Frauen räumen an der Kreuzlinger Sportlernacht ab

Am Freitagabend wimmelte es im Dreispitz von Schweizer Meistern und Topathleten. Schwimmerin Chiara Strickner ist Sportlerin und das Team Aktiv 1 der Gymnastik-Gruppe Mannschaft des Jahres.

Viviane Vogel
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Die Gewinner der Kreuzlinger Sportlernacht: Links die Vertreter des kreativsten Vereins Crossminton. Die Athletinnen des Gymnastik-Gruppe tragen Schwimmerin Chiara Strickner auf Hänen. Ganz recht die Nachwuchssportlerin Leena Pfister. (Bild: Reto Martin)

Die Gewinner der Kreuzlinger Sportlernacht: Links die Vertreter des kreativsten Vereins Crossminton. Die Athletinnen des Gymnastik-Gruppe tragen Schwimmerin Chiara Strickner auf Hänen. Ganz recht die Nachwuchssportlerin Leena Pfister. (Bild: Reto Martin)

«Vor der Sportlernacht duschen Daniele und ich immer gemeinsam.» Gleich zu Beginn der Sportlernacht verrät Sportmoderator Lukas Studer Brisantes über sich und den ehemaligen OK-Präsidenten Daniele Scardino. Das Publikum kichert ausgelassen. Der neue OK-Präsident, Andy Schreiber, geht es ein bisschen subtiler an: «Wir sind gut aufgestellt dieses Jahr. Wir können zurecht einen spannenden und ehrenvollen Abend erwarten.»

Mit den Ehrungen geht es am Freitag auch gleich los. Die erste Auszeichnung geht an die junge Leichtathletin Leena Pfister von der Leichtathletik-Riege Tägerwilen-Kreuzlingen. Die 13-Jährige ist mehrfache Thurgauer Meisterin im Hochsprung und nun auch die Jungsportlerin des Jahres.

Sie ist für glitzernde Tenues und Flexibilität bekannt

Und es wird emsig weiter geehrt. Die Leiterin der Gymnastik-Gruppe Kreuzlingen (GGK), Brigitta Däullary, wird zur Sportförderin gekürt.

«Du gibst immer 120 Prozent für deine Turnerinnen und stellst die Kür auch mal am Tag des Wettkampfes noch um, so flexibel bist du»

lautet die Lobrede von Gymnastin Lea König. «Das ist hier ein bisschen wie bei der Fernsehsendung Happy Day», scherzt Studer, als eine Freundin von Däullary eine Lobrede per Videobotschaft hält.

Und es folgt auch schon die nächste Ehrung. «Für die kleinen, eher unbekannten Vereine und Sportarten haben wir die Kategorie des kreativsten Vereins eingeführt», erklärt Studer. Mittels der Applausstärke entscheidet sich das Publikum für die kreativere Disziplin – «Crossminton» oder «Disc Golf». «Crossminton» erhält den Titel.

Die «Sklaventreiberin» holt sich den Sieg

Nach der Pause werden die Vertreter der nominierten Mannschaften auf die Bühne gebeten. Studer fragt Noëmi Amrhein, GGK-Leiterin der Gruppe Aktiv 1, wie ihr Erfolgsrezept laute. «Wir sind Leute, die allein auf der Bühne nicht so weit kommen, aber im Team super zusammen funktionieren», antwortet die mehrfache Schweizermeisterin im Gymnastik Einzel. «Es trainieren alle sehr hart und wenn ich etwas sage, dann wird das auch getan.»

Studer staunt nicht schlecht und nennt es einen militärischen Ansatz. Deshalb habe sie auch schon Spitznamen wie «Sklaventreiberin» erhalten, sagt Amrhein. «Wer nicht alles geben will, der soll gehen.» Niemand der folgenden Befragten widerspricht und Studer stellt fest:

«Ich merke schon, Kreuzlingen ist eine richtige Drillstadt.»

Und der Drill zahlt sich aus, denn die Gruppe der GGK erhält den Preis von 1500 Franken für die beste Mannschaft des Jahres.

Neunmal in der Woche im Wasser

Die letzte Kategorie, Einzelsportler des Jahres, umfasst Athleten, die im Schnitt gut neunmal in der Woche trainieren. «Ich trainiere zweimal pro Tag», sagt Schweizer Karate-Meister Niklas Barth. Auch die Gewinnerin der Kategorie, Schwimmerin Chiara Strickner, bringt es auf eine hohe Zahl: «Im Wasser trainiere ich neunmal, dazu kommen dreimal Krafttraining.» Sie weiss, wofür sie das macht: «Mein Ziel ist es, einmal an den Olympischen Spielen teilnehmen zu dürfen.»

Auch Strickner erhält einen Videogruss von niemand Geringerem als der deutschen Schwimmlegende Britta Steffen. «Gib das Beste, was du kannst.» Strickner giggelt leicht überfordert: «Cool, dass sie jetzt meinen Namen kennt.»

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