Franziska Röhrl ist «Arbonerin des Jahres»

Mit einer launigen Ansprache begrüsst Stadtpräsident Dominik Diezi das neue Jahr. Im Zentrum der Veranstaltung steht die Strickerin von Filati Mode.

Hedy Züger
Drucken
Teilen
Franziska Röhrl freut sich über die Ernennung zur «Arbonerin des Jahres».

Franziska Röhrl freut sich über die Ernennung zur «Arbonerin des Jahres».

(Bild: Hedy Züger)

«Sind Sie alle zufrieden mit dem vergangenen Jahr?» Er hoffe, die Bilanz falle positiv aus, sagte Stadtpräsident Dominik Diezi an der Neujahrsbegrüssung im Seeparksaal vor einigen hundert Besucherinnen und Besuchern. Diesen bot das Symphonische Orchester unter der Leitung von Leo Gschwend ein Festkonzert, beginnend mit «Dichter und Bauer» von Franz von Suppé, endend mit «An der schönen blauen Donau» von Johann Strauss.

Seit sieben Monaten führe er sozusagen ein anderes Leben, Privatleben war einmal. Seit der Wahl zum Stadtpräsidenten von Arbon seien Amt und Person wie verschmolzen. Sollte er wieder einmal eine frühere Kollegin vom Bezirksgericht zum Essen einladen, dann wohl besser auswärts, «sogar in einen anderen Kanton», erzählte Diezi aus ersten Erfahrungen. Damalige Berufskollegen verträten die Meinung, Karriere habe er nicht gemacht, die hätte eher ans Obergericht führen müssen, «nicht zum Knochenjob im Stadthaus». Dominik Diezi denkt anders:

«In diesem Amt kann man Dinge in die richtige Richtung leiten und viel Gutes tun.»

Das Gemeinwohl bleibe sein Lebenselixier. Ein Fingerzeig auf die dienende Haltung seit Amtsantritt.

Der Hauswart schloss Diezi ins Büro ein

Arboner Stadtpräsident Dominik Diezi.

Arboner Stadtpräsident Dominik Diezi.

(Bild: Reto Martin)

Unvergesslich ist für den neuen Stadtpräsidenten die erste Woche im neuen Büro; als er den langen Arbeitstag in den Abend hinein verlängerte, ahnte der Hauswart nichts – und schloss ihn im Büro ein. «Es waren lange Minuten bis zur Befreiung», erzählt Diezi. Dass sich dies nicht wiederhole, dafür sei gesorgt. Am Mitarbeitertreffen fragte ihn eine Frau, wo er tätig sei. Er koordiniere die diversen Abteilungen, gab er zur Antwort. Der Stadtpräsident führte weiter aus:

«Es gibt keinen Grund, uns und Arbon klein zu machen.»

Eine spannende Geschichte, prächtige Bauten, und interessante Menschen – da sehe er gute Chancen, Museumsstandort des Kantons zu werden. Auch Neuzuzüger hätten ihm malerisch geschildert, wie schön sie den Wohnort Arbon erleben. Firmen fänden auch noch gutes Fachpersonal und dieses bezahlbare Wohnungen.

Franziska Röhrl ist Arbonerin des Jahres

«Mehr aus Arbon machen»: Diesem Slogan habe die neue Arbonerin des Jahres nachgelebt. Dominik Diezi zog aus einem Couvert den Namen Franziska Röhrl von Filati Mode und bat sie zur Ehrung auf die Bühne. Der 1400 Meter lange Strickweg machte Röhrl und ihr Team in Arbon sowie im In- und Ausland bekannt. Sogar im Strickfach – made by Röhrl – zeigte sich der Stadtpräsident informiert, er las vor, welche Stricksachen Busch, Baum und Wege verziert hatten.

Im Nebensaal war ein reichhaltiges Buffet für die vielen Gäste aufgebaut worden; der Abend klang mit fröhlichem Anstossen der Arbonerinnen und Arboner aus.

Arbon verfügt über eine neue Attraktion

Die Stadt präsentiert sich am See und in der Altstadt bunt wie selten zuvor. Entlang eines 1400 Meter langen Strickweges können sich Passanten im Sommer von 68 gestrickten Objekten verzaubern lassen.
Max Eichenberger