiedelte er mit seinen Eltern in die Schweiz. Der Absolvent der Handelsmittelschule an der Kanti Wattwil gründete nach beruflichen Aus- und Weiterbildungen die Firma Media Motion AG (Wittenbach), als deren Geschäftsführer er fungiert. Fanetti ist verheiratet und Vater von drei schulpflichtigen Kindern. (st)

Schmutz sprach sich für ein stetiges, aber moderates Wachstum aus und plädierte dafür, dem Gewerbe und der Natur Sorge zu tragen. Fanetti warnte vor einer hohen Fluktuation im Lehrkörper. Einen Nachholbedarf ortete er beim Freizeitangebot für jene Jugendliche, die keinem Verein angehören. Fanetti brachte bei dieser Gelegenheit die Idee eines Bikerparks aufs Tapet.

Befragt nach wichtigen Themen im nächsten Jahrzehnt, fielen die Antworten der Kandidaten unterschiedlich aus. Schmutz erklärte, dass er als Gemeinderat versuchen würde, Zihlschlacht-Sitterdorf für die junge Generation attraktiver zu machen. Fanetti sieht bei der Elektromobilität Handlungsbedarf. «Man muss sich frühzeitig damit befassen», mahnte er. Im Hinblick auf die Erhaltung der Landschaft und die Sicherstellung von Bauland hätte für ihn auch die Raumplanung einen hohen Stellenwert.

Zur Person: Simon Schmutz

Simon Schmutz wurde am 17. Februar 1988 geboren. Der gelernte Kaufmann zog vor zwei Jahren aus dem Kanton Aargau nach Zihlschlacht. In der Romanshorner Treuhandfirma Hugentobler und Bühler AG ist der Fachmann für das Finanz- und Rechnungswesen als Assistent des Mandatsleiters tätig. Schmutz ist ledig. Er lebt mit seiner Partnerin und deren Kind zusammen. (st)

Zur Sprache kam auch das heisse Eisen «Finanzen». Der Moderator wollte von den Kandidaten wissen, wo sie den Rotstift ansetzen würden. Während Schmutz auf die hohen Fixkosten verwies und den Standpunkt einnahm, dass man grundsätzlich überall sparen könne, schlug Fanetti vor, die Investitionen zu durchleuchten. Er warnte davor, dauerhaft mit Defiziten leben. Irgendwann räche sich eine solche Politik.

Beide vertreten liberale Positionen

Bei ihrer Selbsteinschätzung bezeichneten sich beide Kandidaten als «liberal». Fanetti betonte die Wichtigkeit des Miteinanders, und Schmutz warb für eine weltoffene Schweiz. Fanetti sähe die Zihlschlacht-Sitterdorf gerne als Austragungsort eines nationalen Pfadilagers, und Schmutz könnte sich gut vorstellen, das kantonale Schwingfest wieder einmal in der Gemeinde durchzuführen. Zeitprobleme im Falle einer Wahl in den Gemeinderat befürchtet weder Fanetti noch Schmutz. Diesbezüglich wären sie flexibel, betonten die Kandidaten unisono. Auch schliessen beide nicht aus, bei einer Niederlage am 10. Juni anlässlich der Gesamterneuerungswahlen im nächsten Jahr erneut anzutreten.

Die Befragung durch Daniel Felix endete mit den Schlussplädoyers der Kandidaten. «Ich wäre ein initiatives, kritisches und lösungsorientiert arbeitendes Gemeinderatsmitglied», versprach Fanetti. «Ich bin dynamisch und motiviert und würde eine Wahl in den Gemeinderat als grosse Ehre betrachten», sagte Schmutz am Ende seiner Vorstellung.

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