Finanzielle Entlastung für Erlens Steuerzahler

Die Stimmbürger genehmigten das Budget 2020 und die Senkung des Steuerfusses einstimmig. Mehr zu reden gab die Einführung einer Gebühr für die Abfallentsorgung.

Hannelore Bruderer
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Gemeindepräsident Thomas Bosshard stellt erstmals das Budget der Politischen Gemeinde Erlen vor. (Bild: Hannelore Bruderer).

Gemeindepräsident Thomas Bosshard stellt erstmals das Budget der Politischen Gemeinde Erlen vor. (Bild: Hannelore Bruderer). 

Wer viel Abfall produziert, bezahlt für die Entsorgung mehr als jemand, der wenig Abfall hinterlässt. So funktioniert das Verursacherprinzip über die Kehrichtsackgebühr.

«Es gibt jedoch auch Kosten, die mit dieser Gebühr nicht gedeckt sind, zum Beispiel der Bau und Unterhalt neuer Entsorgungspunkte mit Unterflurcontainern oder die Beseitigung von Alt- lasten in den ehemaligen Abfalldeponien», erklärte Gemeindepräsident Thomas Bosshard.

Gemeinderat will generelle Grundgebühr

An der ersten von ihm geleiteten Gemeindeversammlung im Mehrzwecksaal der Schule Erlen nahmen 125 Stimmberechtigte teil (Stimmbeteiligung 5,8 Prozent).

Um diese Kosten zu decken, die in der Gemeinde Erlen mittelfristig auf rund 100'000 Franken pro Jahr geschätzt werden, beantragte der Gemeinderat die Einführung einer generellen Grundgebühr von jährlich 80 Franken pro Liegenschaft und für jede zusätzliche Wohn- und Gewerbeeinheit weitere 40 Franken.

Ja zum neuen Abfallreglement

Diese Staffelung sei nicht gerecht und benachteilige Einfamilienhaus-Besitzer, meinten gleich mehrere Votanten und forderten einen einheitlichen Ansatz für alle Objekte.

In der heutigen Zeit würde sich die Anzahl der Personen, die in einem Einfamilienhaus leben, kaum von jener in Mietwohnungen unterscheiden und deshalb auch nicht mehr Abfall verursachen, lautete das Argument.

Die Notwendigkeit, den Technischen Betrieben die nötigen finanziellen Mittel zukommen zu lassen, war unbestritten. So bewilligten die Stimmbürger grossmehrheitlich das neue Abfallreglement und die Gebührenordnung.

Budget und Steuerfuss diskussionslos genehmigt

Die vom Gemeinderat beantragte Tarifordnung wurde jedoch mit 49 Ja- zu 55 Nein-Stimmen abgelehnt. Dem Antrag aus der Versammlung für einen einheitlichen Tarif in der Höhe von 65 Franken wurde dann aber mit 54 Ja- zu 38 Nein-Stimmen entsprochen.

Bei allen ihren anderen Anträgen konnte die Gemeindebehörde auf eine hundertprozentige Unterstützung der anwesenden Stimmberechtigten zählen. Diskussionslos genehmigten sie das Budget und die Investitionsrechnung 2020 sowie die Senkung des Steuerfusses von 55 auf 52 Prozent.

Gemeinde investiert eine Million Franken

Das Budget 2020 weist ein Minus von 170'211 Franken aus, resultierend aus einem Gesamtaufwand von 6'647'167 Franken und einem Gesamtertrag von 6'476'956 Franken. Die Investitionen des kommenden Jahres belaufen sich auf total 1,044 Millionen Franken.

Separat abgestimmt wurde über die Anschaffung eines neuen Logistikfahrzeugs für die Feuerwehr mit Nettokosten von 70'000 Franken. Dieser Antrag wurde ebenso einstimmig und diskussionslos gutgeheissen, wie die Budgets 2020 der Technischen Werke Wasser, Abwasser, Abfall und Elektrizität.

In geheimer Wahl bestätigten die Anwesenden die Einbürgerungen von drei Einzelpersonen und einer dreiköpfigen Familie.