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Die Kanti Romanshorn spannt mit der ETH Zürich und mit Google zusammen

Den Anstoss hat ein schon bald nicht mehr zu deckender Fachkräftemangel gegeben. Im Auftrag des Kantons sollen Begabte und Interessierte gefördert werden.
Tanja von Arx
Verfolgen eine Drohne: Die Macher hinter dem Projekt, darunter Dennis Komm von der ETH (links), Tanja Harms von Lenze Schmidhauser und Kanti-Rektor Stefan Schneider (neben Harms). Bild: Reto Martin

Verfolgen eine Drohne: Die Macher hinter dem Projekt, darunter Dennis Komm von der ETH (links), Tanja Harms von Lenze Schmidhauser und Kanti-Rektor Stefan Schneider (neben Harms). Bild: Reto Martin

«Das gibt es in der Schweiz so noch nicht», sagt Stefan Schneider, Rektor der Kantonsschule Romanshorn. «Es ist ein Spagat zwischen Allgemeinbildung und der Umsetzung in Unternehmen.» Die Rede ist von der Matura Talenta auf Informatik und Technik (IT), welche die Kanti ab dem Frühlingssemester anbietet. Keine geringeren Institutionen als Google Schweiz, die Eidgenössisch Technische Hochschule Zürich (ETH) und das ortsansässige Automatisierungsunternehmen Lenze Schmidhauser wollen das Förderprogramm unterstützen.

Ein Fachkräftemangel gab den Anstoss

«Spezifisches Know How im IT-Bereich ist dringend nötig, um die grossen Herausforderungen unserer Zeit wie Digitalisierung oder künstliche Intelligenz anzugehen», heisst es seitens der Verantwortlichen. Einerseits sei die Nachfrage nach jungen Fachkräften in informationstechnologischen Berufen gross. Andererseits gebe es in der Schweiz einen ausgeprägten Fachkräftemangel im technischen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich, der auch im Thurgau nicht mehr gedeckt werden könne. Im Auftrag des Kantons sollen deshalb Junge für ein Studium auf diesen Fachgebieten motiviert werden.

Bei der Matura Talenta IT geht es um eine fachspezifische Vertiefung, die sich an vier Pfeilern orientiert. Erstens Kontakt mit der Praxis, einerseits mit Wirtschaftspartnern, andererseits mit Institutionen zur Vorbereitung aufs Studium. Zweitens fachliches Enrichment. Maturanden absolvieren Informations- und Technikwochen in der Schule sowie Workshops und Lehrgänge bei Externen. Drittens Expertenwissen: Externe unterstützen Absolventen, die ETH betreut etwa Maturarbeiten über künstliche Intelligenz. Viertens soll die Exzellenz gefördert werden, das heisst, Maturanden nehmen an Wettbewerben teil wie der Schweizer Wissenschaftsolympiade. Hinzu kommt ein grosser Anteil projektartiges Arbeiten. An der Kanti wird der Kurs «Basic Skills» zu Elektronik und Digitaltechnik, Algorithmen sowie Programmieren, aber auch Robotik angeboten (spezifischer Aufbau siehe Grafik).

Laut Dennis Komm vom Chair of Information Technology and Education der ETH besuchen schon acht Kantischüler den hauseigenen Kurs «Clevere Algorithmen programmieren». Absolventen sollen zudem gefördert werden bei internen Kursen, Projekten und Spezialwochen, ebenso sollen Lehrer in ihrer Ausbildung unterstützt werden. Vorgesehen sind darüber hinaus Wettbewerbe wie die Informatikolympiade. Schliesslich arbeite man bei Maturaarbeiten zusammen und nehme am «Niklaus Wirth Young Talent Computer Science Award» teil.

Ein Schnuppertag bei Google Schweiz

Der Romanshorner Informatiklehrer Jürg Widrig sagt, man habe bereits einen halben Tag bei Google verbracht. «Die Zentrale ist eine Stunde weg von hier.» Angedacht seien Workshops vor Ort und Projektbegleitung, Internships und webbasierte Projekte. Darüber hinaus würden Maturarbeiten unterstützt. «Wichtig ist der regelmässige Austausch.»

Die Begriffe Elektrotechnik, Softwareentwicklung und Programmiersprache sind Tanja Harms, Head of Software Development bei Lenze Schmidhauser, mehr als geläufig. Kooperiert werden soll bei Projekten mit Praxisbezug wie einfache Sprachsteuerung oder Handsteuerung einer Achse. «Wir freuen uns und haben viele Ideen.»

Schon 16 Schüler haben sich angemeldet

Die Matura Talenta IT ist nicht das einzige Förderprogramm der Kanti. Etwa zehn Prozent der Maturanden besuchen bereits Angebote in den Bereichen Sport, Kunst und Musik. Rektor Schneider sagt: «16 Interessenten haben sich schon für die Matura Talenta IT gemeldet.»

Das braucht man für die Matura Talenta IT

Maturanden sollten gute Vorkenntnisse im Bereich IT haben. Auch müssen sie bereit sein, etwa im Rahmen von Freikursen mehr zu leisten. Vorausgesetzt werden zudem «Reserven», sprich ein gutes Notenbild. Natürlich ist auch Freude an der Kombination von Theorie und Praxis eine Bedingung. Von Vorteil ist schliesslich, eine Studienrichtung im Bereich IT oder Ingenieurwesen vor Augen zu haben, ob an der ETH oder an der Fachhochschule. (tva)

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