Fans feuern Radrennfahrer in Märwil vom Strassenrand und von Balkonen aus an

Bei der Strassenrennen Schweizer Meisterschaft gab es wegen Corona beschränkten Zutritt für Zuschauer zum Start- und Zielraum.

Monika Wick
Drucken
Teilen
Entlang der Strecke sind Zuschauer erlaubt.

Entlang der Strecke sind Zuschauer erlaubt.

Bild: Monika Wick

Die in Mettlen deponierten Verbots- und Einbahnschilder lassen erahnen, dass ein ungehindertes Passieren der Strassen nicht mehr lange möglich sein wird. Noch liegen die Tafeln auf dem Trottoir, in wenigen Minuten markieren sie die rund zehn Kilometer lange Route, welche die Teilnehmer der Strassenrennen Schweizer Meisterschaft absolvieren müssen. OK-Präsident Martin Hofmann aus Riedt bei Erlen verkündet stolz:

Martin Hofmann, OK-Präsident

Martin Hofmann, OK-Präsident

Bild: Monika Wick
«Es ist uns eine Ehre, die Schweizer Meisterschaft organisieren zu dürfen.»

In Märwil bietet sich ein ähnliches Bild. Hier befindet sich zudem das Areal, das den Ausgangspunkt und das Ziel des vom Veloclub Bürglen-Märwil organisierten Radrennens bildet. Die Stimme aus dem Lautsprecher erklärt:

«Normalerweise macht man alles, um Zuschauer in den Start- und Zielraum zu holen. In diesem Jahr müssen wir leider alles tun, um sie von hier fernzuhalten.»

Tatsächlich befinden sich ausser den Fahrern und ihren Teams kaum Leute auf dem Gelände, auf dem sich auch ein Posten befindet, an dem die Fahrer einen negativen Corona-Test vorlegen müssen.

Unmittelbar vor dem Start platzieren sich Kamerateams und Fotografen an den Stellen, die sie für gut befinden, um den Start der 54 Herren und 28 Damen optimal festhalten zu können. «Wie ist die Stimmung in Märwil?», erkundigt sich der Speaker. Viele sind es nicht, die jubeln, dafür machen sie es umso leidenschaftlicher.

Grosse Konzentration vor dem Start

Die Fahrer nutzen die Zeit vor dem Start, um sich aufzuwärmen oder zu meditieren. Einer steht vor einem Begleitfahrzeug und versucht, sich die Autonummer einzuprägen, um im Bedarfsfall rasch das Velo wechseln zu können. Kaum ist der Startschuss gefallen, treten die Fahrer kräftig in die Pedale.

Auf ermunternde Zurufe müssen sie nicht verzichten. Etliche Zuschauer haben sich auf Balkonen, Terrassen oder am Strassenrand platziert. Besonderes viel Aufmerksamkeit erhalten die Lokalmatadore Stefan Küng und Stefan Bissegger.

Autofahrer haben teils wenig Verständnis

Ein kleines Mädchen interessiert sich dagegen nur für das Motorrad, an dessen Heck zwei Reisbesen mit aufgesprühten Smileys angebracht sind. Siebzehnmal umrunden die Männer - achtmal die Frauen - die Route, die nach Mettlen über Rothenhausen und Oberbussnang wieder nach Märwil führt. Besonders attraktiv für die Zuschauer erweist sich die Steigung bei Oberbussnang, wo die Fahrer nicht so schnell unterwegs sind und ein gutgemeinter Ratschlag platziert werden kann.

Alle freuen sich aber nicht darüber, dass die Meisterschaft im Thurgau stattfindet. Einige Verkehrskadetten müssen sich üble Beschimpfungen von ausgebremsten Automobilisten gefallen lassen.