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Eine Romanshorner Mami bloggt über ihr Leben mit zwei kleinen Kindern

Mami-Bloggerin Olivia Abegglen schreibt über ihren Alltag als Mutter zweier kleiner Kinder. Damit könnte sie gutes Geld verdienen. Doch das will sie gar nicht.
Annina Flaig
Ihr Alltag ist ihre Inspiration: Mama-Bloggerin Olivia Abegglen sitzt auf dem Sofa in ihrer Wohnung. (Bild: Reto Martin)

Ihr Alltag ist ihre Inspiration: Mama-Bloggerin Olivia Abegglen sitzt auf dem Sofa in ihrer Wohnung. (Bild: Reto Martin)

In diesem Haus wüten Dinosaurier. Den ganzen Tag über. Am Abend erstarren sie, bleiben leblos liegen. So wie jedes Spielzeug seine Lebendigkeit verliert, wenn die Kinder schlafen gehen. Doch wer die ineinander verkeilten Gummitiere so betrachtet, kann sich ausmalen, wie es hier tagsüber zu und hergeht. Auch nasse Badehosen, Himbeerflecken und Sonnencreme am Boden erzählen Geschichten. Olivia Abegglen schreibt sie auf und macht sie zugänglich. Wenn es still wird in der Familien-Wohnung am Sonnenring, setzt sie sich hin und klappt ihren Laptop auf. Jetzt wird sie zum Tiger, besser gesagt zu «Fräulein Tiger». So heisst nämlich ihr Blog, auf dem sie ihre Leser an ihrem Alltag als Mutter zweier kleiner Kinder teilhaben lässt.

Die Nudeln kleben auf dem Fussboden fest

Zusammen mit ihrem Mann und Ex-Profifussballer Nico Abegglen sowie den beiden Buben Henrik (3 ½ Jahre) und Ruven (acht Monate) wohnt die 28-Jährige seit einem Jahr in Romanshorn. Von hier aus bloggt sie über hippe Babykleidung, Bananen-Brot-Backen und Pflästerli mit lustigen Motiven. Olivia Abegglen sieht so aus, wie man sich eine Mami-Bloggerin vorstellt: Die langen blonden Haare sind im Nacken zusammen gebunden. Sie trägt goldene Ohrringe, Lippenstift und eine schöne Bluse. «Auch bei uns kleben nach dem Essen die Nudeln mit Tomatensauce auf dem Fussboden fest», betont sie lachend. Man nimmt es ihr ab. Fräulein Tiger ist authentisch. Und das unterscheidet ihren Blog womöglich von vielen anderen. Hier wird seit zweieinhalb Jahren immer wieder auch der Unterschied zwischen Sein und Schein thematisiert. «Mama-Werden ist manchmal schwieriger als gedacht», schreibt sie zum Beispiel. Auch ihre Erlebnisse rund um eine Eileiterschwangerschaft tabuisiert sie nicht und erzählt offen von dem traurigen Moment, als sie den Embryo mit intaktem Herzschlag aus dem Eileiter entfernen lassen musste. «Ich hatte Schmerzen im Bauch. Vom Herz ganz zu schweigen», steht da zu lesen. Wieso sie so viel von sich preisgibt? Sie schreibe gerne und wolle anderen Mut machen. «Mamis sollen nicht alleine sein mit ihren Sorgen.»

Die meisten Leserinnen bleiben stumm

Manchmal antwortet eine andere Mama, sagt, dass sie sich verstanden fühlt. Die meisten ihrer rund 50 Abonnentinnen bleiben jedoch stumm und hinterlassen keine lieben Kommentare. «Das ist völlig okay», findet Fräulein Tiger. Ihr Blog ist für sie auch eine Art Tagebuch, mit dem sie die schöne und intensive Zeit mit kleinen Kindern festhalten will.

Auch Firmen beobachten aufmerksam, was die Romanshornerin schreibt, und bieten ihr an, über ihre Produkte zu berichten. Mit sogenannten Kooperationen lässt sich gutes Geld verdienen. «Doch das ist überhaupt nicht das, was ich mit meinem Blog ursprünglich wollte», betont Abegglen. Immer wieder schlägt sie deshalb solche Angebote auch aus, damit sie sich selbst treu bleiben kann und ihr Mami-Volltime-Job nicht zu kurz kommt.

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