Franziska Hess kandidiert als einzige Frau für den Gemeinderat Hohentannen

Franziska Hess bewirbt sich um die Nachfolge von Manfred Negraszus. Die Wahl der 35-Jährigen hätte zur Folge, dass die Behörde in der nächsten Legislaturperiode kein reines Männergremium mehr wäre.

Georg Stelzner
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Franziska Hess möchte im Gemeinderat Hohentannen mitarbeiten. (Bild: Georg Stelzner)

Franziska Hess möchte im Gemeinderat Hohentannen mitarbeiten. (Bild: Georg Stelzner)

«Ich finde es wichtig, dass Frauen in einem Gemeinderat vertreten sind, haben sie doch oft andere Sichtweisen», gibt Franziska Hess zu bedenken. Umgehend ergänzt die Kandidatin aber, «dass grundsätzlich schon jene Person gewählt werden sollte, die für ein bestimmtes Amt am besten geeignet ist».

Dem 10. Februar kann Franziska Hess recht gelassen entgegenblicken. Für den Gemeinderat bewerben sich ausser ihr nur die bisherigen Mitglieder Roger Boxler, Philipp Stark und Daniel Zurbrügg. Ebenfalls eine Wiederwahl strebt Gemeindepräsident Werner Minder an. Er ist seit Sommer 2018 im Amt.

Eine gut überlegte Entscheidung

Franziska Hess wurde angefragt, ob sie bei den Gesamterneuerungswahlen antreten wolle. Zur Kandidatur hat sie sich nicht spontan entschlossen. «Ich konnte mir das zunächst nicht vorstellen», gesteht sie. Gespräche mit dem Wählerrat, das genaue Studium des Anforderungsprofils und die Rücken­deckung durch die Familie hätten sie dann jedoch zum Umdenken bewogen.

«Mein Mann und ich wohnen seit zweieinhalb Jahren in Hohentannen, und wir haben schon öfters darüber diskutiert, wie wir uns einbringen könnten», führt die Kandidatin einen wei­teren Grund an.

Zuverlässig und diskret, freundlich und offen

Inzwischen ist Franziska Hess überzeugt, der Aufgabe als Gemeinderätin gewachsen zu sein. Sie glaubt, dass ihr dabei Eigenschaften zugutekämen, die ihr auch im Berufsleben geholfen haben: Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und Diskretion.

Ihren Charakter beschreibt sie so: «Ich bin eher zurückhaltend, aber freundlich und offen.» Zu ihren Stärken zählt sie die Gelassenheit, die ihr helfe, auch in schwierigen Situationen die Ruhe zu bewahren.

Kein akuter Handlungsbedarf

In der Mitarbeit im Gemeinderat sieht Franziska Hess eine Möglichkeit, die Zukunft Hohentannens an verantwortlicher Stelle mitzugestalten. Eine Notwendigkeit, etwas radikal zu verändern, erkennt sie nicht. Sie plädiert dafür, Vorzüge der Gemeinde wie das freundliche Umfeld und die Nähe zur Natur lang­fristig zu erhalten. Auch an der Eigenständigkeit der politischen Gemeinde will sie festhalten.

Das freiwerdende Ressort «Entsorgung, Umwelt, Zivilschutz» würde Franziska Hess gefallen. «Das sind Themen, die mich auch persönlich beschäftigen", sagt sie. Weltanschaulich positioniert sich Franziska Hess «Mitte links». Sie gehört aber keiner Partei an, und daran soll sich auch nach dem Wahltag nichts ändern.

Zur Person

Franziska Hess kam am 9. Mai 1983 in Flawil zur Welt und wuchs in Bischofszell auf, wo sie die Primar- und Sekundarschule besuchte. Sie absolvierte eine kaufmännische Lehre in der Firma Greuter-Jersey in Sulgen; später folgten Ausbildungen zur Medizinischen Sekretärin und zur Personalfachfrau mit Fachausweis. Sie arbeitete in der Klinik Stephanshorn in St. Gallen sowie für eine Rechtsanwaltskanzlei in Amriswil und Kreuzlingen. Franziska Hess ist verheiratet und Mutter von zwei kleinen Töchtern. Ihre Freizeit verbringt sie grossteils mit der Familie. Früher zählte vor allem das Lesen zu ihren Hobbys. (st)