Frauenfeld
«Sie schlugen zu fünft auf ihn ein»: Der Thurgauer K1-Weltmeister Rico Giger half einem Opfer von Bahnhofsschlägern

Am vergangenen Dienstagabend kam es am Frauenfelder Bahnhof zu einer Schlägerei an der mehrere Personen beteiligt waren. Der Thurgauer Kampfsportler Rico Giger war als Zeuge anwesend. Sein Erscheinen wirkte auf die Angreifer abschreckend.

Riccardo Iannella
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Der Thurgauer K1-Kämpfer und Weltmeister Rico Giger wurde Zeuge einer Schlägerei am Frauenfelder Bahnhof.

Der Thurgauer K1-Kämpfer und Weltmeister Rico Giger wurde Zeuge einer Schlägerei am Frauenfelder Bahnhof.

Bild: Andrea Stalder (15.9.2016)

Das Opfer, ein 22-jähriger Tscheche, wollte gerade in den Bus nach Hause steigen, als er von mehreren Personen am Frauenfelder Bahnhof angegriffen wurde. Der dreifache K1-Kampfsport-Weltmeister Rico Giger, der sich zum Zeitpunkt der Schlägerei zufällig auch am Bahnhof befand, schildert die Situation wie folgt:

«Sie waren zu fünft und er war alleine am Boden. Sie schlugen und kickten trotzdem weiterhin auf ihn ein.»

«Ich war vor dem ‹Rail Side›-Kebabladen am Bahnhof als mich ein Kollege anrief und mir sagte, dass vorne bei den Bushaltestellen auf jemanden eingeschlagen werde», sagt Giger. Der 31-jährige Profi-Kämpfer hätte sich daraufhin mit seinen Freunden zum Ort des Geschehens begeben. «Ich bin aufgrund eines Autounfalls und einer daraus resultierenden Rückenquetschung krankgeschrieben», erklärt Giger. Als er aber sah, dass der Angegriffene klar in Schwierigkeiten und verletzt war, habe er sich trotzdem entschieden zu intervenieren.

«Die Schläger waren zwischen 22 und 27 Jahre alt. Sie haben mich erkannt und behaupteten, sie wollen dem Opfer nur helfen. Nach helfen sah das aber ganz und gar nicht aus.»

Ein weiterer Zeuge, der sich vor Ort befand, war der 27-jährige Marco Oswald. «Rico und ich haben auch gesehen, dass sie mit einem Gürtel auf das Opfer einschlugen. Sie waren in deutlicher Überzahl», sagt Oswald. Giger und Oswald hätten den verletzten und blutenden 22-jährigen befreit und seien mit ihm nach dem Eintreffen der Polizei ins «Rail Side» gegangen. Anzeige wollte das Opfer keine erstatten.

Das Opfer hat die Schläger nicht gekannt

«Ich hatte ein wenig getrunken und wollte gerade in den Bus steigen, um nach Hause zu gelangen, als mich zwei Unbekannte anpöbelten», sagt das Opfer. Die Unbekannten, hätten dann begonnen ihn zu stossen und mit einem Gegenstand zu schlagen. Der 22-jährige Tscheche erklärt:

«Ich konnte ihnen den Gegenstand, einen Schläger oder Gürtel, entwenden und sie ausser Gefecht setzen. Dann kamen aber immer mehr Personen und schlugen auf mich ein, sodass ich der Gruppe von fünf Personen unterlegen war.»

Er habe mehrfach die Schläger darauf hingewiesen, aufzuhören, und sei froh gewesen, als Giger und Oswald als Retter zu Hilfe kamen. Das Opfer könne sich nicht erklären, wieso die Schläger auf ihn losgingen.