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Shannon Sigrist ging durch die Hölle, bevor sie an die WM konnte

Shannon Sigrist vom SC Weinfelden nimmt ab Donnerstag an der WM in Finnland teil. Die 20-jährige Verteidigerin gehört im Schweizer Team bereits zu den Routiniers. Ihre WM-Teilnahme hing allerdings lange an einem seidenen Faden.
Daniel Monnin
Shannon Sigrist erlebt eine sehr nervenaufreibende Saison. (Bild: Mario Gaccioli (Weinfelden, 14. Oktober 2018)

Shannon Sigrist erlebt eine sehr nervenaufreibende Saison. (Bild: Mario Gaccioli (Weinfelden, 14. Oktober 2018)

Das Frauen-Nationalteam steht ab Donnerstag an der WM in Finnland vor einer besonderen Herausforderung. Nicht nur treten die Schweizerinnen in Espoo mit dem jüngsten Team aller Zeiten an. Als Nummer fünf der Weltrangliste ist die Schweiz in der erstmals mit zehn Teams ausgetragenen WM in der gleichen Vorrundengruppe wie Titelverteidiger USA (8 WM-Titel), Kanada (10 WM-Titel), Finnland (12 Bronzemedaillen) und Russland (3 Bronzemedaillen).

Nationaltrainerin Daniela Diaz zählt fürs Turnier auf zehn Spielerinnen mit Jahrgang 1999 und jünger sowie acht WM-Neulinge. Im Teamumbruch nach den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang sieht sie eine Chance für die Zukunft: «Die jungen Spielerinnen können an der WM wertvolle Erfahrungen sammeln und von den Partien gegen die besten Nationen profitieren.» Dabei kommt der Schweiz der neue Modus entgegen: Als Top-5-Nation ist sie bereits für den Viertelfinal qualifiziert und kann nicht absteigen. «Wir wollen den starken Gruppengegnern das Leben so schwer wie möglich machen und diese vier Spiele nutzen, um als Team noch enger zusammenzurücken und für den Viertelfinal bestens gerüstet zu sein», sagt Diaz.

Erst 20-jährig und schon ein Routinier

Zu den wenigen Routiniers in Diaz’ Equipe zählt Shannon Sigrist, Verteidigerin des NLA-Clubs Weinfelden. Die WM-Teilnahme der 20-Jährigen aus Uzwil hing allerdings lange am seidenen Faden. Die vergangenen Monate waren für Sigrist die Hölle. Vier Monate lang fiel sie aus – von Mitte Oktober bis Mitte Februar – verlor gar den Glauben an eine Rückkehr aufs Eis. Nun ergänzt sie das Schweizer Team mit der Erfahrung aus 64 Länderspielen, drei Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 2018.

Was war passiert? Am Ursprung der Misere stand eine Rückenverletzung aus dem Jahr 2017, die nie richtig ausgeheilt war. Ein neuerlicher harter Kontakt führte zu zwischenzeitlichen Lähmungserscheinungen und dem fast völligen Verlust an Kraft und Muskeln im linken Bein. «Die Nerven waren beschädigt», sagt Sigrist. «Da ich wegen der Rückenverletzung alles einseitig ausführte, habe ich auf der linken Körperseite die Muskulatur vernachlässigt und verloren, ich musste die ganze Muskulatur wieder aufbauen. Das hat Zeit gebraucht.» Der Weg zurück war lang, begleitet von Zweifeln und Ängsten, doch sie hat den Turnaround geschafft und dabei auch Kraft aus Erinnerungen an viele positive Momente in ihrer jungen Karriere geholt. Am 23. Februar hat sie im SC Weinfelden ihr Comeback gegeben, es reichte noch für zwei Spiele im siegreichen Playout gegen Bomo Thun.

Die sportliche Zukunft muss noch warten

Das Gefühl sei zurück, die Motivation auch, sagt sie. «Ich versuche alles, um den Trainingsrückstand aufzuholen.» Sie tut es an verschiedenen Orten, im Fitnesszentrum, auf dem Eis mit Weinfelden und seit dem Ende der NLA-Saison mit ihrem ehemaligen Team, den Novizen-Elite-Junioren des SC Rapperswil-Jona. «Es geht aufwärts», sagt sie, «ich spüre die Fortschritte. Ich werde an der WM bereit sein.» Kraft schöpft sie auch aus der Tatsache, «dass wir ein erfolgshungriges Frauen-Nationalteam haben, mit dem wir in den nächsten Jahren einiges erreichen können».

Über ihre sportliche Zukunft hat sie sich noch keine Gedanken gemacht. «Ich lebe im Moment, für die WM», sagt sie. Sigrist will die Alternativen zur Fortsetzung ihrer Karriere erst nach der WM ausloten. Von einem Verbleib in Weinfelden bis hin zu einem Transfer ins Ausland sei alles möglich, sagt sie.

Aktuelle Resultate und weitere Informationen zur Eishockey-WM der Frauen gibt es beim Internationalen Verband IIHF.

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