Fotos des Chefarztes zieren das Kantonsspital Münsterlingen

Über 400 Fotografien von Markus Röthlin zieren die Korridore und öffentlichen Zonen des Kantonsspitals. Die dauerhafte Ausstellung ist nun vollständig und wurde mit einer feierlichen Vernissage eröffnet.

Hana Mauder Wick
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Freuen sich über die Vernissage: Spitaldirektor Stephan Kunz, Chirurgie-Chefarzt Markus Röthlin, Ifolor-Mitinhaber Hannes Schwarz und Künstler Richard Tisserand. (Bild: Andrea Stalder)

Freuen sich über die Vernissage: Spitaldirektor Stephan Kunz, Chirurgie-Chefarzt Markus Röthlin, Ifolor-Mitinhaber Hannes Schwarz und Künstler Richard Tisserand. (Bild: Andrea Stalder)

Leuchtende Farben, faszinierende Sujets und Lebensmomente im Grossformat: Die dauerhafte Ausstellung im Kantonsspital Münsterlingen mit 400 Impressionen präsentiert sich als bildhafte Reise rund um die Welt. Natur- und Landschaftsfotografien halten den Blick fest. Vom Hafen im tiefen Norden, einem Blick mitten ins Blütenmeer, tierischen Momentaufnahmen oder eindrücklichen Porträts von Kindern in Afghanistan. Diese Ausstellung setzt einen Punkt unter ein wichtiges Kapitel der Spitalgestaltung.

«Ich muss gestehen: Wir waren lange Zeit fixiert auf Themen wie Infrastruktur, Abläufe und Technik», sagte Spitaldirektor Stephan Kunz zum Auftakt der Vernissage am Donnerstag. Zehn Jahre lang sind grosse Bereiche des Kantonsspitals neu gebaut oder umfassend renoviert worden. Die Gestaltung blieb dabei bewusst schlicht. «Nach Abschluss der Bauprojekte konnten wir uns nun der Ausstattung widmen, die den Menschen ebenso wichtig ist wie der Bau.»

Die Anregung kam aus den eigenen Reihen. «Markus Röthlin, Chefarzt der Chirurgie, hat uns auf die Bedeutung dieses Themas aufmerksam gemacht. Er ist ein passionierter Hobbyfotograf», sagte der Spitaldirektor.

Der Vater hat ihn immer in den Zoo mitgenommen

Markus Röthlin reist mit seiner Ehefrau Gail und einer Kamera rund um die Welt. Die Faszination für die Fotografie verdankt er seinem Vater. «Als ich ein Kind war, hat er mich von Zoo zu Zoo mitgenommen, um Tiere zu fotografieren», erzählt er. Bis heute verbringt der Chefarzt der Chirurgie viel Zeit auf Reisen in entlegene Winkel.

«Manchmal muss meine Frau auf mich warten, weil ich wieder einem neuen Sujet nachjage.»

Aus seinem reichen Fundus an Impressionen durfte das Spital schöpfen. Material und die erforderliche Technik hat Ifolor-Mitinhaber Hannes Schwarz eingebracht. «Es handelt sich dabei um den «Gallery-Print», erklärte er das Verfahren, bei dem Aluminiumverbundplatten und Acrylglas zum Einsatz kommen. Das Resultat wirkt extrem plastisch und präsentiert sich als Fest der Farben.

Für die szenografische Beratung bot der Thurgauer Maler und Künstler Richard Tisserand Rat und Tat an. «Nur dank all dieser Unterstützung konnten wir diese Ausstellung extrem kostengünstig realisieren», sagte Stephan Kunz.

Mehr als eine ästhetische Aufwertung

Kunst ist im öffentlichen Raum mehr als eine ästhetische Aufwertung. In einem Krankenhaus kommen verschiedene Generationen, soziale Schichten und Nationalitäten zusammen. In den Korridoren kreuzen sich die Wege von Mitarbeitenden, Besuchern und Patienten. «Wir wollten möglichst viele Menschen ansprechen», erklärte Stephan Kunz. «Ich glaube, das ist uns gelungen.»

Bei einem Rundgang durch einige Spitalgänge zeigten sich die Gäste von den Exponaten entsprechend beeindruckt. «Diese Vielfalt ist phantastisch», fasste Martin Keller aus Kreuzlingen seine Eindrücke in Worte. «Die Fotos sind gestochen scharf. Es ist eine geografische Reise rund um die Welt, wie wohl nur die wenigsten Menschen sie je selbst erleben können.»