Fischingen
Mit Fackeln statt Konfetti: Die Jungwacht Blauring stellt eine Alternative für die abgesagte Fasnacht auf die Beine

Am Wochenende ist in Fischingen der Lichterweg der Jungwacht Blauring über die Bühne gegangen – trotz Kälte.

Christoph Heer
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Warm angezogen und mit Fackeln ausgestattet absolvierten auch diese beiden Kinder mit ihren Eltern den Lichterweg im Fischinger Wald.

Warm angezogen und mit Fackeln ausgestattet absolvierten auch diese beiden Kinder mit ihren Eltern den Lichterweg im Fischinger Wald.

Bild: Reto Martin

«Schweren Herzens mussten wir aufgrund der ausserordentlichen Situation auch den Umzug und Kindermaskenball in ­Fischingen absagen. Trotzdem soll die Fasnachtszeit nicht völlig vergessen werden und auch für das ursprüngliche Datum des Kindermaskenballs haben wir uns eine Alternative überlegt», sagt Alena Leuch. Sie ist Leiterin der Jungwacht Blauring (Jubla) Fischingen. Von der 22-Jährigen stammt auch die Idee des Lichterwegs, der von Freitag bis Sonntag stattgefunden hat.

Unzählige Fischinger, Dussnanger und Oberwangener strömten am Freitag schon zur Eröffnung des dreitägigen Lichterwegs. Statt Rambazamba, Guggenmusik und Konfettiregen also Besinnlichkeit im Wald inklusive Schnee, Glühwein, Punsch und viele Lichter. Eine Familie aus Dussnang sagt:

«Die Idee eines Lichterwegs finden wir super. Als wir davon erfuhren, war uns schnell klar, dass wir da mitmachen – Kälte hin oder her.»

Zuerst überlegten sie sich gar, zu Fuss an den Start zu kommen, dafür sei es dann aber doch zu kalt gewesen, meinten sie lachend. Minus acht Grad Celsius, zeigte das Thermometer, «man weiss ja genau, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung», sagte ein weiterer Besucher aus Dussnang, während er sich mit einem Becher Glühwein eindeckte.

Entscheid für Absage der Fasnacht fiel schnell

Organisiert hat den Lichterweg das 22-köpfige Leiterteam der Jubla. Alena Leuch betont, dass es einmal mehr ein ehrenamtliches Engagement sei. «Oft meint die Bevölkerung, dass wir Leiter ein Entgelt erhalten, dem ist aber nicht so», sagt die Dussnangerin. Dass die einheimische Fasnacht abgeblasen wird, dafür hat sich indes das Jubla-Fasnachts-Organisationskomitee schnell entschieden. Leuch frag rhetorisch:

«Was bringt die ganze Planung des Fasnachtsumzugs und des Kindermaskenballs, wenn wir nie genau wissen, ob und wie eine Durchführung überhaupt möglich ist?»
Alena Leuch, Jubla-Leiterin.

Alena Leuch, Jubla-Leiterin.

Bild: PD

Viele Kinder hatten nun dafür am Lichterweg einen Heidenspass. Dick eingepackt in Wollmütze, Handschuhe und dicke, wärmende Kleider, erstrahlten ihre Augen im Glanze des Feuers. Letzteres führte bei einem kleinen Buben zu einem Motivationsproblem. Irgendwie so ­gemütlich an der wärmenden Feuerschale, warum also in den dunklen Wald hineinstapfen und den Laternen folgen? Nachdem er jedoch seinen Punsch ausgetrunken hatte – und nach gutem Zureden seiner Eltern –, ging er schliesslich doch mit auf den Rundkurs.

Überholt wurden diese drei kurz nach ihrem Start. Ein jüngeres Ehepaar meinte kurz und knapp, sie wollten einmal rundum, dann aufwärmen mit warmer Tranksame, «und dann gehen wir vielleicht noch auf eine zweite Runde».