Unbekannte zerstören Feuerstelle von Kindergärtlern in Amriswiler Wald

Vandalen verwüsten einen Platz im Wald, den Amriswiler Kindergärtler oft und gerne aufsuchen.

Manuel Nagel
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Alles wieder sauber: Viel Liebe und Engagement machen diese Stelle im Wald zum beliebten ausserschulischen Lernort.

Alles wieder sauber: Viel Liebe und Engagement machen diese Stelle im Wald zum beliebten ausserschulischen Lernort.

Bild: Manuel Nagel

Vandalenakte sind sinnlos und machen wütend. Erst recht, wenn sie sich gegen Kinder richten. Zum wiederholten Mal damit konfrontiert war am vergangenen Wochenende die Amriswiler Kindergärtnerin Susanne Lienert-Mühlemann.

Mit ihren Mädchen und Buben vom Kindergarten Egelmoos geht sie regelmässig in den Wald am Fusse des Räuchlisbergs, wo sie mit viel Liebe und Engagement einen sogenannten Ausserschulischen Lernort (ALO) eingerichtet hat. Es hat eine Feuerstelle, ein luftiges Zelt aus Ästen und einen Sitzkreis, der aus rund zwei Dutzend Holzrugeli besteht. Und alles liegt idyllisch an einem kleinen Bächlein, wo die Kinder gefahrlos planschen können.

Die Kindergartenkinder können an einem kleinen Bach spielen.

Die Kindergartenkinder können an einem kleinen Bach spielen.

(Bild: Manuel Nagel)

Doch als am Samstag Susanne Lienert mit ihrem Mann zum Rechten sehen wollte, traf sie ein Bild der Verwüstung an. Fast alle Holzrugel wurden ins Wasser geworfen und Vorrichtungen für eine Blache, die bei schlechtem Wetter als Schutz dient, wurden entfernt. Ausserdem wurde eine abgeschlossene Kiste beschädigt, in der Lienert Dinge deponiert hatte, die sie jeweils für ihren Unterricht im Wald benötigt.

Elternbrief landet in den sozialen Medien

Dies alles schrieb Susanne Lienert in einem Brief an die Eltern, der dann in sozialen Medien geteilt wurde. «Nicht einmal vor so was machen diese Vollidioten halt», schrieb eine betroffene Mutter und machte ihrem Ärger Luft. Es sei doch eine wunderbare Sache, dass man den Kindern im Wald die Natur näherbringen wolle. Es sei ausserdem nicht selbstverständlich, dass dies eine Kindergartenlehrperson so oft mache, wie dies Susanne Lienert tue. Auch die übrigen Kommentarschreiber äusserten Wut und Unverständnis für die Zerstörungswut.

Christoph Kohler, Schulpräsident der VSG Amriswil-Hefenhofen-Sommeri.

Christoph Kohler, Schulpräsident der VSG Amriswil-Hefenhofen-Sommeri.

(Bild: Manuel Nagel)

Enttäuscht über diese Vandalenakte zeigt sich auch Christoph Kohler. Der Präsident der Volksschulgemeinde Amriswil- Hefenhofen-Sommeri sagt aber auch, dass die VSG zum Glück nicht so häufig damit konfrontiert sei, obwohl es doch mehr als ein halbes Dutzend solcher Ausserschulischen Lernorte gebe, die seine Lehrpersonen regelmässig nutzten würden. In seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit sei das aber kein gravierendes Problem gewesen, sagt Schulpräsident Kohler.

Das heisse aber nicht, dass die Volksschulgemeinde in dieser Angelegenheit nichts unternehmen werde, sagt Christoph Kohler: «Zusammen mit Susanne Lienert, der Schulleiterin Mette Baumgartner sowie Kilian Moser, der die Liegenschaften der VSG betreut, werden wir eine Analyse vor Ort machen.» Man entscheide danach über weitere Massnahen und allfällige Verbesserungen. Schulpräsident Kohler:

«Auf jeden Fall wollen wir den Platz aber wieder so herrichten, dass die Klasse wieder in den Wald gehen kann.»

Wenn Lehrpersonen so engagiert und mit Herzblut dabei seien, wolle man sie auch dementsprechend unterstützen

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