Floorball Thurgau nimmt einen neuen Anlauf Richtung NLA

Die Kaderplanung im Hinblick auf die Saison 2020/21 zeigt: Der NLB-Unihockeyclub aus Weinfelden hält am grossen Ziel, dem Aufstieg in die höchste Liga, fest.

Roger Ackermann
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Nach der abgebrochenen Saison 2019/20 hält Floorball Thurgau an seinen hohen Ambitionen fest.

Nach der abgebrochenen Saison 2019/20 hält Floorball Thurgau an seinen hohen Ambitionen fest.

Mario Gaccioli (21. September 2019)

Am 12. März schien die Zeit für Floorball Thurgau gekommen, die Früchte einer starken Saison zu ernten. Nach dem zweiten Platz in der Qualifikationsphase hinter Basel Regio hatten sich die Weinfelder im Playoff-Viertelfinal und -Halbfinal jeweils mit 3:0-Siegen gegen Gordola respektive Ticino durchgesetzt. Wobei Ticino für die dritte Halbfinalpartie in Weinfelden aufgrund der Coronakrise im Tessin Forfait gegeben hatte.

Im Playoff-Final, de facto eine Auf-/Abstiegsrunde, wäre Thurgau anschliessend auf den NLA-Vertreter Thun getroffen und machte sich Hoffnungen, das erklärte Saisonziel, die Promotion in die höchste Spielklasse, zu schaffen. «Aufgrund der Weise, wie sich die Mannschaft im Saisonverlauf präsentiert und entwickelt hatte, wäre ein Sieg in der Finalserie gegen Thun aus unserer Sicht möglich gewesen», sagt Sportchef Beni Bötschi.

Kein Aufstieg am grünen Tisch

Der angestrebte Aufstieg blieb für Floorball Thurgau jedoch ein Konjunktiv, das Messen mit dem Zweitletzten der NLA ein Wunschtraum. Aufgrund der Coronakrise wurde die Saison in der Nationalliga unvermittelt abgebrochen und es wurde beschlossen, den Status quo in beiden höchsten Ligen beizubehalten. Laut Präsident Marco Bötschi habe Thurgau noch gemeinsam mit Basel Regio, das sich ebenfalls um einen möglichen Aufstieg betrogen sah, versucht, eine andere Lösung am grünen Tisch zu finden. Der Antrag der beiden NLB-Clubs, der eine Aufstockung der NLA um zwei Teams vorgesehen hätte, stiess beim nationalen Verband Swiss Unihockey jedoch auf wenig Gehör, «weshalb wir ihn wieder zurückgezogen haben und beschlossen, uns auf die Vorbereitung für die neue NLB-Saison zu konzentrieren», so Präsident Bötschi.

Der Finne Vallteri Viitakoski (hier im Spiel gegen Ticino) bleibt den Thurgauern erhalten.

Der Finne Vallteri Viitakoski (hier im Spiel gegen Ticino) bleibt den Thurgauern erhalten.

Sandro Schmuki

Der Trainingsbetrieb kann jederzeit wieder hochgefahren werden

Bei Floorball Thurgau geht man davon aus, dass die Saison 2020/21 rechtzeitig im September starten kann. «Wir haben zurzeit keine anderen Informationen seitens des Verbands erhalten. Entsprechend planen wir mit einem regulären Meisterschaftsstart», sagt Beni Bötschi. Von Normalität ist die Arbeit des Sportchefs im Moment jedoch weit entfernt. Nach dem abrupten Saisonabbruch wurde die eigentlich jetzt vorgesehene Trainingspause vorverlegt, weshalb sich die Spieler bereits wieder im Training befinden. «Individuell und zu Hause», so Beni Bötschi, dem die aktuelle Situation rund um das Coronavirus unter anderem viel mehr Telefongespräche beschert hat: «Anstatt in Mannschaftssitzungen erhalten die Spieler Instruktionen und Informationen individuell.» Thurgaus Sportchef betont aber, man sei jederzeit bereit, den normalen Trainingsbetrieb hochzufahren.

Spielmacher von Turku und ein Thurgauer Eigengewächs für die Mannschaft

Beinahe abgeschlossen sind die Kaderplanungen für die neue Saison. Neben den beiden Finnen Valtteri Viitakoski und Joonas Föhr konnten auch die Verträge mit vier Schweizer Feldspielern sowie den beiden Goalies verlängert werden. Neu zum Team stösst Sami Saarinen. Der 31-jährige Spielmacher, der vor sieben Jahren mit GC den Schweizer Cup gewonnen hatte, wechselt vom finnischen Spitzenclub TPS Turku in den Thurgau. Vervollständigt werden soll das geplante Finnen-Quartett mit einem U21-Spieler.

Neuzuzug Sami Saarinen gewann vor sieben Jahren den Schweizer Cup mit GC.

Neuzuzug Sami Saarinen gewann vor sieben Jahren den Schweizer Cup mit GC. 

PD/Floorball Thurgau

Zudem verpflichteten die Weinfelder Raphael Sager. Der Amriswiler stammt aus dem eigenen Nachwuchs und hat zuletzt in der U21 des NLA-Clubs Rychenberg Winterthur gespielt. «Die Mannschaft wird mindestens so stark sein wie vergangene Saison», prophezeit Beni Bötschi. Deshalb steht auch Thurgaus Saisonziel schon fest: der NLA-Aufstieg.