Filmisches Gedächtnis

Das Kreuzlinger Fernsehen hat die Sisyphusarbeit geschafft

Sämtliche alten Sendungen sind digitalisiert und können nun über einen Archiv-Server abgerufen werden.

Drucken
Teilen
Jürg Schenkel (rechts) und Programmchef Patrick Eich (links) überreichen Stadtpräsident Thomas Niederberger das digitalisierte Filmmaterial der vergangenen 21 Jahre.

Jürg Schenkel (rechts) und Programmchef Patrick Eich (links) überreichen Stadtpräsident Thomas Niederberger das digitalisierte Filmmaterial der vergangenen 21 Jahre.

Bild: PD

(red) 1200 Sendungen hat das Bodensee TV Kreuzlingen (vormals Kreuzlinger Fernsehen KFS) in den vergangenen 21 Jahren ausgestrahlt. Da viele Sendungen auf unterschiedlichen Medien wie beispielsweise VHS oder DVD gespeichert waren, wurde das Thema des schleichenden Datenverlustes immer grösser.

Man entschied, sämtliches Filmmaterial zu digitalisieren, um es für die Nachwelt zu erhalten. Dank der finanziellen Unterstützung durch die Stadt konnte eigens hierfür ein geeigneter Archivserver angeschafft werden.

In zahlreichen Stunden wurde das bestehende Sendungsmaterial einheitlich digitalisiert und auf dem Server gespeichert. Alsdann galt es, sämtliche dazugehörige Daten und Angaben zu erfassen, um diese mit Hilfe einer eigens entwickelten Software zu ergänzen beziehungsweise zu verknüpfen. Ein sehr zeitaufwendiges Prozedere, das einer Sisyphusarbeit gleichkam.

Die Stadt bekommt jährlich ein Datenband

Die finale Sendungsliste, mit sämtlichen Angaben zu Gästen, Themen und Inhalten, die der Stadt als Exceltabelle übergeben wurde, umfasst mittlerweile rund 100 DIN-A4-Seiten. Jürg Schenkel, der Präsident von Bodensee TV, sagt:

«Unser Fernsehteam freut sich, die Vergangenheit aufgearbeitet zu haben, um sich nun wieder dem Hier und Jetzt widmen zu können.»

Künftig werden alle Sendungen unmittelbar nach deren Produktion auf dem Server gespeichert. Mit der auf Accessbasis erstellten Software ist es möglich, über Suchbegriffe die gewünschte Sendung schnell aufzufinden. Zur Sicherstellung wird der Stadt jährlich ein Datenband für die Aufbewahrung im Kulturgüter-Schutzraum übergeben.

Das Gedächtnis reicht schon 21 Jahre zurück

«Das Bodensee TV ist unser filmisches und gleichzeitig historisches Gedächtnis. Das Team spiegelt die gesellschaftliche, sportliche, kulturelle und politische Vielfalt unserer Stadt wider: kontinuierlich und seit über 21 Jahren. Dafür danke ich dem engagierten Team um Jürg Schenkel und Patrick Eich sehr und hoffe, dass ihre Neugier niemals erlöschen wird», sagte Stadtpräsident Thomas Niederberger anlässlich der Übergabe im Stadthaus.