Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Das ganze Projekt wurde gegen meinen Willen aufgegleist»: Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Güttingen tritt wegen Kirchgemeindehaus zurück

Der Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Güttingen tritt zurück, weil er die Sanierung des Kirchgemeindehauses nicht mitverantworten will. Er spricht von einem internen Machtkampf.
Martina Eggenberger Lenz
Stein des Anstosses: das evangelische Kirchgemeindehaus an der Sommeristrasse. (Bild: Reto Martin)

Stein des Anstosses: das evangelische Kirchgemeindehaus an der Sommeristrasse. (Bild: Reto Martin)

So hat sich Siegfried Brandt sein Ausscheiden aus der Behörde nicht vorgestellt. Vor drei Jahren ist er zum Präsidenten der Evangelischen Kirchgemeinde Güttingen gewählt worden. Nun tritt er überraschend per Ende Mai zurück. Der Grund ist der an der Versammlung vom 25. April von den Kirchbürgern genehmigte Kredit von 450000 Franken für die Sanierung des Kirchgemeindehauses. Genauer: für den Umbau des Erdgeschosses. Brandt sagt:

«Das ganze Projekt wurde gegen meinen Willen aufgegleist.»

Die Unstimmigkeiten begannen vor einem Jahr

Über die Sanierung des Kirchgemeindehauses wird in Güttingen seit einiger Zeit diskutiert. Bereits vor einem Jahr kam ein Kredit vor die Versammlung, hinter dem der Präsident nicht stehen konnte. Wegen der unterschiedlichen Meinungen kam es damals zu keinem Entscheid. Im Februar stand dann der Beschluss an, das Haus für das KiSee-Projekt von Gemeinde und Schule umzubauen. Brandt war ein Verfechter. Die Kirchbürger sagten nein.

Es folgte offensichtlich ein behördeninterner Machtkampf. Einige Mitglieder waren gegen die Sanierung, beziehungsweise den Umbau des Erdgeschosses, die anderen dafür. Der Entscheid muss äusserst knapp ausgefallen sein, doch schliesslich hatten die Befürworter die Nase vorn und so kam Ende April erneut eine Vorlage vors Volk. Die Behörde habe hinter seinem Rücken einen Architekten beauftragt, sagt der scheidende Präsident. Notabene sei dieser noch der Schwiegersohn eines Behördenmitglieds.

Präsident durfte nicht in die Baukommission

Siegfried Brandt stört am Projekt Verschiedenes. Zum einen erachtet er es als nicht finanzierbar. Der Steuerfuss sei schon heute eher hoch, die Zahl der Kirchbürger, sprich Steuerzahler, sinke. Ausserdem brauche die Kirchgemeinde den Raum gar nicht. Und schliesslich habe das Projekt viele kleinere Mängel. Tüpfelchen auf dem i sei dann noch gewesen, dass man ihm, dem Präsidenten, den Einsitz in der Baukommission verweigert habe.

Wie so oft an Kirchgemeindeversammlungen war es zum Schluss ein ganz kleiner Prozentsatz der Stimmberechtigten, der entschied: Die Sanierungsbefürworter waren mit 23 zu 16 Stimmen in der Mehrheit.

Urs Steiger ist der Kirchenpfleger von evangelisch Güttingen. Zur Frage der Finanzierbarkeit des Projekts sagt er: «Es lässt sich verantworten.» Wenn er mit gleichbleibenden Einnahmen rechne, sei der Umbau keine grosse Bürde für die nächste Generation. Ansonsten gibt sich Steiger betont sachlich: «Ich kann mit beiden Lösungen leben.» Aber ja, es gebe noch Unklarheiten, was den Sanierungskredit betreffe. So seien zum Beispiel die Möblierung oder die Ausstattung der Küche nicht Bestandteil des Voranschlags.

Siegfried Brandt ist gemäss eigener Aussage «erleichtert, dass bald alles vorbei ist». Die Arbeit in der Kirchenvorsteherschaft sei zuletzt ein ständiger Kampf gewesen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.